Jahrestag

Nein, alles weiss Facebook nicht. 

Gratulation: „Glückwunsch zum Jahrestag der Freundschaft mit I.“,  hiess es in meinem Messenger kürzlich. „Ihr seid seit drei Jahren (auf Facebook) befreundet.“

Pff! Drei Jahre… Über 50 sind es mittlerweile. Es könnten sogar noch mehr sein, aber soweit mich meine Erinnerung trügt, sind wir us bei der ersten Begegnung nicht sofort in die Arme gefallen. Dafür hat’s gehalten. Über ein halbes Jahrhundert mittlerweile. 

Aber da kann Facebook natürlich nicht mitreden. Das gibt’s erst seit schlappen 14 Jahren.

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Update

Der Grund, warum ich hier endlich mal wieder etwas von mir hören lasse: Ich sitze grad im Apple Store und warte. Mit meinem Laptop. Weil das Betriebssystem in die Jahre gekommen ist – es gibt da gewisse Parallelen – und ich ein neues brauche. Weil ich in letzter Zeit ständig Warnungen kriege und mir mein Bruder, der viel mehr von der Sache versteht, zusätzlich noch ein bisschen Angst gemacht hat. Dazu werden jetzt erst mal all meine Daten gesichert. Und das braucht seine Zeit. Hat sich ja doch schon einiges angesammelt.

Zum Glück kann ich während des Wartens schreiben, sonst wär‘ das jetzt ein bisschen öde. So aber komme ich mal wieder zum Bloggen, einer Tätigkeit, die ich in letzter Zeit sträflich vernachlässige, weil ich irgendwie immer Besseres zu tun habe. Oder jedenfalls Dinge, die Vorrang haben. Nun bin ich fast gezwungen, hier etwas herumzualbern. Ausserdem hab ich auch ein paar Minuten, um den einen oder anderen Gedanken zu wälzen und dabei komme ich wieder auf die Parallelen zurück.

Mein hauseigenes Betriebssystem ist auch nicht mehr ganz neu. Das eine oder andere Update wurde schon vorgenommen (Stichwort Ersatzteil), so dass es bisher noch leidlich läuft. Sehr gut sogar verglichen mit vor dem Update.

Hoffen wir mal, dass es mit meinem Laptop auch so kommt.

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Tanzbein

„Übrigens“, sagte der Twenager und schon sich einen nächsten Bissen in den Mund, „ am Samstag findet euer geliebter Tanzanlass statt“. Ich hatte das auch gesehen, denn obwohl ich schon eine Weile nicht mehr dort war, bekomme ich jeden Monat eine Einladung. Die Frage war natürlich, warum der Twenager mitbekommen hatte, dass demnächst die Oldies Party steigt.
„Ganz einfach“, sagte er, „ ich hab geschaut, was am nächsten Samstag so los ist. Unter all den Anlässen, die zwischen 22 und 24 Uhr beginnen, war ein einziger, wo es schon um 20 Uhr losgeht.“

Obwohl auch mir das Altern ab und zu zusetzt; manchmal bin ich doch dankbar für die Gnade der frühen Geburt. Auch wenn ich froh bin, dass ich es noch rocken kann und nicht zum gepflegten Nachmittagstee Tanz muss.

tanzbein_flyer_2019jpegDie Zahl 35+ trügt übrigens. Mit meinen 58 Jahren bin ich guter Durchschnitt. Und trotzdem tanzt es sich da voll locker in einer erfreulich entspannten Atmosphäre.

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Ab auf die Wolke

Klassenzusammenkünfte sind immer etwas Spezielles, aber ganz besonders speziell sind sie, wenn ich als die ehemalige Lehrerin hingehe. Während sich die Klassenmitglieder hie und da noch gesehen haben, sind für mich, sagen wir mal, 25 Jahre vergangen und ich sehe mich völlig fremden Menschen gegenüber, die ich als Kinder in Erinnerung hatte.

An dieser Stelle muss ich zwar gestehen, dass ich der Erinnerung etwas nachhelfen musste. Als mich die Einladung zu dem Treffen erreichte, erkannte ich zwar den Namen der ehemaligen Schülerin, konnte sie aber nicht sofort der richtigen Klasse zuordnen. Welcher Jahrgang war das gewesen?
Und zu welcher Truppe gehörte sie nochmal?

Drei Klassenzüge, viele Jahre als gelegentliche Stellvertretung, dazwischen mal ganz was anderes und viele Interviews, sechs weitere Jahre an mehreren ständig variierenden Klassen sowie seit kurzem wieder eine eigene waren meinem eh schon dürftigen Gedächtnis nicht zuträglich gewesen. All die Namen hätten schon lange mal zwecks Sicherung in irgendeine Cloud hochgeladen werden müssen!

Also ging ich auf Schatzsuche, stiess dabei tatsächlich auf eine Kiste mit der Aufschrift „90-93“ und in der Folge so manchen Ausruf des Entzückens aus.
Genau!
Diese Klasse war’s gewesen!
Und das hatten wir zusammen erlebt!
Und das hatten sie darüber geschrieben!

