Dankbarkeit

Nicht zu „egoistischer, eitler Freude“ solle uns das herrliche (Spät-)Sommerwetter verleiten, sondern uns nachdenklich stimmen, schreibt ein Leserbriefschreiber und verweist auf Gletscherschmelze, Bergstürze und den „hausgemachten Klimawandel“.



Da hat er nicht unrecht, irgendwie, und sofort meldet sich bei mir das schlechte Gewissen. 
Ich muss nämlich gestehen, dass ich mich wahnsinnig freue über das aktuelle Wetter und jeden Morgen aufs Neue in Verzückung gerate, wenn ich die Augen aufmache. Wieder ein strahlend blauer Himmel! Nochmals Temperaturen wie im Sommer!!
Egal, dass ich noch immer ein bisschen flügellahm bin – bei diesem Wetter ist Flugtauglichkeit nebensächlich, da geht man gerne auch zu Fuss. Und das tue ich täglich, an sehr schönen Orten, weil ich auf einem sehr schönen Erdfleck wohne. Das weckt in mir eine tiefe Dankbarkeit der Natur, dem Leben gegenüber und dass ich nicht Auto fahren darf, ist da nur recht und billig. ÖV ist sowieso besser.
Aber der Konflikt nun.
Einerseits meine unbändige Freude an der Welt, die mich umgibt, auch bedingt durch das aussergewöhnlich schöne Wetter, andererseits der Klimawandel.
Eine echte Knacknuss.

Ich löse das Problem, indem ich noch ein bisschen dankbarer bin für all das Schöne, was mich umgibt. So halte ich es auch, wenn ich die Zeitung lese und mich bang frage, womit ausgerechnet ich es verdient habe, an so einem sicheren Ort leben zu dürfen (hab ich natürlich nicht, ich hab einfach verdammtes Glück gehabt, als das Schicksal Roulette spielte). Was sollte ich sonst auch tun?
Meine Dankbarkeit verhindert zwar weder Klimawandel noch Kriege, aber sie ist das einzige, was ich dem Universum momentan zurückgeben kann. Wenig vielleicht, aber besser als nichts.
Und übermorgen soll’s ja wieder regnen.

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5 Antworten zu Dankbarkeit

  1. faehrtensuche schreibt:

    Eine Sache, die mich zum Nachdenken gebracht hat:
    Tuvia Tenenbom hat auf seiner Reise „Allein durch Amerika“ (TT: „Ich lasse mich treiben, wohin es mich verschlägt.“) eine seltsame Beobachtung gemacht. Immer, wenn er Personen getroffen hat, die an den von Menschen gemachten Klimawandel glaubten, stellte sich heraus, dass diese pro-palästinensisch eingestellt waren. Durchgängig! … Menschen, die an den „normalen“ Klimawandel glaubten (nach dem Motto „Das Klima ist seit Jahrhunderten – immer – einem Wandel unterworfen“), waren pro-israelisch eingestellt! …

  2. Dirk Leinher schreibt:

    Sehr schöner Beitrag, auch ich bewundere immer wieder aufs Neue, wenn ich auch nur in der Nähe wandern gehe, die Schönheit unserer Natur. Naturschutz ist extrem wichtig, aus meiner Sicht jedoch nicht wegen dem „Klimawandel“ sondern wegen dem Erhalt der Natur für uns Menschen. Ein Beitrag von Klimaexperte Prof. Dr. Werner Kirstein über den politogenen Klimawandel zeigt da einige interessante Aspekte auf.
    https://gesichtspunkt.wordpress.com/2017/12/26/prof-dr-kirstein-der-politogene-klimawandel/

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