Gestörte Nachtruhe

Seit viereinhalb Jahren wohne ich in der Stadt. Nicht mittendrin – das wär’ jetzt nicht so meins. Obwohl ich der Geschäftigkeit der Stadt nicht abgeneigt bin und mich oft und gern im Zentrum aufhalte, bevorzuge ich doch den gesunden Schlaf, den mein Quartier garantiert. Hier kann ich auch im Sommer das Fenster auf lassen und wie schön ist es, zum Zirpen der Grillen einzuschlafen! Keine Ruhestörungen von Jugendlichen, die mitten in der Nacht lautstark eine Diskussion führen.

Kürzlich allerdings wurde ich aus meinen Träumen gerissen. Heisere Stimmen drangen an mein Ohr. Sie waren ziemlich laut. Immer aufgeregter tönten sie zu meinem Fenster herauf, an Schlaf war nicht mehr zu denken. Schliesslich schälte ich mich aus der Decke und wankte ins Wohnzimmer, um einen Blick in die dunkle Nacht zu wagen. Und da sah ich sie! Zu dritt waren sie und die Diskussion war im vollsten Gange. Hin und her ging’s, sie schlugen nur so um sich mit Argumenten. Während zwei Mitglieder der Gesprächsrunde mitten auf unserer Wiese sassen, bewegte sich das dritte ruhelos zwischen ihnen. Vom einen zum anderen tänzelte es und schien doch keinen Erfolg zu haben mit dem, was ihm ofenbar am Herzen lag.

Und ja – es handelte sich um Jugendliche. Eindeutig. Ich kann leider nichts anderes berichten. Ich will ja keine Vorurteile schüren, aber in einem gewissen Alter weiss man sich offenbar einfach noch nicht zu benehmen.
Da ich nun sowieso hellwach war, beobachtet ich die drei Ruhestörer eine ganze Weile, fasziniert von ihrer Unverfrorenheit. Wie schön es doch sein muss, dachte ich mir, so ganz unbeschwert seinen Neigungen nachgehen zu können. Herrlich, wenn einem der Rest der Welt so egal sein kann.

Obwohl – ganz so egal war’s ihnen vielleicht doch nicht. Als nämlich irgendwo das Licht anging, schreckten die drei Halbstarken auf und schwupp, – weg waren die drei Füchse.
Vermutlich, um sich in den nahen Wald zu flüchten.

Ich überlege mir, ins Zentrum zu ziehen. Dort ist es eventuell doch etwas ruhiger des Nachts.

 

(Un)ordnung muss sein

 

IMG_1873„Da muss ich ein Panoramabild machen“ sagt der Twenager mit fachmännischem Blick. „Sieht ja toll aus.“
Er ist mein Kind und hat deshalb ebenfalls einen Hang zur Ordnung, was mit ein Grund für unsere immer noch erfolgreiche Wohngemeinschaft sein mag. Deshalb rechne ich es ihm hoch an, dass er nicht in Tränen ausbricht, als er unser Wohnzimmer betritt. Vorsichtig tut er das, denn kaum ein Zentimeter des Bodens ist noch frei. Bis am Sonntag ist wieder Ordnung, das hab ich ihm versprochen, dann hat er nämlich Besuch eingeladen.

Die letzte Schulwoche war hektisch, wie alle letzte Schulwochen, und obwohl ich schon Wochen zuvor angefangen hatte mit Aufräumen, füllte ich am Schluss wahllos Papiertaschen, um rechtzeitig denn Schlüssel abgeben zu können. Ich wollte nicht mehr während der Ferien zurückkommen müssen, denn das hätte mich deprimiert. So sicher ich mir auch bin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, so sehr wurde mir gerade während der letzten Tage doch auch bewusst, was ich aufgebe. 
Ich werde von nun an nicht mehr Teil dieses liebenswerten und fröhlichen Teams sein. Das ist trotz allem eine harte Nuss.

