Uff – Wochenende

Es reicht jetzt dann mit der Entschleunigung. Mittlerweile pflege ich zwischen neun und zehn Stunden pro Tag zu schlafen und lese soviel wie schon seit Jahren nicht mehr. Täglich mache ich wunderbare Streifzüge durch die Natur und setzte mich endlich wieder regelmässig ans Klavier.  Bloss mit dem Schreiben hapert es nach wie vor. Trotz der vielen Zeit. Viel zu erzählen gibt es natürlich nicht, denn die Tage ziehen gleichförmig dahin. Dennoch ist das keine Entschuldigung. Erwiesenermassen bildet Langeweile doch die beste Grundlage für Kreativität.

Womöglich liegt es daran, dass meine Bildschirmzeit ebenfalls stark angestiegen ist und ich sowieso schon zu oft am Laptop bin? Oder am Tablet. Oder am Schullaptop. Oder am Handy.

Ufe-füre-hindere- und abelade – fast wie in der verhassten Handarbeitsstunde vor einem halben Jahrhundert, als ich stricken lernte. Die eine oder andere Masche fällt ins Leere, aber so langsam nimmt alles Form an.

Während einiges zur Gewohnheit geworden ist, warten täglich neue Abenteuer auf mich, die meine Nerven strapazieren. Nie konnte ich mich mehr in Gelassenheit üben. Am Team-Web-Apéro funktioniert aus unerfindlichen Gründen mein Mikrofon nicht und ich brauche über eine halbe Stunde, um den Fehler aufzuspüren? Der Apéro ist zwar schon fast vorbei, aber was soll’s: Ich rede sowieso zu viel. 

Dafür kann ich jetzt in kürzester Zeit (der Zeitfaktor ist NICHT zu vernachlässigen!!) Videos aufnehmen und in die Klassenseite einbetten in der beruhigenden Gewissheit, dass nicht alle dieses peinliche Teil sehen können, sondern nur die, die müssen. Und die sind sich ja daran gewöhnt, nicht wahr. Die verkraften das. Ich wiederum finde es noch immer seltsam, mehrere Minuten sprechen zu können, ohne unterbrochen zu werden. Aber ganz ehrlich: Es macht trotzdem nicht halb soviel Spass. Ob ich mich in Zukunft noch darauf aufregen werde, wenn es im Schulzimmer zu laut ist? Oder werde ich das dann GENIESSEN? 

Fragen über Fragen. Die wichtigste: Kommen die Kids in zwei Wochen denn wirklich wieder? Und wie viele aufs Mal? Und in welcher Verfassung? Und was dürfen wir dann und was nicht? Noch ist alles sehr unklar und vorläufig arbeiten wir im Homeschooling weiter.  Man möge also entschuldigen, wenn ich am Feierabend nicht auch noch vor dem Bildschirm sitze. 

Aber …es ist ja grad Wochende. 

Yeah!!

tägliches Highlight

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Entschleunigung

Die Sonne scheint mir ins Gesicht. Ich fläze bequem ihm grossen Sessel und lasse mir mit geschlossenen Augen die Sonne, die unser Wohnzimmer flutet, ins Gesicht scheinen. Eben habe ich noch mit einer Schülerin gechattet – Arbeit und Freizeit fliessen momentan ineinander. Es gibt keine festen Arbeitszeiten mehr beim Homeschooling. Die Einzelgespräche per skype oder whatsapp  und die vielen kleinen Lebenszeichen sind ein Highlight meiner derzeit computerorientierten Arbeit. Manchen Kindern fühle ich mich beinahe näher als im lärmigen Klassenzimmer, wo ich immer zu wenig Zeit für alle und alles habe. 

Der Humus hört verschiedene Versionen von „Ne me quitte pas“ und klimpert ein paar Akkorde dazu. Langgestreckt auf dem Sofa erholt sich der Twenager vom heutigen Tag: Der Vortrag per Videokonferenz fürs Forschungskolloquium lief rund und er ist erleichtert. Eine weitere Hürde ist erfolgreich überwunden.

Wir sind alles etwas schlapp, weil wir das mit einem ausgiebigen Apéro gefeiert haben. In der Sonne. In aller Ruhe. Weil wir mehr Zeit haben als sonst.

Ich spüre, wie die allgemeine Entschleunigung in meinem Nervensystem angekommen ist. Könnte es sein, dass ich dereinst einen klitzekleinen Aspekt des Shutdowns vermissen werde? Ich weiss, das darf ich nicht laut sagen, nicht mal denken. Und trotzdem…

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Neuer Jobbeschrieb

Auch meine Welt steht Kopf und das ging von null auf hundert. 

Noch während meines Seminars (Thema Pensionierung, bisschen witzig in der aktuellen Situation) überschlugen sich die Schlagzeilen und uns allen wurde klar: Die machen die Schule dicht. 

So war’s dann auch und das restliche Wochenende ging drauf für hektisches Suchen nach Inhalten fürs Homeschooling und das eilige Verfassen eines Wochenplans. Am Montag sahen wir unsere Kids nochmals,  als sie ihr gesammeltes Schulmaterial abholten. 

Und nun kann ich theoretisch im Pyjama unterrichten. Mit Ausnahme von Videokonferenzen natürlich, aber da kann man auch schummeln. 

An Arbeit wiederum fehlt es mir nicht. Gut, ich erlaube mir, etwas länger zu schlafen, denn der Arbeitsweg und das Einrichten vor Ort entfällt. Dann aber sitze ich stundenlang, und zwar nicht nur an „meinen“ Tagen, in meinem Headquarter – genauer am Esstisch – wo ich zwischen meinem MacBook und dem Schullaptop hin- und her wechsle. Hier geht das und dort jenes (nicht).

Mit meiner Begeisterung für Neues komme ich grad voll auf meine Kosten. Das Skype Konto wurde reaktiviert, ich habe ein Konto bei Zoom, mein privater Whatsapp Kanal wird jetzt auch beruflich genutzt und die Klassenseite, die am nächsten Montag um neun Uhr (von oben verordnet) online geht, sieht schon ganz ordentlich aus, obwohl da noch grosses Verbesserungspotenzial  besteht. Die begonnene Microsoft Team Planung lasse ich noch liegen …falls es länger dauert, wäre das aber ganz praktisch

Ganz nebenbei muss ich natürlich auch noch vorbereiten, und es will gut überlegt sein, welche Inhalte von den Kindern bearbeitet werden können und welche von Vorteil sind, damit sie nicht depressiv werden. Ich muss Arbeitsblätter und Lösungen bereitstellen und natürlich während genau definierter Zeiten online sein für Rückfragen und auch sonst in regem Kontakt bleiben.

Die Mailflut von oben ist nach eineinhalb Wochen etwas abgeflacht aber noch immer kommen viele Infos rein, die gelesen und verarbeitet werden wollen -Lizenzen hier und Lizenzen dort, Hinweise auf Webseiten mit Spezialangeboten, Verordnungen und to do’s der Schulpflege oder der Schulleitung. 

