Auch die Freiheit hat ihren Preis

Gestern habe ich meine Tasche gepackt und den Kindern und Kollegen „Adieu“ gesagt. Ich bin froh, durfte ich mich zuletzt auch noch als Förderlehrerin versuchen, was mir nochmals eine ganz andere Sicht auf meinen Beruf gegeben hat. Obwohl ich die Kinder während der paar Wochen ins Herz geschlossen habe, fiel mir der Abschied diesmal nicht so schwer. Ich wusste ja, dass der Job nur vorübergehend war und jetzt, jetzt freue ich mich auf meinen nächsten, der hoffentlich längerfristig sein wird.
Es ist der erste Tag meiner grossen Ferien und auch wenn es sich dabei um ein déja-vu handelt, unterscheidet er sich von einem ganz ähnlichen Tag im letzten Juli.

Der Unterschied liegt im „danach“. Es ist beruhigend zu wissen, dass ich jetzt zwar nochmals lange Ferien habe, aber auch weiss, wo mein Platz anschliessend sein wird. Auch die „grosse Freiheit“ hat ihre Schattenseiten, soviel habe ich gelernt in diesem Jahr. Ich hab sie anders erlebt als vor 30 Jahren, wo ich schon einmal ein solches Jahr eingeschoben hatte. Und ja, mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das meinem fortschreitenden Alter und dem damit einhergehenden Bedürfnis nach Sicherheit zuzuschreiben.

Wie alles im Leben hat diese Sicherheit ihren Preis: Gefühlsmässig bin ich bereits in den Vorbereitungen fürs nächste Schuljahr. Absprachen mit meiner Stellenpartnerin, laufend hereinkommende Mails mit ersten Informationen, die Links enthalten, welche wiederum auf umfangreiche Dokumente führen, halten mich auf Trab. Neuer Lehrplan, damit einhergehende online Module zum Bearbeiten, neue Lehrmittel, hier und da noch ein Weiterbildungstag, neue Fächer, neue Beurteilungsmethoden …es hört gar nicht mehr auf mit den zu verarbeitenden Informationen.
Gerade habe ich mir eine weitere pdf-Broschüre zur Ethik, welche neu Teil des Fachs Religion und Kultur sein wird, auf meinen virtuellen Schreibtisch gelegt und mit Erleichterung gesehen, dass es diesmal nur 24 Seiten sind. Statt 78 oder so. Ganz ehrlich: Obwohl alles sehr interessant und spannend ist – ich weiss nicht, wie das Vollzeitarbeitende auf die Reihe kriegen.

Trotzdem ist es ein guter Deal, finde ich. Ich freue mich auf meine zukünftige Aufgabe und sehe es zudem als Privileg, weiterhin in einen Prozess eingebunden zu sein, der mich dazu zwingt, mich weiterzuentwickeln und nicht stehenzubleiben. Ein bisschen Stress, im richtigen Rahmen, ist der Produktivität durchaus förderlich; auch das eine wichtige Erkenntnis, die ich in diesem Jahr gewonnen habe.

Erstmal gönne ich mir Ferien. Noch viermal schlafen und ab geht’s an die Sonne. Dreimal darf man raten wohin. Und warum ich diesmal noch viel mehr als sonst das Bedürfnis habe, nach Israel zu fliegen, darüber schreibe ich dann in einem nächsten Post.
Vielleicht.
Erst muss ich noch ein paar Sachen lesen.

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7 Antworten zu Auch die Freiheit hat ihren Preis

  1. faehrtensuche schreibt:

    Tolle Entscheidung! Viel Freude! Mazl. tov!
    Foto passt perfekt! Der Griff nach den Sternen! 😀

  2. anneinsideoffice schreibt:

    Ich wünsche dir eine tolle Zeit!

  3. geno schreibt:

    viel erfolg:

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