Während ich die Bilder und die Texte anschaute, kam so vieles wieder zurück und so kam es dann auch, dass ich (fast) alle der Anwesenden auf Anhieb wieder erkannte. Die elegante Geschäftsfrau, der weltmännische Firmeninhaber, die fidele Verkäuferin, der promovierte Doktor (oder gar Professor?), die passionierte Gesundheitsberaterin, der selbstständige Outdoor Spezialist …sie alle, einige nun schon selber Eltern, hatten noch etwas von den ehemaligen Kindern in sich, die mir so ans Herz gewachsen waren, und die gehen zu lassen mir wahnsinnig schwer gefallen war.

Sie wiederzusehen aber war nun nicht mehr traurig, sondern die reinste Freude. Einmal mehr, wie bei anderen Gelegenheiten auch, war ich beeindruckt, was für tolle Menschen ich vor mir hatte.
Und Hand aufs Herz: Egal wie gut oder wie schlecht ich meinen Job machte und mache, egal welch grosse Mühe ich mir gebe – aber oft eben auch welche habe – aufs Leben der Kids hat das wohl jetzt nicht den grössten Einfluss. Das finde ich irgendwie entspannend.
Ich bin ja gar nicht für alles verantwortlich. Ich bin nur ein kleines Teilchen im ganzen Mosaik. Wenn es eins ist, das zum Gelingen des Ganzen beitragen kann, dann will ich es zufrieden sein und weiter daran arbeiten.
Nur schon einer potenziellen zukünftigen Klassenzusammenkunft wegen lohnt sich das allemal. 

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Wie früher

 

Meine Freundin hatte sich eine Überraschung für mich ausgedacht und Überraschungen sind, so finde ich, die besten Geburtstagsgeschenke.

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Wir gingen es im wahrsten Sinne des Wortes und gezwungenermassen langsam an, denn das Restaurant, in dem wir uns trafen, machte seinem Namen alle Ehre.

Als wir nach beinahe zwei Stunden endlich unseren Hunger gestillt hatten, machten wir uns auf den Weg zum Salzhaus, wo die Musikgruppe, die meine Überraschung war, zum Glück auch noch nicht am Start war. Wir hatten also noch genug Zeit zu bemerken, dass wir mit Sicherheit die Ältesten auf dem Terrain waren, aber dann wurde es schon dunkel, und die Rockband begann zu spielen.

Ich war jetzt gar nicht so vertraut mit ihr, obwohl ich das eine oder andere Lied schon mal gehört hatte, was daran liegt, dass ich in jüngster Zeit – jedenfalls wenn ich in der Schweiz bin – nicht mehr die gängigen Radiostationen höre. Was wiederum daran liegt, dass ich alt geworden bin. Was mir an diesem Konzert auch ein bisschen klar wurde. Aber da ging’s ja zum Glück nicht um die Radiostation sondern um ein richtig g…utes Konzert.
Trotzdem und obwohl wir uns über die laute Jugend wunderten, die offenbar gar nicht des Zuhörens wegen gekommen war – was sich nur schon deswegen gelohnt hätte, weil die Band in Schweizerdeutsch singt und so grossen Erfolg damit hat, dass sie demnächst im Hallenstadion auftritt – fanden wir es toll und genossen das Konzert und dachten ein bisschen wehmütig an die Zeiten zurück, als wir noch ganz oft an solche Konzerte gingen.
Und nicht aus dem Rahmen fielen.
Weil wir da auch noch jung waren.

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Still gestanden

„Es gibt keinen schöneren Monat als den November!“, sagte er und ging von dannen.

Ich war baff. Klar schien in diesem Moment die späte Sonne aufs Schönste durch die an den Bäumen verbliebenen Blätter und klar, auch ich liebe es, durch Laubhaufen im Wald zu schlurfen. Aber… der „schönste“ Monat?!
Der Mann, den ich beim Spazieren gekreuzt hatte, meinte es ernst, so glücklich, wie er ausgesehen hatte.

Beim Weitergehen kreisten meine Gedanken um den Monat November. Schon seit ich denken kann, ist der auf meiner Monatsprioritätenliste ganz unten angesiedelt. Der Sommer unwiderruflich vergangen. Weihnachten noch allzu fern (in meiner Jugend) oder schon omnipräsent (seit die Welt vom Konsum regiert wird).
Ob es jemals wieder Frühling werden wird?!

Im November bin ich gefährdet, in eine depressive Stimmung zu geraten und nie wurde mir das so bewusst wie vor einem Jahr, als ich Zeit in Hülle und Fülle hatte. Nicht mal zum regelmässigen Schreiben konnte ich mich durchringen, dabei hatte mir doch Jahre zuvor das sogenannte „Novemberschreiben“ die Tage erhellt und beim ersten Durchlauf war ich vor lauter Begeisterung tatsächlich auf die erforderlichen 50000 Wörter gekommen, auch wenn das Projekt bis heute unfertig blieb.