Es ist aber nicht so, dass ich jetzt zu Hause sitze und mich gräme. Ich tu mich jeweils schwer mit wichtigen Entscheidungen, aber sind sie einmal getroffen, bereue ich sie nicht. Ich freue mich unbändig über meine Auszeit. Diesmal hab ich wirklich Ferien und sie werden so lange dauern, wie ich das möchte (oder solange mein Portemonnaie das zulässt).
Jedenfalls nachdem ich DAS HIER aufgeräumt habe.

Im Moment versuche ich mehr oder weniger erfolgreich, eine Ordnung in mein Schulmaterial zu bringen. Bücher, Spiele, Lernkarten, Bastelmaterial, Unterlagen, die man vielleicht doch mal noch brauchen könnte. Was werfe ich weg und was behalte ich? Und wie verstaue ich das alles platzsparend und doch so übersichtlich, damit ich es bei Bedarf zur Hand habe? Wenn ich in einigen Monaten mein Wanderjahr beginne und als Aushilfe arbeite, um an verschiedenen Orten zu schnuppern, bevor ich mich wieder festlege, dann wird das von grosser Wichtigkeit sein. Die tollsten Sachen nützen nämlich nichts, wenn man sie nicht findet. Oder gar nicht mehr weiss, dass man sie hat.
Was ich während des Aufräumens nämlich alles gefunden habe …es ist fast ein bisschen schade, dass ich das Zeug für eine Weile nicht brauchen werde!

 

Flashback

Letzte Woche wurde ich nach längerer Zeit wieder zur Kirchgängerin; gleich zweimal war ich dort.
Es war eine eher kleine Kirche die mir optisch sofort gefiel. Schlicht gehalten, hell, mit schönen Glasfenstern, der Chor spärlich möbliert, aber mit einer kunstvollen Kuppel geschmückt.
Ein Raum, in dem man atmen konnte.

Obwohl der Anlass kein erfreulicher war, konnte ich mich beim zweiten Mal auf die entspannende Atmosphäre einlassen. Dazu trug auch der Pfarrer bei, ein stattlicher und behäbiger Mann, für den, so schien es mir, Stress ein Fremdwort zu sein scheint.
Am gestrigen Sonntag drehte sich passend zum Ferienbeginn alles um die Vorzüge der Pause, von der lustigen Anekdote zu Beginn über die Lesung zum modernen Gleichnis, und auch in der Predigt strich er die Wichtigkeit einer regelmässigen Auszeit heraus. Damit war nicht bloss Niederlegung der Arbeit gemeint, denn häufig machen wir uns in der Freizeit ja fast noch den grösseren Stress als im Job.

Wäre die Predigt vor 50 Jahren vielleicht noch fehl am Platz gewesen, so hatte sie nun schon fast revolutionären Charakter.
Damals waren die Sonntag noch geruhsam; die Pause wurde eingehalten. Ich erinnere mich an das träge Voranschreiten der Stunden, die allwöchentliche Sonntagsrituale, ein bisschen langweilig vielleicht, aber eben auch erholsam durch ihre unerbittliche Regelmässigkeit. Über die Strassen legte sich eine eigentümlich Ruhe, alles wurde leiser, langsamer. Der Alltag mit der damit verbundenen Mühsal verschwand für eine Weile hinter einem Schleier. Der sonntägliche Soft Filter.

Uns modernen Menschen wäre so etwas nicht mehr zuzumuten. Wir wollen auch am Sonntag einkaufen und unseren Freizeitbeschäftigungen nachgehen können, ja, gerade am Sonntag sind oft sogar noch aktiver als während der Woche. Wir wollen das Bestmögliche herausholen aus dieser Zeit, die ganz uns gehört.

Ein bisschen schade ist das schon, dachte ich gestern, und sehnte mich einen Moment lang nach den langweiligen, aber eben auch entspannenden Sonntagen meiner Kindheit zurück.

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Vorfreude

Ich schwelge gerade im schönen Zustand der Vorfreude, wenn das ersehnte Ereignis zwar noch nicht da, aber auch nicht mehr fern ist. Ausserdem bin ich recht zufrieden mit mir, war ich doch effizient im vergangenen Jahr.