Die Welt steht still, aber nicht so die Bürokratie. Von der Klassenbildung bis zu den Stundenplänen geht’s bereits ins nächste Schuljahr. 

Die Termine müssen eingehalten werden.

Spannend. Und auch ein bisschen nervig, irgendwie. Aber VIEL BESSER als bei allen, die im Gesundheitswesen arbeiten. Ich will also nicht klagen und stürze mich motiviert in mein neues Projekt: Ab sofort arbeite ich im  IT-Bereich.

Ich geh dann mal spazieren. Zum Glück wohne ich am Rande eines Waldes. Da ist alles noch beim Alten.

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Hochzeit auf jüdisch

Wir sind dann zu einer Hochzeit eingeladen, hatte der Humus schon Wochen im Voraus verkündet. Bei mir hatten die Alarmglocken geschrillt. 

Hochzeit! Daran habe ich ein paar gemischte Erinnerungen. Zum Beispiel an diejenige meiner langjährigen Freundin, die mich als Brautführerin auserkoren hatte. Abgesehen von den vielen Vorbereitungen hatte ich mich sehr unwohl gefühlt in dem rosaroten Ballkleid, in dem ich für über zwölf Stunden gefangen war. 

Hochzeitsanlässe, zu denen ich bloss zum Apéro eingeladen war, die gingen ja noch, aber die anderen… na ja, es waren zum Glück nur so zwei oder drei und selber haben sich der Handyman und ich um so eine Tortur gedrückt.

Der Humus ist zwar älter als ich, aber nur daran kann es nicht liegen, dass er mindestens schon zu hundert Hochzeiten als geladener Gast war. Und das Seltsamste: Er freute sich sogar darauf.

?!?!?!?

Der Empfang zur Hochzeit begann um halb acht Uhr. Abends, wohlverstanden.
Du kannst ja einfach mal was anderes als Jeans anziehen, hatte der Humus geraten, und so kleidete ich mich in eine weite und bequeme schwarze Hose, womit ich im guten Mittelmass lag, denn von langen Kleidern bis zum Outdoor Look war alles vorhanden.

Wir stellten das Auto im Parkhaus eines Industriequartiers ab. Was für eine hässliche Gegend. Meine Neugier wuchs. 

Auf der anderen Strassenseite wurden wir durch einen Eingang gewinkt und dahinter – dahinter tat sich ein kleines Paradies auf: Ein schön bepflanzter und mit Kerzen und Lichtern geschmückter Garten, in dessen Ecke schon der Baldachin wartete, versetzte mich von null auf hundert in Feststimmung und ich wähnte mich in einer Geschichte von Tausend und einer Nacht. Dazu trug auch die teils orientalisch angehauchte Rockmusik bei, die neben bekannten Songs aus den Charts dominierte und zu der wir später tanzten.

Beim Empfang ging’s jetzt erstmal um die Begrüssung von Bekannten, speziell des Brautvaters, der uns eingeladen hatte, und das Deponieren unserer Karte mit Scheck (in Israel hat man üblicherweise ein Konto speziell für Hochzeiten…) und dann stürzten wir uns ins Vergnügen. Ringsum waren geschmückte Stände, von Fackeln beleuchtet, wo wir mit verschiedenen kulinarischen Häppchen und Getränken versorgt wurden. Pizza oder Schawarma oder Fisch oder Salate und jede Menge Cocktails … ich musste mich sehr zurückhalten, denn das war ja erst der Empfang…

Wie immer in Israel war es laut und fröhlich und natürlich fand die eigentliche Zeremonie später als geplant statt. Irgendwann hatten sich aber Familie und der Rabbi unter dem Baldachin, der „Chuppa“ in Position gebracht, die Brautleute – sie mit weissem Kleid –  wurden unter allgemeinem Applaus auch dorthin geführt und es ging los. 

Der Rabbi redete (man denke an Hochzeitspredigten hierzulande) nicht sehr lang und laut Humus hatte er Humor und machte auch den einen oder anderen Witz. Tatsächlich wurden seine Ausführungen auch immer wieder von Lachen, Jubeln und Klatschen unterbrochen.

Der Bräutigam überreichte seiner Frau schliesslich den Ehevertrag, die „Ktuba“, der fortan ihr Eigentum ist und bei dessen Nichterfüllung sie klagen kann. Ihr Mann verspricht ihr darin drei Dinge, nämlich Nahrung, Kleidung und Zeit. Und mit Zeit, liebe Leserinnen, ist ganz speziell auch sexuelle Zuwendung und Erfüllung gemeint, denn die spielt in der jüdischen Tradition keine untergeordnete Rolle. Auch das mit dem Ring gestaltet sich etwas anders als bei uns: Die Braut streckte ihren Zeigefinger hoch in die Luft und der Bräutigam steckte gut sichtbar für alle, während das Publikum einmal mehr jubelte, den Ring darauf und machte sie damit offiziell zu seiner Angetrauten. Schliesslich zertrat er noch das Glas zu seinen Füssen, was glücklicherweise auf Anhieb und ohne Kollateralschäden gelang und damit war die Zeremonie vorüber. 

Sie hatte gerade mal angenehme 15 Minuten gedauert.

Anschliessend verschoben wir uns in den Saal, wo für etwa zweihundert Leute gedeckt war. Eine eher kleine Hochzeit, wie der Humus meinte, bei dessen Kinder es etwas doppelt so viele gewesen waren.

Das Essen war ausgezeichnet, die herumwuselnden Kellner und Kellnerinnen, allesamt junge Leute, sehr aufmerksam und schon bald wurde vorne auch wild und lustig getanzt, die Braut immer mitten drin, so dass wir nicht anders konnten, als uns anzuschliessen.

Es war, auf den Punkt gebracht, eine tolle Party!
Ich hoffe, ich werde noch zu vielen Hochzeiten in Israel eingeladen.

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Woran liegt’s?

Drei, maximal vier Jahre hatte der Humus prophezeit. Länger hält die Verliebtheit nicht an, davon ist er überzeugt. Kein Wunder – schliesslich hat er sich einst beruflich mit Hormonen und solchem Zeugs auseinandergesetzt. Tatsächlich hat er sogar einen Doktortitel in diesem Zusammenhang und es schmerzt ihn ein wenig, dass ich dazu tendiere, das zu vergessen.

Warum komme ich dann immer noch so gern und so oft hierher, wo ich doch laut besagter Theorie froh sein müsste, mal eine Weile „sturmfrei“ zu haben? Irrt der Herr Doktor?

Womöglich liegt es an seinem Freundeskreis. 

