Mit unterschiedlichen Ellen gemessen

„Aha. Du gehst zu Netanjahu“, sagte sie mit leicht säuerlicher Mine.
Komisch.
Noch nie ist es in der Vergangenheit jemandem in den Sinn gekommen, mich darauf hinzuweisen, dass ich zu Merkel, May, Hollande, Fischer, Löfven, Renzi, Michel, Bertello oder Obama gehe, wenn ich meine Ferien woanders verbringe.
Aber mit Israel verhält es sich natürlich anders, da gelten andere Massstäbe.
Tatsächlich. Finde ich auch.

Als ich angesichts der aktuellen Lage dem Twenager gegenüber die Hoffnung äusserte, es möge in nächster Zukunft nicht zu einer Eskalation kommen, weil ich dann als Standby Passagierin schlechte Karten hätte, wieder nach Hause zu kommen, schlug er vor, dann könnte ich ja ein Auto mieten und damit zurückfahren.

„Kind!“, entgegnete ich. „Hast du mal einen Blick auf die Karte geworfen?“
Israel ist das einzige demokratische Land in dieser Region und im Moment würde ich meinen Fuss in keiner Richtung über die Grenze setzen wollen. In einigen Ländern würde ich aufgrund meines zivilen Status öffentlich gesteinigt werden; noch schlimmer: Schon das Fahren eines Autos würde mich wohl vogelfrei machen.

Jawohl.
Israel ist etwas Besonderes.
Und ich bin gerne hier.

IMG_1881

 

Dieser Beitrag wurde unter dazwischen, Uncategorized abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Mit unterschiedlichen Ellen gemessen

  1. faehrtensuche schreibt:

    „Und ich bin gerne hier.“ – Ich auch! Sogar sehr gerne! Mazal tov!

  2. Anhora schreibt:

    Mutig, mutig! Mir machen solche Länder Angst. Ich würde auch nicht in die Türkei reisen oder in ein nordafrikanisches Land. Ich bin doch ein Schisser … 😉
    Man hört von solchen Ländern eben auch meist nur, wenn etwas passiert ist. Alles andere schafft es nie in die Nachrichten.

    • schreibschaukel schreibt:

      Genau. Ich weiss noch, als damals der „Needle Park“ von Zürich weltweit in den Schlagzeilen war und ein amerikanischer Bekannter um unsere Sicherheit fürchtete.
      Ich hab jedenfalls einen überaus friedlichen Abend mit einem wunderbaren Sonnenuntergang am Meer genossen. Und ich bin zuversichtlich, dass sie morgen auch hier wieder aufgeht.
      Ich bin ja auch ein Schisser. Aber manchmal muss man Prioritäten setzen. 🙂

      • Anhora schreibt:

        Vom Needle Park weiß ich nichts, aber um die Sicherheit der Schweizer mach ich mir per se weniger Sorgen als um die Menschen in Israel oder Palästina. Aber viel Besorgnis wird eben auch durch Unwissenheit ausgelöst. In diesem Sinne wünsche ich dir noch viele schöne Sonnenunter- und vor allem Sonnenaufgänge. Egal wo. 🙂

  3. anneinsideoffice schreibt:

    In einem super Buch von Daniel Kahneman, las ich neulich Risiko Statistiken. Das grösste Risiko ist für uns 1. „Weltler“ an den Folgen von Diabetes zu sterben, Terror kommt erst ganz weit hinten. Die Medien zeigen uns, was wir sehen wollen und nicht was Fakt ist.
    Geniesse deine Zeit, am Besten dort, wo du liebe Menschen hast!

  4. Yael Levy schreibt:

    Herzlich willkommen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s