Nicht nur habe ich auf meiner to do Liste ein paar entscheidende Punkte abhaken können, sondern auch wieder eine grössere Entscheidung getroffen, Anfang dieses Jahres bereits. Aus diesem Grund werde ich in vier Tagen meine beruflichen Zelte abbrechen um sie dann, nach einer kreativen Pause, woanders wieder aufzubauen.

Vorfreude mischt sich mit Wehmut. 

Ich lasse viel Schönes zurück, vor allem mir lieb gewordene Menschen, aber so ist das nun mal, wenn man weitergeht. Und wie heisst es doch? Man soll die Party verlassen, wenn sie am schönsten ist.
Nun muss ich ehrlicherweise anfügen, dass die Party nicht immer gleich schön war, ja, dass es durchaus Zeiten gab, in denen ich an meine Grenzen kam und mich und meine Aufgabe im Leben zu hinterfragen begann.
Gut dass mich die Vergangenheit gelehrt hat: Es gibt immer die Option, etwas zu ändern und auch wenn sie ein nicht zu vernachlässigendes Risiko birgt, ist das immer noch besser, als sich den Rest seines Lebens zu fragen, ob man nicht besser …
… ja – was eigentlich? 

Ich weiss es noch nicht genau. Es herauszufinden, wird meine Aufgabe für die nächsten Monate sein. Zum Glück ist der Stellenmarkt für Lehrerinnen immer noch günstig, so dass ich hier und da erst mal schnuppern kann, bevor ich mich wieder festlege und hoffentlich eine für mich passende Stelle finde, um meine Kreativität wieder mehr ausleben zu können.

Erstmal ist Durchatmen angesagt, denn ich gönne mir ein Sabbatical. Lesen, Musizieren, Wandern (endlich wieder!), vor allem aber: Schreiben. 

„Gehst du auf eine Reise?“, werde ich oft gefragt?
Ja. Doch. Irgendwie schon. Auch wenn sie mich nicht zwingend in weite Ferne führen wird.

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Advanced in years

Es war nicht sehr erhebend, die Fragen vor Testbeginn beantworten zu müssen.
Betreffend Alter und Lerndauer wählte ich gezwungenermassen die untersten Felder (scrollen, scrollen, scrollen – der erste downer).
Weder habe ich einen Kurs besucht noch verfüge ich bereits über ein anderes Zertifikat. (Hier wäre vermutlich Lügen angebracht gewesen …zu spät).
Immerhin konnte ich einen Grund für meine Anwesenheit angeben: Die „Zurich University of Teacher education“ hatte mich dazu bewogen, mich früh am Samstagmorgen hier einzufinden und damit…

…ging’s dann auch schon los.

Und jetzt liegt das Advanced hinter mir – für den Moment wenigstens – und wenn ich ganz viel Glück habe, dann hätte ich nach der Didaktik Prüfung und allen anderen zu erfüllenden Aufgaben auch die letzte Hürde geschafft und damit mein Englisch Ergänzungsstudium unter Dach und Fach gebracht.
Schön wär’s.
Eigentlich ist das aber gar nicht so wichtig, denn die Erfahrungen, die ich in diesem Jahr und gerade auch während der letzten Wochen, in der eigentlichen Lernphase, gemacht habe, sind unbezahlbar.
Vor einem Jahr noch raufte ich mir die Haare, um wenigsten das Login ins Studiweb gebacken zu bekommen. Im Verlaufe dieses Jahrs dann habe ich mich wieder in eine Studentin verwandelt, ungeachtet meines beträchtlichen Alters.
Was heisst wieder? Ich war gar nie Studentin, denn zu den Zeiten, als ich meinen Beruf „erlernte“, nannte sich die Ausbildungsstätte noch nicht Hochschule.
Ganz nebenbei habe ich interessante Leute kennengelernt, tonnenweise Anregungen gekriegt und sogar ein kurzer Auslandaufenthalt lag drin.
Vor allem anderen aber habe ich mich wieder mal hingesetzt und gelernt und zwar was das Zeug hält. Lassen Sie sich nicht täuschen, sehr geehrte Damen und Herren von der Cambridge Truppe – das geht auch ohne Kurs; Bücher und Internet sei Dank. Und das Schönste: Ich bin je länger je mehr auf den Geschmack gekommen.
Während ich nämlich stundenlang gebüffelt habe sind mir ein paar Dinge klargeworden.
1. Es macht Spass zu lernen.
2. Es ist motivierender, wenn man ein konkretes Ziel vor Augen hat.
3. Man kommt mit der Zeit wieder in Schuss.
4. Das geht auch mit 57 Jahren noch – ja, es ist sogar sehr wichtig, weil es das Gehirn in     Schwung hält.

