Von der Zeit

„Und? Ist das Buch geschrieben?“
Das fragte mich ein Vater gestern am Weihnachtsanlass meiner alten Schule. 
„Äh – welches Buch…?“

Ich hab natürlich kein Buch geschrieben, obwohl die Kinder zu Hause anscheinend erzählt haben, genau das sei der Grund für meine Kündigung gewesen. (Ich weiss schon, warum ich bei meinen eigenen Klassen früher am ersten Elternabend immer versprochen habe, nur die Hälfte von dem zu glauben, was die Kinder erzählten, wenn das die Eltern umgekehrt auch so hielten.)

Dass ich je ein Buch schreiben werde, ist eine Illusion, soviel ist mir klar geworden. Mir fehlt der lange Atem dafür. Anlässlich eines ehemaligen Novemberschreibens vor über zehn Jahren habe ich es zwar mal innerhalb eines Monats auf über 50000 Wörter gebracht, aber das Manuskript dümpelt immer noch unvollendet und unüberarbeitet auf irgendeinem USB-Stick vor sich hin.

Einerseits schreibe ich per se viel lieber kurze Texte (hopp und weg) – ausnahmsweise auch mal eine Geschichte – und andererseits habe ich schlicht nicht das Sitzleder für ein längeres Projekt. Man könnte das durchaus mit dem Wort „Faulheit“ betiteln. Es ist ja nämlich so, dass wirkliche Schriftsteller, zumindest die meisten, harte Arbeiter sind, denen ihre Werke nicht einfach so aus der Feder fliessen.
Ganz allgemein kann ich nach den letzten vier Monaten sagen: Die Quantität an Geschriebenem hat – bei mir jedenfalls – nicht die Bohne was mit der Menge an verfügbarer Zeit zu tun. Es ist im Gegenteil so, dass ich umso effizienter werde, je mehr ich zu tun habe. Ein Paradox, das ich noch nicht entschlüsselt habe.

Von daher besteht die Chance, dass ich im ersten Monat des neuen Jahres schreibmässig etwas produktiver sein werde. 
Da wird mir nämlich die Arbeit bis zum Hals stehen.
Aber bis dahin – geniesse ich die schöne Weihnachtszeit.
Eine ebensolche wünsche ich auch all meinen Leserinnen und Lesern.

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3 Antworten zu Von der Zeit

  1. anneinsideoffice schreibt:

    Mist zusammenreimen können auch Erwachsene und nicht nur Frauen. Was mir in der Bank IT, etwa gefühlt 92% Männer 😉 manchmal für Gerüchte zu Ohren kommen. Gerne auch über mich und mit einer Runde durchs Business und wieder zurück. Es gibt echt Leute mit blühender Phantasie 😉

    • schreibschaukel schreibt:

      Ich nehme mal an, du hast dich vertippt, weil: Ich fühle mich auch als Frau erwachsen, hihi.
      Dass die Kinder von „Schreiben“ auf „Buch“ kommen, ist natürlich naheliegend.

  2. anneinsideoffice schreibt:

    Kinder sollte es heissen, da war ich mit den Gedanken dem tippenden Finger wieder mal weit, weit voraus.,.

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