Still gestanden

„Es gibt keinen schöneren Monat als den November!“, sagte er und ging von dannen.

Ich war baff. Klar schien in diesem Moment die späte Sonne aufs Schönste durch die an den Bäumen verbliebenen Blätter und klar, auch ich liebe es, durch Laubhaufen im Wald zu schlurfen. Aber… der „schönste“ Monat?!
Der Mann, den ich beim Spazieren gekreuzt hatte, meinte es ernst, so glücklich, wie er ausgesehen hatte.

Beim Weitergehen kreisten meine Gedanken um den Monat November. Schon seit ich denken kann, ist der auf meiner Monatsprioritätenliste ganz unten angesiedelt. Der Sommer unwiderruflich vergangen. Weihnachten noch allzu fern (in meiner Jugend) oder schon omnipräsent (seit die Welt vom Konsum regiert wird).
Ob es jemals wieder Frühling werden wird?!

Im November bin ich gefährdet, in eine depressive Stimmung zu geraten und nie wurde mir das so bewusst wie vor einem Jahr, als ich Zeit in Hülle und Fülle hatte. Nicht mal zum regelmässigen Schreiben konnte ich mich durchringen, dabei hatte mir doch Jahre zuvor das sogenannte „Novemberschreiben“ die Tage erhellt und beim ersten Durchlauf war ich vor lauter Begeisterung tatsächlich auf die erforderlichen 50000 Wörter gekommen, auch wenn das Projekt bis heute unfertig blieb.

Und nun ist es also wieder November geworden. Meine Stimmung ist für die Jahreszeit im grünen Bereich. Sie könnte womöglich sogar NOCH besser werden, wenn … ich endlich mal wieder etwas schreiben würde. Dass ich einmal mehr ausgerechnet die Tätigkeit vernachlässigt habe, die mir am meisten Energie gibt, dafür gibt es keine Entschuldigung. Weder dass ich wieder einen festen Job habe, noch, dass er mich fordert und schon gar nicht, dass ich es wie immer zu exzessiv angehe.
Ich laufe dabei Gefahr, die wichtigen Dinge aus den Augen zu verlieren und eins davon – soviel sollte ich doch endlich gelernt haben – ist für mich das Schreiben.

Work Life Balance (interessant übrigens, dass es nicht Life Work Balance heisst…) ist das Stichwort und Schreiben gehört für mich für mich zum zweiten Teil.  
Ich kriege schliesslich auch kein Bares dafür. 

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4 Antworten zu Still gestanden

  1. Anhora schreibt:

    Diese Schreibpausen haben doch die meisten! Ich jedenfalls auch. Mitunter erscheint mir einfach nichts wichtig genug, um mir die Arbeit mit passenden Formulierungen machen zu wollen. Meist ist der „Gesamtzustand“ dann verbesserungsfähig. 😉
    Außerdem kann/muss man ja nicht ständig Dasselbe machen. Instagram z.B. begeistert mich zurzeit auch, einfach weil es für mich (noch) neu ist. 🙂

  2. anneinsideoffice schreibt:

    Der graue Deckel über Zürich, der Tag, der ewig brauchte bis die Sonne aufging, das mag ich auch nicht. Das war letzte Woche 5 Tage so, darum genoss ich das Wochenende in den Bergen sehr. Und heute wieder der graue Deckel. Darum, sind wir sonst im November immer 2 Wochen irgendwo weit in die Sonne geflogen zum Tauchen. Dieses Jahr Südfrankreich, auch schön, aber nächstes Jahr, definitiv, 2 Novemberwochen ab an die Sonne.
    Ah und Vitamin D Tropfen werde ich mir darum Morgen auch besorgen.

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