Aufs Leben

Die einzige Entschuldigung dafür, dass ich mein E-Piano schon seit längerer Zeit vernachlässige ist die, dass ich’s gerade mehr mit der Gitarre habe. Nicht dass ich mir einbilde, auf die Schnelle zu lernen, wie man sie richtig spielt, aber ich möchte bei Bedarf in der Lage sein, vernünftig Lieder zu begleiten. Ausserdem macht es mir Spass, zu den Akkorden zu singen.
Ich mache Fortschritte. Mittlerweile erlaube ich mir zu üben, ohne vorher die Fenster zu schliessen und zu überprüfen, ob sich auch wirklich niemand im Haus aufhält. Der Twenager ist mir wie immer eine grosse Stütze („Irgendwas scheppert, aber nein … klingt ein bisschen wie Gitarre…“). Ich bin daran, mein bescheidenes Repertoire von ehemals drei Griffen auszubauen und mit Hilfe der Tutorials im Internet auch mal verwegen eine einzelne Seite zu zupfen. Auf die Gefahr hin, dass es noch nicht die richtige ist.

Aber nicht nur musikalisch lerne ich dazu. Nehmen wir mein derzeitiges Lieblingsstück, an dem ich mir grad die Zähne ausbeisse. Schade, dachte ich, dass ich das nie in der Schule werde bringen können. Was für ein brutaler Text! Da wird einer über lange Strophen hinweg zu Tode gebracht. Wie kann man nur ein so blutrünstiges Lied schreiben?!
Die vielen, vielen Covers des Liedes machten mich schliesslich neugierig. Und siehe da: Bei der mittelalterlichen Ballade handelt es sich doch bloss um die Beschreibung des Wegs vom Gerstenkorn ins Glas – als Whisky – und John Barleycorn ist eine spöttische Bezeichnung für Alkohol. Den autobiographischen Roman Jack Londons mit dem gleichen Titel habe ich mir auf meine Leseliste gesetzt.

Nun ist vielleicht Alkohol auch nicht unbedingt ein passendes Thema für die Primarschule. Aber das kann mir im Moment ja egal sein. LeChaim!

Meine Lieblingsversion: Steve Winwood nur mit der Gitarre. Seine Band Traffic machte das Lied mit ihrem 1970 veröffentlichten, gleichnamigen und erfolgreichsten Album wieder bekannt.

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