Unter Frauen

Ich hatte gewusst, was uns erwartet, doch die Freundin wolle unbedingt, und da ich im Moment ja sowieso für alles zu haben bin, gingen wir also hin.
In die Frauenbadi.

In der Frauenbadi hat es Frauen. Nur Frauen. Drum heisst es ja so. Bei schönem Wetter hat es viele Frauen. Und bei schönem Wetter, das auf eine längere Schlechtwetterphase folgt, hat es SERH VIELE Frauen. Wenn dazu noch Ferienzeit ist und ein paar Touristinnen den Reiseführer gelesen haben, dann platzt die Frauenbadi aus allen Nähten. Hat man das Badetuch einmal platziert – glücklich ist, wer es in seiner vollen Grösse ausbreiten kann – dann heisst es, ein wachsames Auge darauf zu haben, sonst sitzt, wenn man aus dem Wasser kommt, glatt jemand anders drauf.
Trotzdem ist die Stimmung sehr entspannt. Weil ja eben nur Frauen da sind, toleriert man einen kleineren Sicherheitsabstand bzw. verzichtet ganz darauf. Grossmütig wird zur Not auch mal die Lage verändert, damit sich noch jemand dazwischen mogeln kann und rein rhetorisch fragt man die Nachbarin, ob es ihr auch wirklich nichts ausmacht, wenn sie fremde Füsse vor der Nase hat. Hat sie nicht. Das ist hier eben so. Irgendwie geniessen es einfach alle, trotz des beschränkten Platzes, und mehr als einmal hab ich gehört: „Wie schön wir es doch hier haben. Wie friedlich es doch hier ist.“ Stimmt.

Nun ist die Frauenbadi auch wirklich sehenswert, mal ganz abgesehen vom Inhalt, weil sie so richtig schön altmodisch, alles aus Holz und das Design im Jugendstil gehalten ist. Ausserdem befindet sie sich an bester Lage, mitten in der Stadt, wo frau sich mit Blick auf Gross- und Fraumünster sonnt.
Das Bad teilt sich in zwei Bereiche. Während der Innenbereich eine Nichtschwimmerzone aufweist und vor neugierigen Blicken weitgehend geschützt ist, punktet der Aussenbereich mit einem Schwimmerbereich und der schöneren Aussicht. Die beiden Schwimmbecken sind eine praktische Sache, weil man eigentlich nur die Wände bauen musste, denn geschwommen wird im Wasser der Limmat. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass man einen oder auch mehrere Fische kreuzt.

Heute allerdings hab ich keinen gesehen.
Vielleicht war es ihnen zu voll.

Am Abend dürfen auch Männer in die Frauenbadi. Dann mutiert sie zur Barfussbar.

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4 Antworten zu Unter Frauen

  1. runningtom schreibt:

    Wusste ich gar nicht, dass es die Männer jetzt doch noch in die Frauenbadi geschafft haben.

  2. faehrtensuche schreibt:

    Wow, sieht ja sehr imposant aus – die „Barfussbar“!

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