Lichtblick

Es ist ein Traum, den wohl jede Lehrperson schon hatte. Manche träumen ihn noch Jahre, nachdem sie bereis aus dem Schuldienst ausgetreten sind.
Du stehst vor einer Klasse und hinten im Zimmer sitzen ein oder auch mehrere Besucher. Wenn du ganz grosses Glück hast, ist auch gerade Besuchstag und die Bude gerappelt voll. Die Stunde beginnt, alle Augen sind erwartungsvoll auf dich gerichtet und dir wird klar, dass du keine Ahnung hast, wie’s weitergehen soll. Weil du nicht vorbereitet bist. Oder weil du zwar vorbereitest bist, aber die Unterlagen irgendwo vergessen hast, zum Beispiel zu Hause. Oder weil du die Unterlagen partout nicht findest, obwohl sie eigentlich da sein müssten.
Egal für welche Variante sich dein Traum Avatar entschieden hast, es ist eine dieser Situation in der du eine tiptope Performance abliefern solltest, aber völlig ins Leere läufst. Du merkst, wie sich Panik breit macht, dein Puls steigt von einem sowieso schon hohen Ruhepuls ins Unermessliche und im besten Fall rettest du dich, bevor die Katastrophe in Form einer Vollblamage über dich hinweg schwappt, in den Wachzustand. 
Und da bleibst du dann auch für eine ganze Weile.

Ich hatte den Traum kürzlich auch wieder. 
Zwei Details aber haben mir gezeigt, dass meine Auszeit Früchte trägt. Erstens war ich nicht in meiner „alten“ Schule, sondern in einer neuen. Ich bin also bereit, mich von der Vergangenheit zu lösen und mit der Zukunft zu befassen. Soweit so gut.
Es war mein erster Schultag und ausser der Klasse waren auch die Eltern anwesend, die mich begutachten wollten. Während ich sie begrüsste, versuchte ich mich zu erinnern, wohin ich verdammt noch mal meine Unterlagen gelegt hatte. Mein Puls stieg proportional zu meiner Nervosität, ich konnte die Begrüssung nicht weiter in die Länge ziehen…das unschöne Ende war absehbar. Alles wie immer.
Doch diesmal lief es anders.
Irgendwo auf dem Weg zwischen Träumen und Wachen, wohin ich mich zurückzuziehen gedachte, sprach eine Stimme zu mir (und ich gehe davon, dass es meine eigene war): „Jetzt überleg mal: Wenn die Situation wirklich so ist, wie sie sich in deinem Traum darstellt, dann kannst du Gift drauf nehmen, dass die Unterlagen da liegen, wo sie liegen sollten. Nämlich auf dem Pult. Also reg dich ab und schlaf weiter!“
Und das tat ich dann auch. Was mich sogar im Nachhinein noch saumässig freut.

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