Der Humus hat es am liebsten, wenn wir seine Bekannten treffen, und hier hat er EINE MENGE davon. Das Schöne daran ist, dass das nicht nur liebenswürdige sondern äusserst interessante Leute sind. Spontan kommen mir die Malerin, der Dozent für Drehbuchschreibende, die Biologin  (sie ist aus aktuellem Anlass sehr beschäftigt…), der CEO eines weltbekannten Unternehmens, die Manager der bekanntesten Kindershow im Land, eine Paartherapeutin, eine preisgekrönte Schriftstellerin (sie hat kürzlich, mit 77, nochmals geheiratet und jede um 50 Jahre jüngere Braut mit ihrer Ausstrahlung in den Schatten gestellt) und der ehemalig Kurator des hiesigen Kunsthauses in den Sinn. Ach, und ein paar andere auch noch, aber was soll’s. Ich war nie jemand, der von Titeln beeindruckt war und daran wird sich auch nichts ändern.
Beeindruckt bin ich aber von Leuten, die etwas zu erzählen haben.

Womöglich liegt es gar nicht an den Hormonen, dass ich so gerne hierher komme…

 

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Regen

Eigentlich wollte ich mich just auf den Weg machen, aber ein Blick nach draussen und das Klatschen des Regens belehren mich eines Besseren. Hätte ich keine Dusche, könnte ich mich jetzt ins Freie stellen. Sogar fürs Haare waschen würde es locker reichen.

Dieser veritable Wolkenbruch hat aber hier, in Israel, eine andere Bedeutung für mich als zu Hause, wo Regen zum Alltag gehört wie die Zahnbürste zum Badezimmer. 

      Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich während der letzten Tage wunderschöne Blumenfelder gesehen habe, manche draussen in der feien Natur, andere in unmittelbarer Nähe einer Industriezone. An einem Ort, wo es den grössten Teil des Jahres über trocken ist, geniesst man die Zeit der Blüte und „Wir gehen Blumen gucken“ ist ein beliebtes Ausflugsthema. 

   Er dauert auch selten so lange wie zu Hause (also tage-, gefühlsmässig wochenlang…) und es kann gut sein, dass schon bald wieder ein Sonnenstrahl hervor blitzt, wie es überhaupt während der letzten Tag mehrheitlich sonnig und warm war.

Ich will aber die Regensaison auch nicht beschönigen, wenngleich die diesjährige aus landwirtschaftlicher Sicht wohl ein Segen war. Der Regen, fällt er in sehr kurzer Zeit und in grossen Mengen auf trockenen Untergrund, kann durchaus gefährlich werden. Es war kein Witz, als mir mein Sitznachbar im Flugzeug vor meinem letzten Aufenthalt Ende Dezember nahe legte, mich auf allfälligen Wanderungen vorzusehen, ertranken doch  vor einigen Jahren Jugendliche beim Zelten in der Wüste nach einem solchen Wolkenbruch. Auch in diesem Winter gab es einige tragische Unfälle im Zusammenhang mit Überschwemmungen. Und wie erleichtert war ich, als wir letztes Mal für meinen Rückflug doch noch rechtzeitig in Ben Gurion eintrafen, nachdem die Autobahn nur noch ganz links und einspurig befahrbar war, während der Rest unter Wasser stand.

Schon bald wird es hier wieder heiss und trocken sein und Regenschauer nur noch eine vage Erinnerung an den Winter. Jetzt ist es grün, sehr grün sogar, und ich werde die Frühlingsgefühle mit nach Hause nehmen, wo ich mich eventuell noch ein Weilchen gedulden muss.

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Diese Oase hab ich vorgestern per Zufall und gleich um die Ecke entdeckt. Und ich nehme es dem Humus sehr übel, dass er – Citymouse die er ist!! – sie mir nicht schon vor Jahren gezeigt hat…

 

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Süsse Verführung

Die letzten Tage des alten Jahres stellten mich auf eine harte Probe.
Meiner Vorliebe für Süsses und einer damit einhergehenden fatalen Disziplinlosigkeit gewahr, vermeide ich es zu Hause tunlichst, mit „Berlinern“ in Kontakt zu kommen.
Im Supermarkt pflege ich mit geschlossenen Augen an ihnen vorbeizugehen. Nicht immer geht meine Strategie auf; es ist nicht einfach, sich mit geschlossenen Augen durch einen Supermarkt zu bewegen. Hat eine Tüte den Weg in meinen Einkaufswagen gefunden, lässt sich das Unheil nicht mehr vermeiden. Im besten Fall bin ich nicht allein zu Hause, so dass ich gezwungenermassen den Inhalt teilen muss, im schlechteren Fall aber…tja.

Hier aber, HIER!!!, werden einem die Berliner praktisch staatlich verordnet. Sie kommen mit dem wohlklingenden Namen Sufganyot daher und man isst sie zu Chanukka (und auch noch länger, wie ich zu meiner leidvollen Freude feststellen muss). Und verdammt, sind sie gut!

Bei Roladin (einer hiesigen Bäckereikette) gibt es sie in zig Ausführungen. Die beste ist und bleibt aber die ursprüngliche Variante, wie wir sie eben unter dem Namen „Berliner“ kennen.

 

 

 

 


In diesem Sinne euch allen nicht nur Shana tova (äs guets Nois) sondern Shana metuka (möge es ein süsses werden…).

 

 

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Zwischen den Zeiten

Irgendwas hat es auf sich mit diesen Tagen.

Zwischen den Zeiten – so hiess mein allererster Eintrag hier. Seither sind zehn Jahre ins Land gegangen und am Samstag feiert die Schreibschaukel Geburtstag. Dann werde ich in den Shabbat hineinschlafen und mich vom Nachtflug erholen.
Wer hätte das gedacht damals…

Zwischen den Jahren heisst das letzte Kapitel von „Krabat“. Das Meisterwerk von Ottfried Preussler gehört zu meinen Lieblingsbüchern und jetzt vielleicht auch zu einigen meiner Schüler und Schülerinnen. Obwohl sie sich etwas mehr Action im Stil von „High Noon“ für den Schluss des Buches vorgestellt hatten.
Dabei… sie werden im Laufe ihres Lebens noch merken, wie viel Action Liebe generieren kann.

Zwischen den Zeiten schreibt sich’s am besten, hat mir mal jemand gesagt. Es wohne diesen Tage eine besondere Kraft inne. Die Abwesenheitsmeldung auf meinem Schulaccount könnte meiner schreibmässigen Kreativität durchaus zuträglich sein.
Vielleicht. Vielleicht auch nicht.

Wir haben Weihnachten gefeiert. Es war schön, wie immer. Same Procedure as every year, wenn auch mit neuen Protagonisten. Der Twenager besteht darauf. Obwohl seit seinem  ersten Auftritt (kurz nach Weihnachten) bald ein Vierteljahrhundert vergangen ist. Kann das wirklich sein?!
Zwischen den Zeiten – vielleicht sollte ich mal wieder in den Spiegel gucken…

Zwischen den Jahren habe ich vor sieben Jahren meine jetzige Wohnung bezogen; ebenfalls vor dreien beschlossen, beruflich nochmals einen Haken zu schlagen.
Beides hat mich einige Nerven gekostet aber gelehrt: Wenn man vorwärts geht, sieht man mehr, als wenn man stehen bleibt.  

