Als ich fast in Flammen aufging oder warum ich vielleicht für die Verhüllungsinitiative stimmen sollte…

Ein bisschen lustig ist es ja schon, dass wir in drei Monaten über eine Initiative abstimmen werden, die das Verhüllungsverbot zum Zweck hat. Für einmal könnte eine Initiative sogar eine leise Gewinnchance haben, was mit der aktuellen Situation und einem eigentlichen Überdruss an täglicher Verhüllung zu tun hat. Wenn man den Initiativtext nicht zu genau liest, dann könnte man denken, man erspare sich im Folgenden auch das Tragen der Schutzmasken und das könnte so manchen und manche zu einem Ja verleiten, selbst wenn zum progressiven Lager zugehörig und der Meinung, dass man niemandes Freiheit beschränken solle, indem man eine Frau zum Beispiel dazu zwingen würde, das Gesicht nicht unter dunklem Tuch wegzusperren.

Die Maske aber nun. Eigentlich hat man sich mittlerweile ja schon fast dran gewöhnt. Ja, sie hat sogar den einen oder anderen Vorteil.

Im morgendlichen Stress oder nach der Kaffeepause das Zähneputzen vergessen?
Kein Problem – die einzige die drunter leidet, bin ich selber. 
Gelangweilt und ständig am Gähnen? 
Mit etwas Geschick lässt sich das machen, ohne dass das Gegenüber was mitbekommt. (Einmal mehr bedauert man in diesem Zusammenhang allerdings, dass die Schüler und Schülerinnen keine Maske tragen müssen).
Im Schulzimmer herrschen mal wieder Temperaturen, die einen mit Wehmut an den letzten Sommer denken lassen? 
Immerhin hat man es um die Nase rum schön warm.
Ein fieser Pickel verunstaltet dieselbe? 
Sieht keiner ausser mir selber! (Obwohl sich hier der Gedanke ans Hühner/Eier-Problem nicht ganz vermeiden lässt).
Ich reagiere auf eine Situation zu spät, zu harsch, zu lasch oder sonst inadäquat? 
Plan a) 
Nicht meine Schuld – ich hab’s nicht richtig verstanden. (Obwohl die Maske nicht 
auf den Ohren sitzt, aber manchmal scheint sie auch diese zu beinträchtigen; vielleicht 
sind es aber nur die allgemeinen Hirnfunktionen, die im Laufe des Tages aufgrund des 
Sauerstoffmangels nachzulassen scheinen).
Plan b)
Ich behaupte einfach, ich hätte es anders gemeint. Aufgrund der fehlenden Mimik kann man fast alles behaupten.

Eine Maske hat aber durchaus ihre Tücken.
Gestern zum Beispiel.
Da hätte ich mich fast in Brand gesetzt, als ich das Zündholz, mit dem ich die Adventskerze in der Schule angezündet hatte, auslöschen wollte. Und die Maske vergass. Weil ich mich an die schon total gewöhnt habe. Wir mussten uns alle kugeln vor Lachen und ein weiterer trüber Coronaschulalltag war gerettet.
Bei all den fiesen Beschränkungen hilft nämlich nur eins: sie wegzulachen.
Das geht auch mit Maske.
Zündhölzer ausblasen übrigens nicht.

 

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2 Antworten zu Als ich fast in Flammen aufging oder warum ich vielleicht für die Verhüllungsinitiative stimmen sollte…

  1. anneinsideoffice schreibt:

    Das mit dem Zündholz ausblasen hätte wirklich schief gehen können. Ich fuhr im Oktober nach Basel zur Beerdigung meines Paten und Onkels mit dem Zug. Als ich nach mehr als einer Stunde Durst hatte, setzte ich auch die Flasche an und merkte erst im letzten Moment, dass ich die Maske an hatte. So lange ich die Brille nicht trage stört sie mich absolut nicht.

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