Schönes Leben am Toten Meer

In der Schweiz aufgewachsen bin ich an enge und kurvige Strassen gewöhnt. Hatte ich noch grossen Respekt vor ihnen während meiner ersten Jahre als Autofahrerin, so gewöhnte ich mich nicht nur irgendwann daran, sondern liebe es heute geradezu, über einen Pass zu fahren. Das liegt vielleicht auch daran, dass es selbst mit meinem Auto, das über einen Motor verfügt, der diesen Namen eigentlich gar nicht verdient, eine wahre Freude ist, verglichen mit den einstigen Erlebnissen als „Döschwo“fahrerin oder – schlimmer noch – zwar mit einem guten Auto, aber mit einem Segelflieger Anhänger im Schlepptau. 

Wie auch immer, ich geniesse solche Wegstrecken mit dem Auto und sie machen mir keine Angst mehr. Nichtsdestoweniger war es ein seltsames  und auch erhabenes Gefühl, ans Tote Meer zu fahren, weil alles verkehrt rum war. Der „Pass“ führt nämlich nicht hinauf, sondern hinab und etwa alle hundert Meter zeigt eine Tafel, wie nahe man dem Ziel, dem tiefstgelegenen Punkt auf der Erde, schon gekommen ist. Fast wähnt man sich auf dem Weg in die Unterwelt; ein Gefühl, das durch die mondähnliche Wüstenlandschaft noch bestärkt wird. 

Dann aber zeigt sich plötzlich der riesige Salzsee, der in den schönsten Blau- und Türkistönen weiter unten schimmert und es sieht doch eher nach Himmel aus. Ganz abgesehen davon sind die Unterkünfte daselbst äusserst angenehm und auch wenn die Hotelstadt in En Bokek kein Hingucker ist, hat man sie wenigstens auf eine relativ begrenzte Zone beschränkt. Ausserdem war ich sehr froh, das wirklich lustige Gefühl eines Bades im Wasser des Toten Meeres im geheizten Hotelpoool erleben zu können. Man wird ja nicht jünger, und bei 18 Grad hüpfe ich höchstens für eine Rettungsaktion noch ins Wasser. Im Toten Meer wäre es allerdings direkt eine Herausforderung, zu ertrinken.

 

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2 Antworten zu Schönes Leben am Toten Meer

  1. ernstblumenstein schreibt:

    Ich war von April 64 bis Ende Jan. 65 in Israel. Zuerst im Kibbuz Matzuba, nachher im Kibbuz Neve Yam und ab Oktober bin ich gereist und habe in Eilat mit etwas Schwarzarbeit ‚überwintert‘. Wir lebten damals auch ca. 3 Wochen am Toten Meer ganz zuhinterst im Tal vor der jord. Grenze in den alten Holzbaracken des 1. Kibbuzes. Die Tage verbrachten wir meistens oberhalb des Ortes in einer Schlucht, in dem ein Süsswasser-Bach rieselte. Dort war es tagsüber zum aushalten und wir badeten dort in kleinen Bachbuchten. Ins Tote Meer konnten wir nur am frühen Morgen oder spät abends schwimmen gehen, so heiss war es dort noch im Oktober. Aus dem einzigen Wasserhahn, der bei den Baracken aus der Erde kam und dessen Wasser wir zum kochen benutzten, quoll noch nach Mitternacht heisses Wasser aus der Röhre!

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