Und nun ist es also wieder November geworden. Meine Stimmung ist für die Jahreszeit im grünen Bereich. Sie könnte womöglich sogar NOCH besser werden, wenn … ich endlich mal wieder etwas schreiben würde. Dass ich einmal mehr ausgerechnet die Tätigkeit vernachlässigt habe, die mir am meisten Energie gibt, dafür gibt es keine Entschuldigung. Weder dass ich wieder einen festen Job habe, noch, dass er mich fordert und schon gar nicht, dass ich es wie immer zu exzessiv angehe.
Ich laufe dabei Gefahr, die wichtigen Dinge aus den Augen zu verlieren und eins davon – soviel sollte ich doch endlich gelernt haben – ist für mich das Schreiben.

Work Life Balance (interessant übrigens, dass es nicht Life Work Balance heisst…) ist das Stichwort und Schreiben gehört für mich für mich zum zweiten Teil.  
Ich kriege schliesslich auch kein Bares dafür. 

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Schatten im Ferienidyll

Ich hab was im Auge. Seit Tagen schon. Es nervt gewaltig. So muss sich ein Tinnitus anfühlen, nur dass meiner visueller statt auditiver Natur ist.

Wie jedes Übel nahm auch dieses irgendwann seinen Anfang, und das war Freitagmorgen, in der Turnstunde. Eigentlich schon vorher, denn weil es der letzte Schultag war, hatten wir schon eine halbe Stunde früher abgemacht, damit die Zeit für ein Burgenvölkerball reichte, was sie sonst nie im Leben tut. Ein grosser Teil des Reizes dieses Spiels besteht darin, dass man den ganzen Geräteraum ausräumt, damit jede Mannschaft eine Festung errichten kann. Wenn die Sachen aus Platzgründen so akkurat verstaut sind wie in unserem, ist das schon ohne Zeitfaktor eine logistische Glanzleistung.

Die Aktion war grad in vollem Gange, als mir die schwankenden Markierungsstäbe auf ihrem rollenden Untersatz auffielen. Hoppla, das kann ins Auge gehen, dachte ich, und das tat es dann auch. In meins. Just in dem Moment nämlich, als ich das Risiko eliminieren wollte, indem ich das Gefährt aus der Gefahrenzone schob, rammte schon jemand den Mattenwagen hinein, worauf einer der Stäbe umfiel und ergo gegen mein linkes Auge prallte.

Bereits fünf Minuten später war alles wieder im grünen Bereich; die Linse lokalisiert und wieder an den richtigen Platz befördert, der Schmerz abgeklungen – alles paletti.
Die böse Überraschung kam drei Stunden später kurz vor Mittag, als plötzlich ein dunkler Schatten in meinem Auge hin und her zu huschen begann. Davon irritieret fragte ich in der benachbarten Apotheke über Mittag nach, was man davon halte. Das könne man doch sicher vernachlässigen, oder? Das gebe sich bestimmt wieder? Nein, könne man nicht. Das müsse unter fachkundige Augen, sofort, man wisse nie, die Netzhaut und so, hier – eine Telefonnummer wurde mir ausgehändigt – nehme man auch Notfälle, am besten solle ich mich da gleich melden.

Ich konnte für fünf Uhr einen Termin abmachen. Ging ich halt statt nach Hause, um für die Ferien zu packen, noch kurz in die Stadt zum Augenarzt, der sich an illustrer Adresse befand, nämlich am Bellevue. Dort war die Hölle los, denn Jonny Depp wurde erwartet. Er würde sogar, liess man mich wissen, an exakt dieser Tür, also der von der Augenarztpraxis, vorbeigehen, auf seinem Weg in die Kronenhalle. Das war mir gerade ziemlich egal. Erstens weil ich sowieso nichts mehr sah – aus aktuellem Anlass hatte ich meine Kontaklinsen entfernen müssen. Zweitens hatte ich immerhin kein Veilchen davongetragen und das sollte auch so bleiben. Drittens machte ich mir angesichts der grosszügigen Lounch ein bisschen Sorgen wegen des Preises und beschloss, mich doch zu informieren, wie das an meiner neuen Arbeitsstelle mit der Unfallversicherung läuft. Obwohl es daselbst schon ein so langwieriger Vorgang ist, ein paar Bastelartikel abzurechnen, dass man sie lieber gleich selber bezahlt.

Wenig später beschied mir der vermeintliche Augenarzt – er war aber bloss ein Assistent? – dass meine Sehkraft noch ganz toll sei (zusammen mit den Korrekturlinsen, versteht sich). Und noch etwas später checkte eine Augenärztin meine Netzhaut und konnte fürs Erste Entwarnung geben. Zwei kleine Blutungen, ja, aber kein Loch. Das klang gut. Der Schatten habe etwas mit dem Glaskörper zu tun, der sich teilweise von der Netzhaut gelöst habe. Das passiere bei vielen irgendwann im Alter – wie bitte?! – aber bei mir sei dieser Prozess infolge des Schlags eventuell beschleunigt worden. Da könne man jetzt eigentlich grad nichts machen, aber in zwei Wochen müsse ich bitte unbedingt nochmals zur Kontrolle kommen, um die Netzhaut zu überprüfen.
Anschliessend wurde ich in die Ferien entlassen, allerdings mit der Auflage, mich innerhalb von 24 Stunden in einer Klinik zu melden, falls ich Blitze sehen würde, überhaupt nichts mehr sehen würde, oder es schwarze Russflöckchen schneien würde. Eigentlich rechne sie nicht damit, aber sie müsse mich halt aufklären, meinte die Ärztin begütigend.

