Regen

Eigentlich wollte ich mich just auf den Weg machen, aber ein Blick nach draussen und das Klatschen des Regens belehren mich eines Besseren. Hätte ich keine Dusche, könnte ich mich jetzt ins Freie stellen. Sogar fürs Haare waschen würde es locker reichen.

Dieser veritable Wolkenbruch hat aber hier, in Israel, eine andere Bedeutung für mich als zu Hause, wo Regen zum Alltag gehört wie die Zahnbürste zum Badezimmer. 

      Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich während der letzten Tage wunderschöne Blumenfelder gesehen habe, manche draussen in der feien Natur, andere in unmittelbarer Nähe einer Industriezone. An einem Ort, wo es den grössten Teil des Jahres über trocken ist, geniesst man die Zeit der Blüte und „Wir gehen Blumen gucken“ ist ein beliebtes Ausflugsthema. 

   Er dauert auch selten so lange wie zu Hause (also tage-, gefühlsmässig wochenlang…) und es kann gut sein, dass schon bald wieder ein Sonnenstrahl hervor blitzt, wie es überhaupt während der letzten Tag mehrheitlich sonnig und warm war.

Ich will aber die Regensaison auch nicht beschönigen, wenngleich die diesjährige aus landwirtschaftlicher Sicht wohl ein Segen war. Der Regen, fällt er in sehr kurzer Zeit und in grossen Mengen auf trockenen Untergrund, kann durchaus gefährlich werden. Es war kein Witz, als mir mein Sitznachbar im Flugzeug vor meinem letzten Aufenthalt Ende Dezember nahe legte, mich auf allfälligen Wanderungen vorzusehen, ertranken doch  vor einigen Jahren Jugendliche beim Zelten in der Wüste nach einem solchen Wolkenbruch. Auch in diesem Winter gab es einige tragische Unfälle im Zusammenhang mit Überschwemmungen. Und wie erleichtert war ich, als wir letztes Mal für meinen Rückflug doch noch rechtzeitig in Ben Gurion eintrafen, nachdem die Autobahn nur noch ganz links und einspurig befahrbar war, während der Rest unter Wasser stand.

Schon bald wird es hier wieder heiss und trocken sein und Regenschauer nur noch eine vage Erinnerung an den Winter. Jetzt ist es grün, sehr grün sogar, und ich werde die Frühlingsgefühle mit nach Hause nehmen, wo ich mich eventuell noch ein Weilchen gedulden muss.

IMG_4461

Diese Oase hab ich vorgestern per Zufall und gleich um die Ecke entdeckt. Und ich nehme es dem Humus sehr übel, dass er – Citymouse die er ist!! – sie mir nicht schon vor Jahren gezeigt hat…

 

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2 Antworten zu Regen

  1. anneinsideoffice schreibt:

    Der Frühling ist auch in Zürich schon da. Allergene hat es auch schon lange in der Luft.

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