(Un)ordnung muss sein

 

IMG_1873„Da muss ich ein Panoramabild machen“ sagt der Twenager mit fachmännischem Blick. „Sieht ja toll aus.“
Er ist mein Kind und hat deshalb ebenfalls einen Hang zur Ordnung, was mit ein Grund für unsere immer noch erfolgreiche Wohngemeinschaft sein mag. Deshalb rechne ich es ihm hoch an, dass er nicht in Tränen ausbricht, als er unser Wohnzimmer betritt. Vorsichtig tut er das, denn kaum ein Zentimeter des Bodens ist noch frei. Bis am Sonntag ist wieder Ordnung, das hab ich ihm versprochen, dann hat er nämlich Besuch eingeladen.

Die letzte Schulwoche war hektisch, wie alle letzte Schulwochen, und obwohl ich schon Wochen zuvor angefangen hatte mit Aufräumen, füllte ich am Schluss wahllos Papiertaschen, um rechtzeitig denn Schlüssel abgeben zu können. Ich wollte nicht mehr während der Ferien zurückkommen müssen, denn das hätte mich deprimiert. So sicher ich mir auch bin, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, so sehr wurde mir gerade während der letzten Tage doch auch bewusst, was ich aufgebe. 
Ich werde von nun an nicht mehr Teil dieses liebenswerten und fröhlichen Teams sein. Das ist trotz allem eine harte Nuss.

Es ist aber nicht so, dass ich jetzt zu Hause sitze und mich gräme. Ich tu mich jeweils schwer mit wichtigen Entscheidungen, aber sind sie einmal getroffen, bereue ich sie nicht. Ich freue mich unbändig über meine Auszeit. Diesmal hab ich wirklich Ferien und sie werden so lange dauern, wie ich das möchte (oder solange mein Portemonnaie das zulässt).
Jedenfalls nachdem ich DAS HIER aufgeräumt habe.

Im Moment versuche ich mehr oder weniger erfolgreich, eine Ordnung in mein Schulmaterial zu bringen. Bücher, Spiele, Lernkarten, Bastelmaterial, Unterlagen, die man vielleicht doch mal noch brauchen könnte. Was werfe ich weg und was behalte ich? Und wie verstaue ich das alles platzsparend und doch so übersichtlich, damit ich es bei Bedarf zur Hand habe? Wenn ich in einigen Monaten mein Wanderjahr beginne und als Aushilfe arbeite, um an verschiedenen Orten zu schnuppern, bevor ich mich wieder festlege, dann wird das von grosser Wichtigkeit sein. Die tollsten Sachen nützen nämlich nichts, wenn man sie nicht findet. Oder gar nicht mehr weiss, dass man sie hat.
Was ich während des Aufräumens nämlich alles gefunden habe …es ist fast ein bisschen schade, dass ich das Zeug für eine Weile nicht brauchen werde!

 

Dieser Beitrag wurde unter auf, Uncategorized abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s