Wenn sie gewusst hätte, dass sie eine hypochondrisch veranlagte Person vor sich hatte.

Meine Ferien werden im wahrsten Sinne des Wortes etwas getrübt von dem hartnäckig herumschwirrenden Schatten in meinem linken Auge. Leider ist mein Hirn noch nicht so weit, ihn einfach zu ignorieren. Statt dessen sehe ich immer wieder klitzekleine Russflöckchen und während ich mich noch frage, ob die jetzt meiner Einbildung zuzuschreiben sind oder dem italienischen Smog oder bloss dem Umstand, dass ich mir endlich mal wieder eine anständige Sonnenbrille leisten sollte, sind schon längst 24 Stunden vergangen und die Sache ist sowieso gelaufen.

Aber am Gardasee ist es schön. Sehr sogar.

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Ferienhoch

Doch, auch ich hab das eine oder andere Talent. Es ist an der Zeit, dass ich das auch würdige. Leider gehöre ich zu den Leuten, die ihr Lichtlein nicht nur unter den Scheffel, sondern lieber gleich in den Keller stelle. Werde ich gelobt, so erkläre ich wie aus der Pistole geschossen, warum eigentlich gar kein Grund besteht, mich zu loben. Das ist ein Reflex, den zu unterdrücken es mir einfach nicht gelingen will.
Jemand mag meinen Pulli – wo hab ich denn den gefunden? Ist ein Schnäppchen aus dem Ausverkauf. Meine Augen leuchten grad so schön? Die Sonne steht eben im richtigen Winkel. Meine Haarfarbe gefällt jemandem? Ach, ich bin einfach zu faul zum Färben. Die Figur ist ok? Veranlagung – ich bin ja so was von undiszipliniert. Der Schulleiter gibt mir eine gute Rückmeldung nach seinem Besuch? Statt mir selber auf die Schulter zu klopfen und mich zu freuen, ängstigt mich das. Jetzt hat er zu hohe Erwartungen. Beim nächsten Mal merkt er bestimmt, was ich für eine Pfeife bin.

Ab und zu treffe ich zum Glück auf Leute, die sich davon nicht beeindrucken lassen. So wie die Schulleiterin, als es mal um eine Vikariatsstelle ging. „Kein Mann hätte sich so präsentiert wie du (weil ich viel lieber auf meine Schwächen als auf meine Stärken hinweise) !“, sagte sie, „aber zum Glück hab ich auf mein Bauchgefühl gehört.“

Nun ja. Vielleicht bin ich ja nicht die einzige mit dieser Marotte? Oder zumindest nicht die einzige Frau? Oder jedenfalls nicht die einzige Frau AUS MEINER GENERATION?

Aber.

Ich habe tatsächlich ein paar Talente. Eins davon, das ist mir gerade eben wieder klar geworden, besteht darin, andere sich gut fühlen zu lassen. „Sie sind so richtig gut drauf“, sagte die Bedienung eben, als ich zum Frühstück ging. „Da fühl ich mich auch gleich besser.“
Mir passiert das nicht zum ersten Mal. Gut, es gibt sie auch, die Zeitgenossen, die etwas irritiert darauf reagieren, wenn man ihnen direkt in die Augen blickt und dabei vielleicht sogar noch, Gott behüte, lächelt, oder – wie vermessen – gar Laut von sich gibt. Aber die meisten mögen das. Und lächeln womöglich sogar zurück.
Wie schön! Ich sollte mein Talent fördern. Steht das nicht sogar irgendwo in der Bibel?
Schönen Sonntag euch allen.

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Auf dem Weg in den Süden.

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Ich übe mich im logischen Denken

Ich sitze auf dem Balkon und nerve mich ein bisschen und die Biene macht ganz schön viel Lärm. Was wohl die Nachbarn denken? Dass ich mich mit einer Biene herumschlage? Normalerweise ärgert man sich wenn schon um diese Jahreszeit über Wespen, aber Bienen?
Eigentlich ärgere ich mich auch gar nicht richtig, oder wenn, dann eher über mich selber. Die Biene macht einfach (noch) nicht, was ich will. Und auch wenn das ja mein Alltag ist – weil: Die Kids in der Schule machen leider auch nicht immer, was ich will – so nervt es, wie gesagt. Ich wiederhole mich. Es geht aber ja auch grad um „Schleifen“.

Aber keine Bange, ich krieg das noch hin. Am Schluss wird die Biene den Nektar auf allerkürzestem Weg aus den Blüten holen, keinem Monster zum Opfer fallen und das – jawohl – anhand einer minimalen Anzahl von Befehlen. Die Zuversicht stirbt nicht.

Und wer jetzt nicht mehr mitkommt, worum es geht: Willkommen im Club. Ich hab da auch das eine oder andere Fragezeichen. Ich lerne nämlich gerade Programmieren. Naja – so ganz einfach (kurz gelacht) halt. Teil meiner Ausbildung fürs neue Schulfach. Das Gute daran: Man übt damit das logische Denken. Und DAS wiederum könnte der Grund sein für …ach – egal!

