Home sweet home

Die Kommentatoren in den Bewertungen hatten sich vor Begeisterung überschlagen. Exzellent, vollständig ausgestattet, in perfektem Zustand, gross, hell und sonnig, blitzsauber, der Gastgeber „very welcoming“. 

Naja. 

Es stimmt, dass unser Gastgeber uns im Vorfeld jeweils innert kürzester Zeit geantwortet hatte. Als wir ankamen, war er aber offensichtlich in Eile und nahm sich knapp 5 Minuten Zeit, um uns die Wohnung zu zeigen. Deshalb fielen uns erst nachher die schmutzigen Handtücher auf dem Boden der kleinen Wäschekammer auf, das nicht weggeräumte, aber immerhin schon abgewaschene Geschirr in der Küche und der kaputte Vorhang, der zerknüllt auf dem Bürostuhl lag, einer der wenigen Sitzgelegenheiten neben Bett und Sofa. 

Auf den ersten Blick war die Wohnung sauber, Böden und Badezimmer geputzt worden.  Als ich aber eine der Türen des grossen Wandschranks öffnete, schlug mir eine Staubwolke entgegen. Im Küchenschrank hatten sich Ameisen übers offene Müesli im Schrank hergemacht und die beiden Palmen auf dem kleinen Balkon schnappten unter der dicken Schmutzschicht nach Luft. 

Obwohl ich ja nicht blöd bin und mir aufgrund der Fotos, die meist schöner aussehen als die Realität, schon geschwant hatte, dass wir nicht in einer Luxusunterkunft landen würden, musste ich erstmal leer schlucken. 

Aber was soll’s. Ich bin in den Ferien, und in den Ferien bin ich immer viel entspannter als sonst. Also nahm ich ganz entspannt einen Putzlappen in die Hand, reinigte den Schrank und beförderte einen Berg Krawatten, Spielzeug, mehrere Hemden in der Originalverpackung, einige Winterjacken, künstliche Blumen und ein paar Skulpturen, mit denen man potenzielle Einbrecher eliminieren könnte, in die hinterste Ecke. Die Pflanzen auf dem Balkon bekamen eine 1A Wellnessbehandlung (ich hab nie so richtig dran geglaubt, dass man mit ihnen kommunizieren kann, aber seit gestern bin ich da anderer Meinung…) und nachdem wir uns noch Sommerdecken und Küchentücher ausgeliehen haben, sowie zwei der drei Fernsehgeräte vom Strom getrennt haben, ist es richtig gemütlich. 

„Sonnig und hell“ scheint mir zwar ein bisschen übertrieben, aber die dicken Mauern des alten Hauses halten die Hitze so gut ab, dass wir bloss heute, am höllischsten Hitzetag der Woche, auf die Klimaanlage zurückgreifen müssen. 

Der kleine Balkon mit Blick ins Grüne und die optimale, aber dennoch ruhige Lage der Wohnung machen den fehlenden Tisch mit Stühlen wett.
Mir gefällt’s.
Es ist eine einfache Wohnung in einem alten Haus (die man mit wenig Aufwand in eine kleine Perle verwandeln könnte) und wir haben tatsächlich alles, was wir derzeit brauchen. 

Ich fühl mich jetzt tatsächlich so, wie es die vorherigen Wohnungsmieter beschrieben haben – zu Hause.

IMG_4028.jpeg

Fully equipped …?   Immerhin: Kaffee gut, alles gut.

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