Gerettet

Uff. Geschafft. Noch gestern wollte ich aufgeben und die Geschichte kübeln*.

Schon die erste Version hatte ich verworfen und auch die zweite, für die ich extra noch recherchiert hatte, war weit davon entfernt, mich zufrieden zu stellen. Irgendwie fehlte mir der rote Faden. Was wollte ich überhaupt sagen mit der Geschichte? Ich glaubte nicht mehr daran, in den verbleibenden Tagen bis zum Einsendungsschluss noch eine vernünftige Idee zu haben und aus dem Satz, der als erster gegeben ist, etwas herauszukitzeln zu können. Also noch ein letzter Versuch.

Und siehe da – plötzlich war sie da. Und jetzt hab ich die Geschichte und werde sie zwar vielleicht nochmals überarbeiten, aber in den Grundzügen bin ich ganz zufrieden mit ihr.
So geht es mir oft beim Schreiben, und der heutige Tag hat mir mal wieder gezeigt, wie wichtig es ist, vor allem einfach mal ANZUFANGEN, zu schreiben was das Zeug hält, egal ob es vom ersten Moment an Sinn macht oder nicht. Manchmal passiert es dann während des Schreibens, das sich das Grundmotiv fast von allein herauskristallisiert und wenn ich am Schluss lese, was ich geschrieben habe, erlebe ich womöglich sogar noch eine Überraschung und frage mich, wer mitgeschrieben hat. Mein Unterbewusstsein? Wer selber schreibt, kennt das Gefühl, wenn „es plötzlich schreibt“ und weiss, wie glücklich es macht. Mindestens so glücklich wie Schokolade. Und die habe ich mir jetzt auch verdient.

* Das Wort wird mittlerweile im Duden aufgeführt, geht ursprünglich aber auf eine    Anekdote in meiner Familie zurück. Nachdem immer weniger Besteck in der Schublade zu finden war, führten Nachforschungen zum jüngeren Kind (meine Wenigkeit), das, des Laufens noch nicht lange mächtig, gerne beim Abräumen half. „Gekübelt“, verkündete es stolz und zeigte der Mutter, was es damit auf sich hatte. Das Rätsel war gelöst. Aber da war der grösste Teil des Tafelsilbers schon dahin.

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Nicht ganz…

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4 Antworten zu Gerettet

  1. faehrtensuche schreibt:

    Ich kannte das Wort bisher gar nicht, habe aber intuitiv richtig „geraten“.

  2. Alexandra Wendt schreibt:

    Hallo,
    ich kenne so eine unterbewusste Stimme, die mitschreibt, weniger. Ich habe immer das Gefühl, dass abhängig von dem, was ich erzählen will, manchmal meine „Autorenstimme“ mitmacht und manchmal sagt, ne, dieser Gedanekngang Schätzchen, den kann man nicht passabel zu Papier bringen. Müh dich gern ab, aber ich helfe dir nicht. Und dann stehe ich da und der Text wird einfach nicht, weil ich mir das alles im Kopf falsch vorstelle und viel zu viel durchdenke, anstatt einfach meiner „inneren Autorin“ zu folgen und sich machen zu lassen 😉
    Liebe Grüße, Alex

    • schreibschaukel schreibt:

      Ich kann auch nicht behaupten, dass ich diese Stimme kenne – das ist eben das Verblüffende daran ;-). Aber alles in allem backe ich ja auch nur kleine Krümel und da lasse ich mich gern überraschen. Von allem.
      Liebe Grüsse zurück.

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