Bild: Hussein Twabi, Wikipedia

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Unterschiedliche Ansprüche

Wenn es so etwas gibt wie glückliche Autos, dann kenne ich jetzt eins. Obwohl verbeult, abgewetzt und auch farblich nicht nach der neusten Mode gekleidet, strahlt es heller als der Morgenstern.

Das liegt daran, dass es gestern vermutlich eine „Once in a lifetime“ Erfahrung machte und sich vor Glück kaum mehr halten kann. Man mag mir glauben oder nicht, aber ich bin fast sicher, dass ihm vorne ein paar Tränen aus den Scheinwerfern rannen und ich es leise „Danke“ raunen hörte. Aber das war auch bloss für meine Ohren bestimmt. Hatte ich doch darauf bestanden, es vom Abfall zu befreien und reinigen zu lassen. Aussen UND innen. Obwohl ich nicht zu denen gehören, die dem Zustand ihres Autos eine allzu grosse Bedeutung beimessen gibt es doch Grenzen des Erträglichen. Selbst in den Ferien. Selbst in Israel. Und die waren schon beim letzten Mal überschritten gewesen.
Man will ja nicht nach jeder Autofahrt in Quarantäne!

Diese und nächste Woche wird sich das Auto sehr wohl fühlen. Es schnurrt wie eine sich in der Sonne räkelnde Katze. Was nachher kommt, liegt leider (wieder) nicht mehr in unseren Händen.
Der Clash der Generationen äussert sich nicht zuletzt in Fragen der Hygiene und Ästhetik.

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Israel zu hassen, war eine Sache der Ehre

DAS ist mal eine schöne Gute Nacht „Geschichte“.
Und morgen, so hoffe ich, findet sich noch ein Plätzchen für mich im Flugzeug nach Israel. Bitte Daumen drücken!

faehrtensuche

„Ich wurde geboren, um Juden zu hassen. Es war Teil meines Lebens, ich habe das nie in Frage gestellt. Ich wurde nicht etwa im Iran oder in Syrien geboren. Ich wurde in England geboren. Meine Eltern zogen aus Pakistan dorthin. Ihre Geschichte war typisch für Einwanderer: In den Westen ziehen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben für sich und seine Kinder. Wir waren eine gläubige muslimische Familie, jedoch nicht extrem oder radikal auf irgendeine Weise. Wir wünschten jedem nur das Beste – allen, außer den Juden. Die Juden, so glaubten wir, waren Aliens, die auf gestohlenem muslimischen Land lebten. Eroberer, die einen Völkermord gegen das palästinensische Volk verübten. Unser Hass war daher gerechtfertigt. Und das machte mich und meine Freunde anfällig für die Argumente radikaler Extremisten. Wenn die Juden so böse sind, wie wir immer glaubten, müssen dann nicht diejenigen, die sie unterstützen – Christen, Amerikaner und andere im…

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Im Hier und Jetzt sein

Als ich bei der Bushaltestelle eintreffe, sitzt da dieser Typ. Er ist mir schon gestern aufgefallen, als er vor mir die Strasse überquert hat. Bunte, weite Hosen, ein bis zu den Knien reichendes Hemd, das unter der Kutte hervorschaut, lange Haare und einen imposanten Bart – wüsste ich es nicht besser, so dächte ich, Jesus habe sich ins 21. Jahrhundert verirrt.

Jesus sitzt auf der Bank, ganz versunken, in sich ruhend. Seine meditative Haltung wie aus dem Lehrbuch verrät mir, dass er ein Meister darin ist. Etwas neidisch betrachte ich ihn. Diese Gelassenheit würde ich mir auch wünschen.
Hinter meinem Brustbein flattert schon wieder ein freifliegender Vogelschwarm herum, meine Gedanken gleichen diesen kleinen Bomben von Computerspielen, die explodieren, wenn man sie nicht rechtzeitig festmacht. Und natürlich nutze ich die Zeit an der Bushaltestelle auch noch für einen Blick aufs Handy, wie könnte es anders sein. „Mist“, denke ich, das muss sich ändern.
Ich schiele zu Jesus hinüber, der in unveränderter Position, völlig entspannt auf der Bank sitzt, die Unterarme locker auf den Oberschenkeln, so dass sich die Fingerspitzen vermutlich berühren. Nur schon sein Anblick hat eine beruhigende Wirkung auf mich. Wie kriegt er das bloss hin, den Verlockungen unserer digitalen Gesellschaft und der damit verbundenen Hektik zu widerstehen? Sollte ich mir auch bunte Hosen und eine Kutte anziehen?

Entschlossen packe ich mein Handy weg und mache statt dessen ein paar Schritte, um mich etwas zu bewegen bis der Bus kommt. Um meinen Kopf freizukriegen. Als ich auf der Höhe von Jesus bin, eröffnet sich mir unerwartet das Geheimnis seiner bewundernswerten Ruhe. Seine Fingerspitzen berühren sich nicht ganz.
Sie berühren sein Mobiltelefon, dem seine ganze Aufmerksamkeit gehört.