Ich war heute mal wieder mit Abstand die älteste im Raum. Aber ganz ehrlich: So jung hab ich mich schon lange nicht mehr gefühlt, wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen.
Also WTF falls es nicht gereicht haben sollte? Dann mach ich das halt noch einmal!
Im fortgeschrittenen Alter.

Wo ist zu Hause?

Ich sitze gefühlsmässig mal wieder in einem Schnellzug.
Noch während die schöne Zeit in England aus dem Blickfeld driftet, breiten sich vor mir bereits gelbe Rapsfelder aus, weidende Kühe in allen möglichen Schwarzweiss und Braun Varianten, der Bodensee, Cumuluswolken, die jedem Segelflieger das Herz höher schlagen lassen, flanierende und Eis schleckende Menschen jeglichen Alters, das erste Sommergewitter und der Geruch der Tropfen auf dem noch sonnenwarmen Boden. Wie schön die Schweiz doch ist! Wie gut, dass der ganze Sommer noch vor mir liegt!

Dennoch schweifen meine Gedanken öfters zurück nach England, wo ich eine so gute Zeit verbracht und mich praktisch zu Hause gefühlt habe. Obwohl – vielleicht lag der Reiz gerade darin, dass ich es nicht war, sondern mir für eine begrenzte Zeit ein anderes Leben übergestreift habe, auch wenn es darin gewisse Parallelen gab.

Wunderbar, dass ich auch dort im Grünen wohnte, des Morgens von Vogelgezwitscher geweckt wurde und mich am Abend aufs Nachhausekommen freute. Wer hätte das nicht, so idyllisch, wie ich wohnte, in meinem eigenen klitzekleinen Cottage inmitten eines grossen Gartens (der einem sehr netten Ehepaar gehört). Am Morgen setzte ich mich nicht ins Auto, sondern spazierte zur nahegelegenen Busstation, wo ich brav die Hand hochhielt, wenn mein Bus in Sichtweite kam und jeden Tag aufs Neue voller Hochachtung für die Fahrer war, die das Gefährt mit stahlharten Nerven durch die engen Landstrassen steuerten.
In der Schule angekommen trug ich mich auf der Liste ein und begann meinen englischen Schulalltag. Der war natürlich um einiges entspannter als daheim, weil ich hier ja nicht in der Verantwortung stand, sondern vornehmlich profitieren durfte. Das tat ich auch und ich konnte tonnenweise gute Ideen und Anregungen mitnehmen aus den drei Wochen. Ein bisschen neidisch war ich auf die moderne Ausstattung; wie gern hätte ich so ein cooles Smartboard in meinem Schulzimmer!
Bald schon fühlte ich mich als Teil des Teams und auch die Kinder akzeptierten mich schnell. Da assistant teachers gang und gäbe sind in England, kam es auf eine mehr im Zimmer nicht mehr an und ich fühlte mich nicht als Fremdkörper. Es ist natürlich überall so: Man kann Glück haben oder nicht und ich hatte welches (nicht alle hatten es offenbar so gut getroffen wie ich). Als ich nach drei Wochen, nach einem sehr berührenden Abschied, den Heimweg antrat, fühlte es sich eher an, als ob ich meine Heimat und gute Freunde verlassen müsste.

