Worüber ich nicht mehr rede

Während ich mich über die Öde meiner Schreibwüste gräme, publizieren andere Bücher.
Dieses hier hab ich grad bestellt, weil: Wenn es so witzig geschrieben ist wie der Blog der Autorin, dann ist es genau das, was ich jetzt brauche.

Scheinbar verbindet uns wenig, mal abgesehen von wordpress, ausser…
…ausser diese ganz besondere Angst.

Da kann ich ganz vorne mitreden, auch wenn ich die Angst, von anderen als Fake entlarvt zu werden, nicht in Bezug aufs Schreiben erlebe. Dort ist es mir relativ egal, was andere denken, weil es in meinem Fall nicht so relevant ist, auch wenn ich betrübt feststellen muss, dass ich früher mehr und lustiger geschrieben habe. Wenn das Hirn Wellen schlägt, äussert sich das auch im Schreibstil. Ist halt so.

Gut, studiert das Kind Psychologie.
Es ist übrigens nicht so, dass Psychostudis per se eine Ecke ab haben; in diesem Fall ist es ausnahmsweise mal wirklich die Mutter.
„So, darüber reden wir jetzt nicht mehr“, sagt das Kind mit bewundernswerter Geduld – zum x-ten Mal – zum wahren Grund für das Psychologiestudium. Da ich auf mein Kind grosse Stücke halte, tue ich mein Bestes und werde nach Kräften versuchen, in Zukunft nicht mehr darüber zu reden.

Jetzt ist fertig geredet, die Sache ist entschieden, obwohl das ein veritabler Kraftakt war. Schön, wenn man entscheiden darf, aber wenn man zwischen zwei guten Möglichkeiten wählen muss, also – darf!- , kann es ganz schön an die Substanz gehen, so dass sich ein Teil von mir immer noch fragt, ob ich nicht doch… aber nein – morgen, nachdem ich mir heute eine letzte Panikattacke erlaubt habe, wird der Vertrag für die Stelle als Klassenlehrerin unterschrieben. Ich werde nicht mehr darüber reden, ob ich das kann oder nicht, ob ich mir zuviel auflade oder nicht, ob es wirklich das ist, was ich will oder nicht, ob ich…
Schliesslich hab ich das schon mal gemacht. Auch wenn es schon lange her ist. Und ja, es war mit sehr viel Arbeit verbunden, aber –  ich hatte auch ziemlich viel Freude daran.

Alles deutet darauf hin, dass ich kein Fake bin, das hätten mir die letzen Tage eigentlich zeigen sollen, und bloss weil ich das Gefühl habe, nicht das zu sein, was die anderen in mir sehen, heisst das noch lange nicht, dass ich es nicht doch bin.
War das jetzt klar? Nicht?
Egal – ich hab zur Zeit auch öfters Mühe, klar zu sehen.

Aber darüber reden werde ich ab morgen nicht mehr. Von nun an werde ich mich auf meine neue Aufgabe freuen. Es bleibt mir ja noch ein bisschen Zeit, mich mental darauf vorzubereiten und …nicht mehr darüber zu reden!

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3 Antworten zu Worüber ich nicht mehr rede

  1. Anhora schreibt:

    Glückwunsch zum neuen Job! Ich bin gar nicht mehr auf dem Laufenden bei dir, das Leben schiebt die Blogwelt manchmal nach hinten …
    Ich wünsche dir jedenfalls einen guten Start, und denk dran: Wir können immer nur unser Bestes geben, niemand kann mehr bzw. darf mehr erwarten. Wenn das nicht reicht, war es nicht der richtige Job. Aber im Moment würd ich davon ausgehen, das du das hinkriegst. Warum auch nicht! 🙂

    • schreibschaukel schreibt:

      Danke dir und ich hoffe natürlich auch, dass ich es hinkriege, ja, mehr noch erhoffe ich mir Freude bei und an der Arbeit. Ist aber noch ein paar Monate hin und vorher steht noch anderes an.

  2. Pingback: Buchmesse, Blogger und andere schöne Sachen mit B | Myriam Klatt

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