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Einmal Prinzessin

Die kleine Landspitze rund um St. Gildas, wo die Côte d’Amour auf die Côte de Jade trifft, eignet sich wunderbar, um die wilde Küste zu erwandern. Und für alle, die es ruhig mögen, ist die Pêcherie – funktional und sehr gut ausgestattet – ein günstiger Ausgangsort, um die nähere Region zu erkunden.

Mittlerweile befinde ich mich schon wieder auf dem Weg Richtung Zürich. Als einen letzten Höhepunkt wollte ich an der Loire mal selber in einem Schloss nächtigen. Es handelt sich um eine weiteres chambre d’hôte und ich wurde von der Gastgeberin begrüsst wie eine alte Freundin.

Und da sitze ich nun, am offenen Fenster meines Zimmers, vor mir die Allee, die zum Schloss führt, während mir die Urahnen des Hausherrn von ihren Portraits über die Schulter gucken. Ausser mir ist noch ein junges Pärchen von der Isle of May hier und da es in einem anderen Flügel untergebracht wurde, fühlte ich mich praktisch als Schlossherrin. Den Garten nur teilweise zu begehen dauert eine gute halbe Stunde, und auf meinem Spaziergang stiess ich sowohl auf Rapunzels Turm als auch auf einen malerischen Fluss – beides gehört zum Schloss – in dem ein sehr glücklicher Biber herum schwamm. 

So ruhig wie heute Nacht war es nirgends sonst – überhaupt nichts störte meinen Prinzessinenschlaf, nicht mal, wie erwartet, ein Geist.
Besser kann es kaum werden. Ich muss mir deshalb gut überlegen, ob ich einen weiteren Zwischenhalt einschalten soll oder direkt nach Hause fahre.

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Hätte sich der Prinz mal an die Vorschriften gehalten…

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Immer wieder mal was Neues

Natürlich hätte ich länger bleiben können. Zumal das Wetter in der Bretagne nicht immer so schön ist. Es gäbe noch so viel zu sehen, nebst den eindrücklichen rosa Granitfelsen, den herrlichen Stränden und den frabenfrohen Häfen.

Doch das Weiterziehen reizt mich ebenso. Wo werde ich demnächst schlafen? Wo essen? Wird es mir dort auch gefallen? Das letzte mögliche Abenteuer in unserer Zeit, zumal ich mich wenig bis gar nicht vorbereite, sondern ins Blaue fahre. Aber klar –  selbst diese Art von Reisen ist bequem geworden.

Unterdessen bin ich bei St. Nazaire ehrfürchtig über eine Wahnsinnsbrücke gefahren und habe zuvor Obelix’ „Hinkelsteine“ besichtigt. Mein Zimmer ist gross, schon fast luxuriös, aber ein bisschen düster, was vom hauseigenen Sitzplatz direkt über der am Abend verlassenen Strandpromenade wettgemacht wird. Von hier kann ich den Sonnenuntergang picobello geniessen und habe bloss das Rauschen der Wellen und das Kreischen der Möwen im Ohr. Meine Zimmernachbarn, die für drei Wochen hier sind, haben mich eben begrüsst. Als Beziehungsmensch fühle ich mich da gleich zu Hause.

Der Strand vor meiner Tür taugt nicht unbedingt für den Hochglanz-Ferienprospekt. Wo kein feiner grauer Sand liegt, sind die Felsen mit Algen, Seegras und Muscheln übersät. Dazwischen zu treten empfiehlt sich nicht, sonst läuft man Gefahr, im Schlamm stecken zu bleiben. Auch der Geruch ist nur etwas für Meerliebhaber. Es riecht nicht nach Sonnencreme, sondern nach Seetang. Es gibt sie bestimmt auch, die breiten Sandstrände der Atlantikküste, wo sich die Touristen tummeln.
Fürs erste bin ich aber sehr zufrieden mit diesem hier.
Bei Sonnenuntergang kann ich mir keinen schöneren wünschen.

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Psst…

Schon als ich mit meinem Auto durchs schmale Tor fuhr und den schönen Garten sah wusste ich: In diesen Mauern würde ich mich wohl fühlen. Der Gastgeber arbeitet gerade im Garten und nachdem er mir alles erklärt und mich zu meinem Zimmer geführt hatte, wusste ich, dass er und seine Frau jahrelang in der Welt herum gereist waren, bevor es sie wieder in ihre Heimat zurückgezogen hatte.

Ich wusste auch, dass ich mich in einer ehemaligen Schwesternschule befand, die mittlerweile renoviert worden ist, aber immer noch schöne alte Details aufweist. Jedes der komfortablen Zimmer ist in einem anderen Stil eingerichtet. Meines mit Namen „Charme“ war einst das Domizil der Schwestern und dass nun ein King Size Bett darin steht finde ich witzig.
Die Unterkunft war von anderen Reisenden hoch gelobt worden und ich wurde nicht enttäuscht. Die Lage, die Atmosphäre, der Komfort, vor allem auch das freundliche Gastgeberpaar – ich habe mir vorgenommen, eines Tages zurückkomme, um länger in dieser schönen Gegend zu verweilen.