Aber gut – man setzt sich in den Zug, der fährt los, und schon bald ist man gefangen von all dem Neuen oder Altbekannten, das sich vor einem auftut und deshalb denke ich jetzt, eine Woche später, zwar immer noch mit ein bisschen Wehmut an mein englisches Leben und die vielen liebenswerten Menschen darin zurück, aber ich komme nicht umhin zu bemerken, gerade an einem Tag wie heute, wie schön auch mein Schweizer Leben ist.

Und vielleicht – vielleicht kommt es gar nicht so drauf an, in welchem Leben von all den möglichen Leben man ist (vorausgesetzt natürlich, man ist nicht in irgendeinem Katastrophengebiet gelandet), sondern dass man es mit offenen Augen und noch viel mehr mit offenem Herzen begrüsst. Dann kann man sich wohl überall zu Hause fühlen.

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„Muh“ oder „Moo“?

Mal was anderes

Obwohl meine diesmal ausfallen – ich mach gerade Ferien von meinem Leben. Nein, diesmal sind es keine gebrochenen oder zu ersetzenden Knochen; ich darf in die Lehre an einer englischen Schule. Knappe drei Wochen verbringe ich hier und bereits nach den ersten Tagen fühle ich mich so wohl wie ein an Land gegangener Frosch.

Der umgebaute Stall, in dem ich wohne, und der mitten in einem grossen Garten im ländlichen Surrey steht, ist museumswürdig, lässt es mir aber an nichts fehlen, so dass ich mich jeden Tag aufs Nachhause kommen freue.

Auch in der Schule, wo ich herzlich aufgenommen wurde, habe ich mich gut eingelebt. Als Assistentin sind meine Arbeitstage bedeutend kürzer als üblich und meine Rolle lässt eine entspannte Haltung zu. Die vielen neuen Eindrücke fordern mich dennoch.

Es ist eine schöne Erfahrung, für einmal über den Tellerrand gucken zu können und dabei auch gleich einige Vorurteile über Bord zu werfen. Nach vier Tagen ist es noch zu früh, um mir eine endgültige Meinung zu bilden, aber mein erster Eindruck ist ein positiver.

Gut: Das Produkt, sowohl im fachlichen als auch im sozialen Bereich, spielt eine grosse Rolle, und das wird nicht beschönigt. Auf dem Weg dahin aber wird ein weicher Teppich ausgerollt.

Die erreichten Punkte der Kinder vor der ganzen Klasse verkünden oder kompetitive Spiele einzubauen gehört zum Alltag. Die Kinder stets zu loben und zu ermuntern, ganz egal wie es gerade läuft, aber auch. Das führt dazu, dass sie auch mit Misserfolgen gut umgehen und daraus lernen.
Die Werte der Schule und der Klasse stehen nicht bloss auf schönen Plakaten, sondern werden ständig thematisiert, z.B. an der täglichen Schulversammlung, wo nicht nur über ein erreichtes Ziel berichtet wird, sondern auch die dafür nötigen sozialen Kompetenzen benannt werden, wie z.B. Teamarbeit oder Durchhaltewillen. Jeder und jede der Klasse kann einer der zwei „shining stars“ der Woche werden und das Strahlen beim Erhalten des Diploms erinnert wirklich an einen Stern.

Disziplin ist kein Unwort hier. Das äussert sich nicht nur in der Schuluniform und im geordneten Einreihen, sondern auch im vorherrschenden Tonfall. Es verläuft eine klare Grenze zwischen Lehrpersonen und SchülerInnen, aber dennoch ist der Umgang herzlich und humorvoll. Ich hab die Kinder schon richtig ins Herz geschlossen und ich glaube, sie mögen die komische Schweizerin, deren Namen sie nicht aussprechen können, auch.
Als ich am ersten Tag der Klassengrösse gewahr wurde – es sind 30 an der Zahl – dachte ich „Au Backe!“, aber siehe da, es funktioniert.

Ich weiss nicht, ob es überall so ist. Vermutlich nicht. Vermutlich hab ich einfach Glück gehabt, mal wieder. Mein Praktikumslehrer, noch ganz jung, ist in meinen Augen ein Ausnahmetalent.
Nächste Woche bin ich für ein paar Tage in einer anderen Klasse; ich bin gespannt.

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