Und dass jetzt gerade „Air“ von Bach im Radio läuft, das kann kein Zufall sein.
Wir befinden uns schliesslich zwischen den Zeiten!

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                                                                      Blick in den Spiegel – vor Zeiten.
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Lichterschwimmen

Vor über zwanzig Jahren sah ich zum ersten Mal, zusammen mit dem noch zwergenhaften Twenager, hunderte von Lichtern die Limmat runter schippern.  Wer hätte damals gedacht…

Das Lichterschwimmen gibt es schon fast so viele Jahre, wie ich alt bin. Vor 28 Jahren übernahm einer meiner Kollegen diese Tradition und bastelte fortan mit seinen Klassen die 800 Lichter. Es gab einige Hürden zu meistern im Laufe der Jahre, nicht nur wetterbedingte. So musste die Herstellungsart aus verschiedenen Gründen verändert werden. Glücklicherweise fand sich vor einigen Jahren eine adäquate Alternative. Trotzdem war bis vor kurzem nicht klar, ob der beliebte Anlass auch in diesem Jahr würde stattfinden können. Das lag nicht in erster Linie daran, dass der Kollege kürzlich pensioniert wurde, sondern daran, dass sich lange niemand fand, die Lichter weiter unten wieder aus der Limmat zu fischen, so wie es der Zeitgeist fordert. Es genügt nunmehr nicht mehr, die Lichter im Rechen aufzufangen; es muss sicher gestellt werden, dass auch wirklich nichts in der Limmat verbleibt, was dort nicht hingehört.
Praktisch in letzter Minute gab es grünes Licht. Ein Stadtrat hatte sich ins Zeug geworfen um mit dem Partner Tourismus Zürich, der schon das Handtuch hatte werfen wollen, zu verhandeln. Der Kanuclub hatte sich anerboten zu helfen. 

Und so bastelten die Kinder der 5. und 6. Klasse aus unserem Schulhaus einmal mehr fleissig Lichter, die sie dann pünktlich mit dem sechsten Glockenschlag am vergangenen Donnerstag von zwei Stegen aus wasserten. 

Das Wetter war uns hold – kein Regen und kein Wind – , es fiel auch niemand ins Wasser, und so konnten sich die vielen Zuschauer einmal mehr an diesem schönen Adventsanlass erfreuen. Die Kinder selber, nach getaner Arbeit, bei Punsch und Tirggeln, waren sehr stolz auf ihr Werk.
Und wir waren stolz auf unsere Kinder. Wenn’s drauf ankommt, dann können wir eben doch auf sie zählen.

Und nein: Die Kanuten haben nicht zufällig und unpassenderweise um diese Zeit trainiert, wie einige Zuschauer stirnrunzelnd vermuteten.
Weil sie vor Ort waren, konnte der Anlass überhaupt stattfinden.
Dankeschön und frohe Weihnachten!

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Arbeitsfrust zum Jahresende

Ok, zugegeben – ich bin mit ziemlich vielen Überstunden ins neue Schuljahr gestartet. Ein neuer Job, will man ihn gut machen, bedingt nun mal einen gewissen Effort.

Ich liebe ihn , diesen Job, sogar mehr denn je, trotz der Überstunden. Da ich das Privileg habe, nicht auf einen 100% Lohn angewiesen zu sein, kann ich mir eine Teilzeitanstellung erlauben. Bekannterweise arbeitet man da im Verhältnis tendenziell mehr, ist dafür aber übers Ganze gesehen weniger Burnout gefährdet. Da liegt es auch drin, dass meine Teampartnerin  Mutter von drei kleinen Kindern ist und wir gemeinsame Exkursionen auf ihre Tage legen oder ich ausnahmsweise auch mal eine Sitzung von ihr übernehme. Mache ich gerne, weil: Ich habe Zeit.

Das neue Schuljahr liess nicht viel Spielraum, Überstunden abzubauen: Mitarbeiterbeurteilung (ich durfte zum ersten Mal auch ein mehrseitiges Dossier über meine Arbeit verfassen, was mir schreibmässig glücklicherweise leicht fiel, aber dennoch ein paar Stunden in Anspruch nahm), die Vorbereitung des Übertritts in die Oberstufe mit den damit verbunden Elterngesprächen, zwei kurzfristig eintretende neue Schüler mit zusätzlichem Administrationsaufwand sowie ein paar Zusatzarbeiten im Zusammenhang mit dem Wechsel auf eine Tagesschule verhielten sich konträr zu meinen guten Vorsätzen. Egal – ich habe dieses erste halbe Jahr gut gemeistert, die Freude am Unterrichten trotz Mehrarbeit nicht verloren und mir bereits selber auf die Schulter klopfen wollen, als der Hammer kam.

Ich hätte so und so viele Überstunden und sei zwingend angehalten, diese im Laufe des nächsten Jahres abzubauen, stand in dem Mail des Schulleiters. Dazu müsse ich einen Plan machen, wie ich diese Überstunden zu kompensieren gedenke – er danke mir für meine Kooperation –  und darauf achten, im neuen Jahr meine Arbeit in den dafür vorgesehen so und so vielen Wochenstunden zu erledigen.

Weil ich ein viel zu pflichtbewusster Mensch bin, setzte ich mich, statt nach Hause zu gehen, nochmals an den Computer und rechnete aus, wie viele Stunden ich in den kommenden Monaten irgendwie mit Ferien kompensieren kann, ohne meine Arbeit allzu schludrig zu machen.  Das dauerte höchstens eine halbe Stunde, allerdings war ich etwas ratlos, wo in der Zeiterfassung ich die jetzt aufschreiben sollte. Ich liess es dann bleiben und schrieb auch sonst eine Stunde weniger auf, als ich an diesem Tag gearbeitet hatte. Irgendwo muss man ja mal beginnen mit dem „Kompensieren“…

Überhaupt – diese Zeiterfassung.
Es wird viel geredet über sie. Nachdem ich mich jetzt schon über ein Jahr damit herumschlage, muss ich leider ganz salopp sagen: Was für ein Blödsinn!!

Abgesehen davon, dass sie in verschiedenen Schulkreisen ganz unterschiedlich gehandhabt wird, sind die Sollstunden schlicht zu knapp bemessen. Wenn ich im Klassenlager pro Tag gerade mal zwei Stunden pro Tag zusätzlich zum Unterricht aufschreiben darf, ist das lächerlich, wo ich sogar an einem ganz gewöhnlichen Schultag länger in der Schule bin, aber nicht wie im Klassenlager rund um die Uhr in der Verantwortung stehe. Eine halbe Stunde pro Lektion fürs Vor- und Nachbereiten? Naja…wer selber unterrichte, weiss, was ich meine!

Seit Jahr und Tag stehe ich im Clinch mit mir selber. Soll ich wirklich alles aufschreiben, so wie es die Kollegin, die sich in der Gewerkschaft engagiert und die mir öfters ins Gewissen redet, fordert? Soll ich grosszügig abrunden, weil ich zum Perfektionismus neige und nicht mehr zwanzig bin, also vielleicht auch ein bisschen langsamer geworden bin? Soll ich das Üben für den Tanz oder die Weihnachtslieder, das vorgängige Lesen der Klassenlektüre oder von Fachliteratur wie bisher unter Hobby verbuchen?

