Shabbat Shalom

Viel zu schnell sind die zwei Wochen vergangen, so wie immer. Ferien halt. Ein letztes opulentes Frühstück noch in unserem Lieblingsrestaurant, den Koffer fertig gepackt und los geht’s zum Flughafen, wo ich wieder mal bibbern werde, weil das Flugzeug voll ist und ich nicht sicher bin, ob ich mitkomme oder nicht.

Immerhin wird nicht allzu viel los sein auf den Strassen und auch im Flughafen selber. Heute ist Shabbat. Für mich fühlt sich das an wie bei uns sonntags, was dazu führt, dass mir daheim quasi ein Tag geschenkt wird. Weil dort ja erst morgen Sonntag ist.

Es ist schön an Shabbat. Die Mehrheit der Geschäfte schliesst tags zuvor um drei und mit Sonnenuntergang ruht der öffentliche Verkehr, denn der Shabbat beginnt immer am Vorabend. Alles wird leiser, langsamer; es ist, als hätte jemand am Temporad des Lebens gedreht. Nicht, dass nichts los wäre, das nicht. Auch im Hafen von Herzlia war gestern Abend viel Betrieb und die Restaurants waren voll. Aber es herrscht eine aufgeräumte Wochenendstimmung.
Während die Sonne gross und blutrot im Meer versank, drang plötzlich Musik an unser Ohr und ihr nachgehend stiessen wir auf eine sehr schöne Shabbat Zeremonie, die nicht religiöser Art war, aber dennoch der Tradition Tribut zollte. Eine ganz gemischte Guppe von jung bis alt, Ansässigen und Fremden, sass auf Klappstühlen mitten im belebten Hafenareal, um den Gebeten und Gedichten zuzuhören und bei den Liedern mitzusingen (traditionelle, aber auch moderne zu bekannten Melodien, so dass auch ich mitsummen konnte). Am Ende wurden die Kerzen angezündet.

Den Humus trafen die vertrauten Klänge mitten in seinen Heimwehnerv, aber auch ich, ohne den Inhalt zu verstehen, genoss die besondere Atmosphäre.
Ein schöner letzter Abend.
Für diesmal.

IMG_6929Auf diese Musiker stiess ich einst bei einem Morgenspaziergang am Shabbat.

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4 Antworten zu Shabbat Shalom

  1. Anhora schreibt:

    Was für eine ansprechende Beschreibung des Shabbats. 🙂
    Habt eine gute Heimreise!

  2. faehrtensuche schreibt:

    Ich hoffe, du hattest einen guten Flug und bist wohlbehalten wieder daheim! …
    Dein Artikel hat mich dazu verleitet, nochmal auf meiner Seite zu forsten. Ein Artikel, als mein Blog noch in den Anfangsschuhen steckte: Shabbat (in Jerusalem): https://faehrtensuche.wordpress.com/2012/06/29/shabbat/

    • schreibschaukel schreibt:

      Ja, die Heimat hat mich wieder.
      Du hast die Vorzüge in deinem Artikel ziemlich auf den Punkt gebracht. Eine ehemalige Schulkollegin des Twenagers, die mittlerweile in Jerusalem lebt, hat mir einst bestätigt, wie erholsam das ist, wenn sie mal für 24 Stunden ihr Handy weglegt – und dass sie stolz darauf ist, das überhaupt zu können. Als ich ein Kind war, verliefen unsere Sonntage ähnlich entschleunigt, doch das ist lange her…

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