Ein Geheimtipp – exklusiv für das Lesepublikum der Schreibschaukel.

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Tapetenwechsel

Mein neues vorübergehendes Zuhause ist genauso schön wie mein letztes – von der Lage her aber noch besser. In der Nähe eines belebten Hafenstädtchen, zu Fuss aber nur einen Katzensprung von der naturbelassenen Bucht entfernt, wo der „Sentier des Douaniers“ entlangführt. Den ich demnächst unter die Füsse nehmen werde.

Mal so…

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und mal so…

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Vive la France

Obwohl es sich anfühlt wie im tiefsten Süden, was einerseits an den Temperaturen und andererseits am französischen Flair liegt, befindet sich meine momentane Bleibe nördlicher als mein Zuhause. Das merke ich daran, dass ich kurz nach zehn Uhr  noch draussen ohne Licht schreiben kann.

Ich hatte grosses Glück mit meiner aktuellen Unterkunft. Würde man von weit oben hier drauf gucken, käme man nicht im Leben auf die Idee, daselbst zu nächtigen, fast direkt an einer Hauptstrasse, nicht weit entfernt von einem Kernkraftwerk, von dem sich gewaltige Stromleitungen über die weitläufigen Felder ziehen. Doch das kleine und erfreulich günstige Hotel ist ein Glücksfall. Ein bisschen zurückversetzt von der Strasse ist es nachts sehr ruhig, das Zimmer geschmackvoll eingerichtet, sauber und mit einem sehr bequemen Bett ausgestattet. Jedes der paar ebenerdigen Zimmer hat einen eigenen Sitzplatz neben dem Swimmingpool. Die Lage ist perfekt, um einige der bedeutsamsten Schlösser der Loire zu besuchen, was ich in den vergangenen Tagen ausgiebig getan habe. Eine schöne Gegend ist das hier; kein Wunder haben die feinen Leute ihre Schlösser an der Loire gebaut.

Wie gut, dass ich mir einen Schubs gegeben und mal NICHT nach Südfrankreich gefahren bin, obwohl dort jetzt gerade die Lavendel Felder blühen.
Was mir hier besonders gefällt ist „la table d’hôte“ am Morgen, wo sich die Gäste zusammen um den von der Gastgeberin liebevoll gedeckten grossen Tisch setzen, so dass man zwanglos ins Gespräch kommt. Und darum geht es mir ja, bin ich doch mit dem Vorsatz auf die Reise gegangen, mein aufs Eis gelegtes Französisch zu reaktivieren. Statt einen teuren Sprachkurs zu besuchen – was mir vor Jahren nur mässigen Erfolg beschert hat – ziehe ich es vor, ein bisschen herumzureisen. Das kostet weniger und macht mehr Spass. Wenn man das alleine tut, klappt es mit dem Parlieren, wie ich zu meiner Zufriedenheit feststellen kann. Auch wenn mir ab und zu noch die Worte fehlen. Aber da ich noch mindestens eine Woche unterwegs sein werde, wird das schon noch.

Allerdings – in der Bretagne dürfte es mit dem Hörverständnis noch einen Tick schwieriger werden.

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Der Buchsaumzünsler scheint hier kein Problem zu sein. Womöglich liegt’s an der Sprachbarriere?

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Imageprobleme

Ich bin offen zu dir, sagte die Kollegin: „Sie waren jetzt nicht so begeistert.“
Autsch.
Das sass und sorgte für ein, zwei schlaflose Nächte. Zu streng hatten mich die Kinder gefunden, als ich als Aushilfe an zwei Tagen die Klasse übernommen hatte. Das war gewesen, bevor ich mich für die Stelle, die kurz darauf ausgeschrieben wurde, beworben hatte. Wenn man als Aushilfe kommt, dann ist das Hauptziel (in meinen Augen) nicht, sich möglichst beliebt, sondern den Job zu machen. Was nicht immer ganz einfach ist. Und wenn die erste Frage lautet: „Kann ich du sagen?“, dann tut man gut daran, bestimmt aufzutreten, wenn man es gern anders hätte.

Trotzdem war ich alarmiert, um nicht zu sagen: betrübt.
Selber hatte ich die zwei Tage in guter Erinnerung, was mit ein Grund war, dass ich mir vorstellen konnte, auch langfristig dort zu arbeiten. Am Schulhaus, das altmodisch, zu klein und bar jeden technischen Komforts auskommen muss, mit Abstand meine ungünstigste Erfahrung in diesem Jahr, lag es nicht. Aber an der Arbeit an sich, am Team und an der Klasse – da hatte mein Bauchgefühl den Daumen hochgehalten.

Eigentlich bin ich doch gar nicht so streng (sagt mein inneres Ich)…aber soviel Selbstkritik muss sein, um das zu hinterfragen. Es ist ja nun so, dass mir die sogenannte natürliche Autorität abgeht. Auf den ersten Blick wirke ich ziemlich … äh … nett. Ich gehöre jedenfalls nicht zu denen, die sofort alle durchs blosse Eintreten ins Zimmer zum Schweigen bringen. Darum muss ich mich aktiv bemühen und schon möglich, vielleicht übertue ich mich dabei ja ab und zu. Ziemlich sicher sogar.