So wie ich das sehe, bleiben mir jetzt zwei Möglichkeiten fürs kommende Jahr.
Entweder arbeite ich wirklich deutlich weniger, lasse die Schüler noch mehr selber korrigieren und gehe dazu öfters unvorbereitet in die Schule, was sich nicht nur auf die Qualität des Unterrichts, sondern vor allem auch auf meine eigene Motivation auswirken wird, oder ich frisiere meine Zeiterfassung und schreibe nur noch einen Teil meiner wirklich geleisteten Arbeitszeit auf, womit ich gewerkschaftlich gesehen meinen Kollegen und Kolleginnen in den Rücken fallen würde (und irgendwie auch mir selber).

Ich weiss, dass ich etwas mehr arbeite, als ich müsste. Dafür erwarte ich kein Dankeschön. Was für mich zählt, ist meine eigene Zufriedenheit. Die ist aber gerade stark gefährdet und zum ersten Mal seit eineinhalb Jahren „stinkt“ mir mein Job. Gut, sind bald Ferien. Ich werde versuchen, meine Vorbereitungen fürs nächste Quintal auf ein absolutes Minimum zu reduzieren und wie gefordert Arbeitsstunden abzubauen. Wenigstens auf dem Papier. 

Die Frage ist jetzt bloss: Wer kompensiert mich für meinen Frust?

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Krass

„Das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass wir dieses Lied in der Schule singen – krass.“ Der so urteilt, singt zwar sowieso eher NICHT, aber wenigstens findet er aktuell grad minimalen Gefallen am Nichtsingen. Das ist schön. Weil er sonst nicht bloss nicht singt, es aber jetzt für ein paar Minuten immerhin dabei bleiben lässt. 

Es hilft wirklich, ab und zu einen Song aus den Charts in den Musikunterricht zu integrieren, und dass ich diesen, zu dem wir in der Sportstunde noch einen Tanz einüben – nicht zur Freude aller, aber immerhin der Mehrheit – aus einem Unterrichtsmaterial-Heft für Lehrpersonen habe, das brauchen die Kids ja nicht zu wissen. Sollen sie ruhig denken, ich sei so cool, ha!

Der Text geht noch knapp als schultauglich durch, was ich nicht von allen anderen Liedern, die mir so vorgeschlagen werden, behaupten kann. Da hab ich meine Prinzipien, auch wenn ich privat nicht so wählerisch bin. Und ganz nebenbei kann ich noch etwas Geschichtsunterricht und Sozialkunde betreiben. „Wisst ihr denn, was der Marlboro Man ist?“ Niemand weiss es. Wie sollten sie auch, sie sind ja auch noch sehr jung oder anders gesagt: Ich bin schon sehr alt. 

Also erzähle ich vom letzten Jahrhundert (krass!!) , als man überall rauchen konnte und das auch ausgiebig tat. Als der Bildschirm des Fernsehers oft von Rauchschwaden vernebelt war, weil die Gäste der Talkshows alle einen Glimmstengel in den Händen hielten, als im Kino noch Werbung für Zigaretten lief, als kleine Kinder noch über die Strasse geschickt wurden, um für die Mutter Zigis zu kaufen, bis ich mich im Teenageralter schliesslich weigerte, ihr beim Schaufeln ihres Grabes mitzuhelfen.
Da war die neue Ära schon angebrochen und unser Lehrer pflegte uns in regelmässigen Abständen unappetitliche Bilder von Raucherlungen und -beinen zu präsentieren.
Bei mir, wenngleich mütterlicherseits gefährdet, war das  als Leistungssportlerin eh kein Thema. Darüber bin ich bis heute froh, obwohl es auch ein bisschen schade ist. Ein Joint ab und zu würde mich vermutlich entspannen. Vor allem nach der Musikstunde. 

Aber der Marlboro Man.
Der fehlt schon ein bisschen.

Der gehörte zu meiner Kindheit.
Ich hab den Kindern aber nicht vorenthalten, dass der berühmteste Marlboro Man tragischerweise tatsächlich an Lungenkrebs gestorben ist. Schliesslich hab ich eine Verantwortung. Und überhaupt bin ich das meinem ehemaligen Lehrer schuldig.

 

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Blick vom Mäuerchen

Kürzlich hatte ich Zeit.
So um die zwanzig Minuten rum.
Aufgrund des immer schwer einzuschätzenden Abendverkehrs hatte ich mich rechtzeitig auf den Weg gemacht und war zu früh für meinen Termin. Ich hatte aber nicht nur Zeit, sondern auch Hunger. Glücklicherweise lag mein Zielort gleich neben einem Geschäft, wo ich ein Früchtebrötchen erstand.
Ich befand mich an einer der Verkehrsadern unserer Stadt, bemerkte aber, dass das Haus neben dem, in dem ich erwartet wurde, leerstand. Zu dem Haus gehörte auch ein Mäuerchen, welches Glück! ich schwang mich auf die Mauer, die ziemlich hoch war, und genoss da oben, genüsslich mein Früchtebrötchen verzehrend, die nächste Viertelstunde.
Zeit.
Ich kaute – wenn man Hunger hat, schlägt ein Früchtebrötchen jedes Gourmet Menu – schlenkerte mit den Beinen und freute mich an der Geschäftigkeit um mich herum, die bereits die Ahnung von Feierabend in sich trug. Vorbeifahrende Trams, die letzten Sonnenstrahlen , die sich in den Fenstern der umliegenden Häusern spiegelten, ab und Fussgänger, die meinen Hochsitz passierten. Wann hatte ich zum letzten Mal auf einem Mäuerchen gesessen und mit den Beinen geschlenkert?
Mit einem Mal fühlte ich mich sehr jung und unbeschwert und und glücklich.
Interessant war es, wie die Fussgänger auf mich reagierten. Während einige es tunlichst vermieden, meinem Blick zu begegnen – ich muss hier ergänzen, dass ich fast nicht lieber tue, als „Leute gucken“ – grüssten einige und andere lächelten sogar. Ein Mann mit zwei Einkaufstaschen blieb stehen und wünschte mir mit einem breiten Grinsen „guten Appetit“. „Wie schön!“, sagte er dann, „endlich mal jemand, der nicht ins Handy starrt sondern auf die Welt.“ 

Ja, es ist sehr lange her, seit ich auf Mäuerchen zu sitzen und mit den Beinen zu schlenkern pflegte. Und nicht nur ich bin eine andere, sondern auch die Welt  ist nicht mehr dieselbe.
Aber wie schön sie doch ist, immer noch!

