Nachtrag

Vielleicht war es Eckhart Tolles Sichtweise der „Ewigkeit“, die mich letztlich für ihn und seine Ansichten eingenommen hat: Nicht endlose Zeit würde Ewigkeit bedeuten, schreibt er, sondern das Heraustreten aus derselben. Ewigkeit also nicht als endlose Aneinanderreihung von Jahren, Monaten, Wochen usw. sondern als zeitloser Moment.

Dieser Satz hat mich daran erinnert, wie mich als Kind nach dem Gutenachtgebet ab und zu das kalte Grausen packte. Zwar tröstet mich mein Gebet, aber der letzte Satz (…bis mein‘ Seel‘ in den Himmel fährt) brachte mich zum Grübeln. Im Himmel stellte ich es mir ganz angenehm vor; was mir aber Angst machte, war die Aussicht, dort in alle Ewigkeit bleiben zu müssen. Vor meinem inneren Auge, gestützt von meiner kindlichen Phantasie, formierte sich eine endlose Ebene ohne sichtbaren Horizont, eine Zeitspanne, die

nie, nie, nie!!!

mehr aufhören würde – bis in alle Ewigkeit eben. Ein unvorstellbarer Gedanke, den ich selbst heute noch beängstigend finde…

Die Vorstellung, dass Ewigkeit immer stattfindet – nämlich „immer jetzt“ – hat auf mich dagegen eine sehr beruhigende Wirkung.

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2 Antworten zu Nachtrag

  1. blutsturz schreibt:

    Die Ewigkeit liegt im Moment und der dauert maximal drei Sekunden.

  2. schreibschaukel schreibt:

    Ich bin mir da nicht ganz sicher, weil da der Moment schon wieder in Zeiteinheiten bemessen wird und gerade die gilt es laut Tolle eben zu überwinden.
    Und: Willkommen beim Mitschaukeln; im Gegenzug wird mir ein „Aderlass“ ab und zu bestimmt gut tun.

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