Um rund um die gegenseitige Sympathie wieder annähernd einen Gleichstand zu erzeugen, machte ich bald darauf einen Besuch bei der Klasse. Ich erzählte ein bisschen von mir und anschliessend durften sie mich alles fragen, was ihnen in den Sinn kam und ich bemühte mich, ehrlich zu antworten. Kinder mögen es nicht, wenn man um den heissen Brei herumredet. Selber tun sie das im Übrigen auch nicht.

Sind sie verheiratet?
Ja, schon, aber wir mein Mann und ich sind getrennt und wohnen nicht zusammen.
Wieso nicht?! (Unausgesprochene Frage: Waren Sie mit dem auch zu streng!?)

Haben Sie schon mal Kampfsport gemacht?
Ja, aber ich bin nur bis zum gelben Gurt gekommen; ihr braucht also keine Angst vor mir zu haben.

Letzte Woche ergab sich die günstige Gelegenheit, meine zukünftige Klasse auf die Schulreise zu begleiten. Wir waren vier Lehrpersonen – die zwei jetzigen und die zwei zukünftigen – und ich genoss den Tag sehr, zumal ich noch ganz unbeschwert, da nicht verantwortlich war. Während der Stunden, die wir zusammen unterwegs waren, ergab sich genügend Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen, die Namen zu lernen und schon ein bisschen zu erahnen, wer wie tickt. 

Ich weiss nicht, ob mich die Kinder jetzt besser mögen. Ich weiss aber, dass ich sie mag. Und das ist ja schon die halbe Miete.

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Kein Bettmümpfeli

Eigentlich wollte ich eine Weile nichts mehr über Israel schreiben. Nach mehreren Texten im Zusammenhang mit meinen letzten Ferien dachte ich, ich lasse es mal gut sein für eine Weile.

Vielleicht, so dachte ich ebenfalls, ist meine Strategie ja aufgegangen. Von einer anderen Seite hatte ich  ich es mal angehen wollen. Die schönen Seiten des Landes hervorheben. Darauf hinweisen, wie viel dort geschaffen wurde und wird, der misslichen Umstände zum Trotz. Hervorheben, wie wohl es mir dort ist. 

Aber jetzt habe ich kurz vor dem Zubettgehen noch diesen Text gelesen, nach ein paar Tagen zurück in der beschaulichen Schweiz, nach der Schulreise mit meiner zukünftigen Klasse, nach einen schönen Abend mit der guten Freundin, satt und zufrieden.
Dieser Text hat eingeschlagen wie eine Bombe. Er spricht mir aus dem Herzen, er macht mich betroffen, er geht mir unter die Haut.

Und ich habe sofort wieder Sehnsucht nach Israel, was angesichts der Umstände schon fast absurd ist. 

Vor allem aber wünsche ich mir sehr, dass möglichst viele diesen Text lesen. 

 

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Wieder daheim

Es gäbe noch mehr zu schreiben über meinen diesmaligen Besuch in Israel. Zum Beispiel über Igael Turmarkins eindrücklichen Skulpturengarten im Nationalpark Kokhav Hayarden (Stern des Jordans) und die Überreste der Kreuzritterfestung. Über das Museum für islamische Kunst und die temporäre Ausstellung über die Hamsa (Hand der Fatima), von denen eine mir schon seit längerer Zeit als Schlüsselanhänger dient. Vom grossen Markt in Jerusalem und dem kleinen Künstlermarkt am Donnerstagabend in Jaffa. Und vom Essen. Von dem ganz viel! Vom alten Hafen, von malerischen Gässchen und nächtlichen Freiluftkonzerten, die zum Mittanzen einladen.
Von israelischer Gastfreundschaft und davon, dass Israelis sich nicht extra darum bemühen, höflich zu sein, man sich aber auch als Neuling in einer Gruppe immer sofort willkommen fühlt. Von dem schönen Umstand, dass einem das Bloggen zu neuen, netten Bekanntschaften verhelfen kann, was nur indirekt (aber in diesem Fall auch) mit dem Land zu tun hat.

 

Aber.
Das ist ja kein Reiseblog hier. Und – obwohl es manchen vielleicht so erscheinen mag – auch kein Propagandablog für den Zionismus. Wenngleich ich diesem wohlgesonnen bin, das lässt sich nicht verleugnen.
Nein, in meinem Blog schreibe ich einfach über das, was mich aktuell bewegt. Sofern es mich gerade danach gelüstet.

Mittlerweile sitze ich aber wieder auf meinem heimatlichen Balkon, habe heute morgen den Wald begrüsst und schlage mich nunmehr nicht mehr mit Kakerlaken, dafür aber mit Zecken herum. Das Thema Israel wird deshalb wieder etwas in den Hintergrund treten. Obwohl ich das Land bereits vermisse und wehmütig an die herrlichen Sonnenuntergänge und Strandspaziergänge zurückdenke. 

Lehitra’ot.
Bis zum nächsten Mal…

Aber gut, grüner Wald ist auch sehr schön. Trotz der Zecken.

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