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Hitzige Welle

In den kommenden Tagen soll das Thermometer in Zürich auf 36 Grad klettern soll. Gut bin ich nicht vor Ort – die durchschnittlichen 31 Grad hierzulande sind dagegen die reinste Erfrischung. Und wenn es doch mal zu viel wird, kann man auf die Klimaanlage zurückgreifen. Sie gehört hier zum sommerlichen Alltag wie bei uns die Parkuhr zur Stadt, denn zur Erinnerung: Diese grüne Oase liegt inmitten einer Wüste und auch die Nächte sind tropisch.

Nun ist das natürlich so eine Sache mit den Klimaanlagen und besonders seit Greta ist es ein ganz, ganz böses Wort. So böse, dass man offenbar im Universitätsspital Zürich die Patienten kürzlich bei über 40 Grad im Zimmer schmoren liess. Um die Umwelt zu schonen. Obwohl es eigentlich – und das gehört in Zürich gar nicht zur Grundausstattung – eine Klimaanlage hätte. Jedenfalls stand das so in der Zeitung, aber man weiss ja, dass da auch viel Blödsinn steht. (Oder – böser Gedanke – spekulierte man insgeheim mit dem Ableben einiger sowieso schon überfälligen Patienten? Weil: Das wäre dann letztlich ja am umweltfreundlichsten…)

Könnte es wirklich sein, dass die Klimadebatte mittlerweile solche Kapriolen schlägt?
Ich frage mich manchmal, wohin der ganze momentane Hype führt und befürchte, dass der Schuss hinten rausgehen könnte.

Einerseits:
Ist es wünschenswert, dass sich unter den Kindern eine zunehmende No Future Stimmung ausbreitet und sie auf die Einladung der Lehrerin, mal kurz aus dem Fenster zu blicken, weil es gerade märchenhaft schneit, mit entsetztem Raunen – „Klimawandel…!!! – reagieren? Obwohl es auch schon im April schneite, als die Lehrerin selber die Schulbank drückte, also vor gut 50 Jahren? 

Andererseits:
„Nicht schon wieder…“ ging ein Aufstöhnen durch die Klasse, als ich verkündete, dass das Schulhausthema nächstes Jahr „Umweltschutz“ sei. Ich hatte es geahnt (und für was anderes gestimmt), denn man kann es ja auch übertreiben. Die Kinder hatten in Projektarbeit erst kürzlich Plakate gestaltet und Vorträge gehalten und einige waren an Klimademos gewesen. Aber irgendwie haben sie es langsam über…

Ich bin mir manchmal nicht so sicher, welchen Weg ich als Lehrerin einschlagen soll und spüre ein wachsendes Unbehagen gegenüber der neuen Doktrin, die dazu führt, dass sich die Kids im selben Satz, in dem sie freudestrahlend von den bevorstehenden Ferien erzählen, auch dafür entschuldigen. Weil sie fliegen werden oder nicht mit einem Elektroauto unterwegs sind. Weil damit ihr ökologischer Fussabdruck ins Unermessliche wächst. Wie werden sie das wieder gutmachen können?

Noch wichtiger wäre mir, die Kinder könnten nicht nur ihre Ferien unbeschwert geniessen, sondern auch mit Zuversicht und ohne Angst in die Zukunft schauen. Im Wissen zwar, dass es ernsthafte Probleme zu lösen gibt, aber im Vertrauen darauf, dass man sich dessen bewusst ist und nach realistischen Lösungen sucht. Dass man sich an Fakten hält, pragmatisch darüber diskutiert und so hoffentlich zu Einsichten gelangt, die es uns möglich machen, mit den klimabedingten Veränderungen klarzukommen. Und mit den anderen auch.

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Dieser luftdurchlässige Sonnenschutz wirkt die Hitze wunderbar entgegen.

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Home sweet home

Die Kommentatoren in den Bewertungen hatten sich vor Begeisterung überschlagen. Exzellent, vollständig ausgestattet, in perfektem Zustand, gross, hell und sonnig, blitzsauber, der Gastgeber „very welcoming“. 

Naja. 

Es stimmt, dass unser Gastgeber uns im Vorfeld jeweils innert kürzester Zeit geantwortet hatte. Als wir ankamen, war er aber offensichtlich in Eile und nahm sich knapp 5 Minuten Zeit, um uns die Wohnung zu zeigen. Deshalb fielen uns erst nachher die schmutzigen Handtücher auf dem Boden der kleinen Wäschekammer auf, das nicht weggeräumte, aber immerhin schon abgewaschene Geschirr in der Küche und der kaputte Vorhang, der zerknüllt auf dem Bürostuhl lag, einer der wenigen Sitzgelegenheiten neben Bett und Sofa. 

Auf den ersten Blick war die Wohnung sauber, Böden und Badezimmer geputzt worden.  Als ich aber eine der Türen des grossen Wandschranks öffnete, schlug mir eine Staubwolke entgegen. Im Küchenschrank hatten sich Ameisen übers offene Müesli im Schrank hergemacht und die beiden Palmen auf dem kleinen Balkon schnappten unter der dicken Schmutzschicht nach Luft. 

Obwohl ich ja nicht blöd bin und mir aufgrund der Fotos, die meist schöner aussehen als die Realität, schon geschwant hatte, dass wir nicht in einer Luxusunterkunft landen würden, musste ich erstmal leer schlucken. 

Aber was soll’s. Ich bin in den Ferien, und in den Ferien bin ich immer viel entspannter als sonst. Also nahm ich ganz entspannt einen Putzlappen in die Hand, reinigte den Schrank und beförderte einen Berg Krawatten, Spielzeug, mehrere Hemden in der Originalverpackung, einige Winterjacken, künstliche Blumen und ein paar Skulpturen, mit denen man potenzielle Einbrecher eliminieren könnte, in die hinterste Ecke. Die Pflanzen auf dem Balkon bekamen eine 1A Wellnessbehandlung (ich hab nie so richtig dran geglaubt, dass man mit ihnen kommunizieren kann, aber seit gestern bin ich da anderer Meinung…) und nachdem wir uns noch Sommerdecken und Küchentücher ausgeliehen haben, sowie zwei der drei Fernsehgeräte vom Strom getrennt haben, ist es richtig gemütlich. 

„Sonnig und hell“ scheint mir zwar ein bisschen übertrieben, aber die dicken Mauern des alten Hauses halten die Hitze so gut ab, dass wir bloss heute, am höllischsten Hitzetag der Woche, auf die Klimaanlage zurückgreifen müssen. 

Der kleine Balkon mit Blick ins Grüne und die optimale, aber dennoch ruhige Lage der Wohnung machen den fehlenden Tisch mit Stühlen wett.
Mir gefällt’s.
Es ist eine einfache Wohnung in einem alten Haus (die man mit wenig Aufwand in eine kleine Perle verwandeln könnte) und wir haben tatsächlich alles, was wir derzeit brauchen. 

Ich fühl mich jetzt tatsächlich so, wie es die vorherigen Wohnungsmieter beschrieben haben – zu Hause.

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Fully equipped …?   Immerhin: Kaffee gut, alles gut.

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Ein Lächeln kostet…manchmal Zeit

Shalom.
Shalom. Grund des Aufenthalts?
Ferien.

