Hunde willkommen

Zu Hause – wir verlassen uns da ganz auf vertrauliche Quellen – herrscht ein eigentliches Hundewetter. Hier aber geniessen wir eins, das ihnen gefällt, jedenfalls den französischen. Das mag mit ein Grund sein, dass man sie auf Schritt und Tritt antrifft. Während Exemplare in der kleinsten Ausführung von Frauchen gern auch in der Handtasche spazieren geführt werden, um sie davor zu bewahren, unter den Tritt zu kommen, geniessen die grösseren oft freien Auslauf und sind äusserst kontaktfreudig. Nach meiner Schätzung kommen auf drei Franzosen zwei Hunde und einzig die Anwesenheit zahlreicher Touristen rückt das Verhältnis Mensch Hund ins rechte Licht.

Es gibt also kleine und grosse, dicke und dünne, artige und vorlaute, rücksichtsvolle und nur auf den eigenen Vorteil bedachte, solche die entzückend anzusehen sind und auch solche, die man lieber nicht zu nahe an sich herankommen lassen möchte.
Ganz wie bei den Menschen eben.

Was mir aber auffällt: Sie sind fast ausnahmslos sehr freundlich und so gehen sie auch aufeinander zu, die Hunde. Sie sind offen für neue Begegnungen, wedeln schon bald mit dem Schwanz und beschnuppern das Gegenüber interessiert. Kaum einmal gibt es Knatsch zwischen ihnen; allenfalls wenden sie sich nach kurzer Zeit ab und gehen ohne weiteren Aufhebens wieder ihres Weges.

Es macht Spass, im Café zu sitzen, möglichst am Rande eines vielbegangenen Dorfplatzes, noch besser an einem Markttag, und zu schauen, wie sich Menschen und Menschen und Hunde und Hunde und manches Mal auch Menschen und Hunde begegnen.
Dann erlebt man ab und zu auch eine Überraschung.
Der hässliche weisse Bullterrier, der den Restaurantbesucher eindeutig zu nahe trat, erregte den Unwillen des Patrons, der ihn wieder und wieder mit immer lauter werdenden Stimme fortschickte. Schon befürchtete ich, es werde zur Eskalation kommen, doch da wendete sich das Blatt und der Mann kam mit einem Napf gefüllt mit Wasser heraus, den er dem Hund hinstellte. Damit war der fürs erste beschäftigt und wieder Friede im Land. Wir sind eben in Frankreich. Da ist der Hund König.
Ob es daran liegt, dass die Hunde hier so sanftmütig sind?

Vom Goldschätzchen mussten wir uns heute verabschieden. Schade. Aber in Marseille hätte es ihm nicht so gut gefallen wie in seinem Revier, wo es gerne auch alleine herumstromert.

DSC07540.JPG© Frau Flohnmobil

 

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