Wie lange?
Drei Wochen.
Ich kann mir ein Lächeln nicht verkneifen ….DREi ganze Wochen, yessssss!
Wo wohnen Sie?

Bis hier folgt der Dialog dem üblichen Regiebuch, weshalb ich ganz entspannt antworte…
In einer Wohnung in Tel Aviv.

Bei Freunden?
Nein, wir (der Humus ist dank seines Heimspiels kombiniert mit elektronischem Pass schon auf der anderen Seite)  haben sie bei Airbnb gemietet.
Airbnb? Dann ist es keine Ferien- sondern eine Businessreise! Wer Ferien macht, geht ins Hotel!
Ich bin verblüfft.
Was ist ihr Business?
Ich habe kein Business hier, ich mache Ferien.
Bei wem? Bei Freunden?

Ich habe Freunde in Tel Aviv, ja, aber die Wohnung ist via Airbnb gemietet.
Dann will ich jetzt wissen, was ihr Business ist!!!

Mir wird es langsam zu dumm; ich bin irritiert. Ich winke dem Humus zu, augenrollend, der sofort an meine Seite eilt und die Sache mit ein paar hebräischen Worten regelt.
Auf der anderen Seite bin ich immer noch verärgert. „Vergiss es“, sagt der Humus, „der war jetzt nicht der Hellste.“

Trotzdem frage ich mich, wo die Sache aus dem Ruder gelaufen ist. Als ich nicht einfach gesagt habe, dass ich beim Humus wohne? Obwohl das nicht stimmt, weil wir die Wohnung zusammen gemietet haben, und zwar über mein Profil. Dass ich nicht wie sonst sofort einen Namen und eine Adresse aus der Stadt genannt habe? Oder begann die Kacke schon zu dampfen, als ich LÄCHELTE??
Es wäre nicht das erste Mal, dass ich mich damit in Teufels Küche geritten habe…

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Kann sein – kann auch nicht sein

Im Traum sitzen an diesem frühen Freitagabend fast ausschliesslich Frauen, bloss einen Mann erspähe ich weiter hinten. Vielleicht wollen sie alle zu „dem“ Event? Oder aber sie haben, so wie ich, einen Team Anlass? Oder sie kommen von der Arbeit? Obwohl…

Die Stimmung ist ein bisschen gespannt, seit die letzte Fragende vom Tramfahrer ziemlich rüde abgekanzelt wurde. „Jetzt haben Sie doch Geduld! Sobald ich Genaueres weiss, gibt’s eine Durchsage!!“ Die nächste Frau steigt ein, wird nicht schlau aus den verschiedenen Handzeichen mit begleitender Mimik und – wendet sich fragend an den Tramfahrer. 

„ …?“ „ … !! … !!!“ 

Einige schmunzeln, andere sind genervt, man wartet. Nun kommt ein junger Mann ….NICHT!!…doch zu spät, schon streckt er seinen Kopf ins Tramführerhäuschen.

 „ …?“ „ … !!! … !!!!“

Der junge Mann setzt sich konsterniert neben ein junges Mädchen und weil alles nicht so ist wie sonst, beginnen sie miteinander zu reden. Wer weiss? Vielleicht, in zwanzig Jahren, werden sie liebevoll und augenzwinkernd zueinander sagen: „Weisst du noch? Damals?“

Kann sein. Kann auch nicht sein. Vielleicht werden sie sich auch über einen Berg von Alltagsmühseligkeiten grimmig anblicken, beide am Ende ihrer Nerven, und zueinander sagen: „Verdammter Frauenstreik!“

Nachtrag: Während ich noch darauf wartete, dass der entnervte Tramfahrer das Handtuch werfen und ins Mikrofon schreien würde: „Dann seht doch selber, wie ihr in die Stadt kommt – dort geht gerade gar nichts mehr, und zwar wegen EUCH!“, löste sich plötzlich alles in Wohlgefallen auf. Es kam eine Durchsage in heiter freundlichen Ton („Ich darf Ihnen mitteilen, dass die Strecke wieder offen ist“) und das Tram setzte sich in Bewegung. Alle atmeten erleichtert auf, lächelten einander zu und das zukünftige Pärchen vor mir unterhielt sich weiterhin angeregt.

Ich hoffe auf die erste Zukunftsvariante. 

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Ruhe vor dem Sturm

Frühstück auf dem Balkon – gelobt seien meine unterrichtsfreien Tage. Schon fast fühlt es sich an, als wäre ich in den Ferien. Da kratzt mich die Sommerhitze nicht, ganz im Gegenteil. Ich kann mich dann schon mal auf mehr einstellen. 

Die Temperatur zu dieser Zeit noch angenehm, Vogelgezwitscher, dass sich mit klassischer Musik aus einem offenen Fenster mischt, das Hupen der Autos im Stau dringt nur von weitem an mein Ohr – ich befinde mich im Auge des Sturms. Es ist einer der letzten geruhsamen Tag vor dem Endspurt. Sporttag, Zeugnisse machen, Klassenlager, Schuljahresende… in etwas weniger als drei Wochen ist’s geschafft (und ich werde es wohl auch sein). Ein weiteres ereignisreiches, manchmal zwar stressiges, aber dafür auch lehrreiches Schuljahr geht seinem Ende entgegen.
Ich bin angekommen. Und steige deshalb frohgemut für eine vorläufig letzte Runde in den Ring

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Fernsehmarathon

Yesss, ich habs wieder mal getan. 

Ist schon eine Weile her seit dem letzten Mal, wie meine Recherche ergeben hat. Und ich bin stolz darauf, bis zum Ende durchgehalten zu haben, auch wenn ich jetzt in den Seilen hänge.

Geholfen hat die Tatsache, dass der Eurovision Contest in Tel Aviv ausgetragen wurde. Da gab’s kein wenn und aber – wir positionierten uns mit viel Knabberzeugs und Getränken vor dem Fernseher, um den Abend zu überstehen. 

Der begann überraschend gut, denn zuerst gab’s eine Doku über die Stadt unseres Herzens und selbst wenn die etwas eindimensional daherkam; man konnte sehen, dass auch Sven Epiney angetan war von der pulsierenden Metropole und ihrer offenen Atmosphäre. Mit wachsender Vorfreude auf die Sommerferien stellte ich mich anschliessend der Herausforderung. 

Die Musik war grösstenteils nicht nach meinem Geschmack, leider, immer noch nicht oder je länger je weniger, aber darum ging’s ja letztlich auch nicht (nur). Es war schön zu sehen, wie so viele verschiedene Länder miteinander können, und dass „wir“ ganz vorne mitmischten, schadete der Motivation dranzubleiben auch nicht.

Ausserdem gaben die Teilnehmenden wie immer ihr Bestes, und auch im schlechtesten Fall kann man das, wie ich finde, estimieren. 

Ein bisschen verstörend war einzig der Auftritt der Isländer, der durch ausserordentlich Hässlichkeit auf allen Ebenen herausstach, und bei dem ich mich im Nachhinein auch noch fragen muss, wo die Truppe ihr Hirn gelassen hat. In Gaza würden sie in ihrem Kostüm nämlich keine fünf Minuten überleben, Palästinenserflagge hin oder her.

Es wurde viel geschrieben und palavert im Vorfeld dieses Grossereignisses. Ich für meinen Teil freue mich darüber, dass der Wettbewerb in Israel ausgetragen wurde und einige der vielen Millionen Zuschauer vielleicht eine Ahnung davon erhaschen konnten, dass dieses Land eine Oase in Bezug auf Toleranz und ist.
Auch wenn ihnen was anderes erzählt wird.

Immer noch eins meiner Lieblingslieder eines ESC (2010). Dieses Jahr hätte das Lied des Themas wegen bestimmt gepunktet.
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Schon komisch…

…die Bilder, welche die Berichten über den neusten Konflikt rund um Gaza und Israel illustrieren. Ein Beispiel aus der heutigen NZZ online, die noch am ausgewogensten durchgehen mag.

Das erste Bild zeigt eine nächtlich beleuchtete Stadt mit glitzernden Linien am Himmel (Raketen aus Gaza) .
Sieht richtig nett aus. Könnte auch ein festliches Feuerwerk sein. Von Einschlägen ist nichts zu sehen. Die haben schliesslich einen Iron Dome (der aber leider nicht alles abfangen konnte, was zu Toten, Verletzten und beschädigten Häusern führte).  Und überhaupt – wieso haben die sowas? Wie unfair!!! Die bräuchten sich doch überhaupt nicht zu wehren…

Das zweite Bild zeigt eine schwarze Rauchsäule nach einem Einschlag in Gaza.
So sieht richtiger Krieg aus. Nicht mit Glitzereffekt, sondern drohender, schwarzer Rauch, der zum Himmel steigt Es ist schon jetzt wieder klar, wer hier der Bösewicht ist.

Das dritte Bild zeigt einen Mann, der auf einem riesigen Trümmerhaufen thront. 
Das Bild weckt den Anschein, es könnte sich um sein Haus handeln. Die Bildunterschrift spricht aber von „ein“ Haus und nicht von „sein“. Wäre es seins, so würde das breitgeschlagen. Ich zweifle gar daran, dass das ein „frisches“ Trümmerfeld ist… (der schwarze Rauch fehlt!) Ausserdem posiert der Mann so gut da oben, dass er glatt zu GNT könnte.

Ja, ich weiss, jetzt werde ich fies. Dabei tun mir die Menschen in Gaza ebenso leid wie die in Israel. Vielleicht sogar noch ein bisschen mehr, weil die Hamas kürzlich bei einer Säuberungsaktion x Leute umbrachte und weitere folterte. Das interessiert die Welt dann nicht so.
Aber wenn’s hart auf hart kommt, dann stehe ich auf der Seite derjenigen, die in meinen Augen ein Recht darauf haben, sich zu verteidigen.
Kein anderes Land auf der Welt würde sich das so bieten lassen…

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Ich hänge dran

Die Ferien neigen sich dem Ende zu. Eigentlich wollte ich hier noch was Lustiges schreiben und meine gestrige Einladung unter einen fremden Schirm launig in Szene setzen.
Nun brauch ich aber einen Schirm anderer Art, denn die Berichterstattung im Zusammenhang mit den jüngsten Ereignissen lässt mir gerade den Humor vergehen. 

Vom Humus, der noch im Land weilt, wusste ich schon von den gestrigen ununterbrochenen Raketenbeschüssen aus dem Gazastreifen. Sie hatten Tote und Verletzte gefordert und einmal mehr wird die Bevölkerung, die in den Schutzräumen ausharren muss, in Angst und Schrecken versetzt. Im Süden blieben zudem die Schulen heute, am ersten Tag der Woche, geschlossen. Und ja, auch in Gaza gab es aufgrund der Reaktionen Opfer, nicht wenige sogar, obwohl nicht klar ist, aus welchen Quellen die Zahlen stammen, und obwohl die israelische Armee im Gegensatz zur Hamas nicht gezielt auf Zivilisten hält. Ein riesengrosser Schlamassel ist das wieder mal.

Ich wusste natürlich schon, was mich erwartet, und als ich den ersten Artikel heute Morgen las, verging mir die Lust auf weitere. Ulrich W. Sahm, Nahost-Korrespondent, hat ebendiesen Artikel analysiert und mir aus der Seele geschrieben.

Vor drei Tagen noch habe ich anlässlich des Holocaust Memorial Day’s Berichte von Überlebenden gelesen und Videos geschaut. Eins davon, das mich aus verschiedenen Gründen persönlich berührt hat, hiess „lust for life“. Diese Lust aufs Leben ist es, was dieses Volk am Leben erhält, trotz all der Widrigkeiten, mit denen es sich konfrontiert sah und sieht. Diese Lust aufs Leben ist es vielleicht jeweils, die mich so beeindruckt und mich durchdringt, wenn ich dort bin. Diese Lust aufs Leben wird Israel vorgehalten. In Tel Aviv ist „business as usual“ angesagt (Zitat aus der heutigen Tagesschau). Pfui. Wie kann man nur. Wo doch weiter südlich und in Gaza gerade mal wieder der Krieg tobt.
Ja, man kann. Man muss sogar. Sonst könnte man sich auch sofort die Kugel geben.
Dass gerade jetzt wieder die Post abgeht, ist nun ja kein Zufall. Vor drei Tagen Memorial Day, in weiteren drei Tagen Independence Day und irgendwann dann auch noch der Eurovisions Contest – das gefundene Fressen für die Hamas. Es ist ein altbekanntes Muster.  Egal was läuft oder nicht läuft – Israel wird sowieso an allem Schuld haben.

Heute wollte ich mich von der ganzen Misere ablenken und stürzte mich in Vorbereitungen für die Schule. Bei einer Recherche zur nächsten Klassenlektüre stiess ich aufs Ölboykott von anno 1973. Da ich mich vornehmlich an den mir damals äusserst willkommenen autofreien Sonntag erinnere, an dem ich mit den Rollschuhen kreuz und quer durchs Dorf sausen konnte (das Ölboykott also gerne noch länger hätte dauern sehen), wollte ich es noch etwas genauer wissen.
Allein – mir war keine Ruhe vergönnt, denn siehe, wessen Schuld war das Ölboykott letztlich?
Natürlich war Israel schuld. Wer sonst? Wie kam dieses Land auch dazu, sich zu wehren, als es am Abend von Yom Kippur, dem höchsten Feiertag, überraschend angegriffen worden war.
Der Humus, ein paar Jahre älter als ich, aber auch noch sehr jung, musste in den Krieg und konnte sich in den darauffolgenden Tagen von seiner unbeschwerten Jugend verabschieden. Einige seiner Freunde  hatten weniger Glück und verabschiedeten sich vom Leben.
Aber die, die noch da sind, die hängen dran.
Und ich, ich hänge an Israel. Was will man machen?

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