Wieder Frühling

Und wieder sitze ich auf meinem Balkon, denn der Frühling ist zurückgekehrt. 

Wenn ich nicht wüsste, dass es der Frühling ist, würde ich auf den Sommer tippen, so warm ist es bereits in meiner von der Sonne angestrahlten Nische. Die grosse Birke zu meiner Rechten hat noch keine Blätter, aber fast zuoberst sitzt seit gestern ein kleiner Vogel und tiriliert, was das Zeug hält. Dass ein so kleines Geschöpf so laut singen kann… Wenn ich nicht zu faul wäre, würde ich mich schlau machen, welcher Gattung er angehört, aber ich hab keine Lust dazu und der Vogel zwitschert auch schön, ohne dass ich seinen Namen weiss.

Es wird mein vierter Sommer werden auf diesem Balkon und noch immer kann ich mich nicht sattsehen an der kleinen Kirche auf dem Hügel und den grünen Wiesen, auf denen jetzt die Primeln blühen – es sind mit jedem Jahr mehr – und der Albiskette, die hinter den Hausdächern hervorguckt. Bald werden die alten Bäume wieder dicht belaubt sein, so dass ich nachts nur noch vereinzelt die Lichter der weiter unten liegenden Stadt sehen kann, die auch bei Sturm tröstlich zu mir hinauf blinken, aber das macht nichts, denn ich liebe den Sommer. Ich liebe auch meinen Balkon und mit ihm meine Wohnung und wie es grosse Lieben, die nicht bloss ein Strohfeuer sind, so an sich haben, wächst meine Liebe noch und mit jedem Sommer weiss ich mein Glück mehr zu schätzen.

Eben ist eine meine Nachbarinnen auch auf den Balkon herausgekommen um die Sonne zu geniessen, Meine Nachbarinnen mag ich auch, und das ist nicht schwierig, überhaupt nicht, und mit ein Grund, wieso ich so gern hier wohne.

Während ich meinen vierten Sommer auf meiner Insel angehe, auf die es mich in stürmischen Zeiten und zu meinem Glück verschlagen hat, schreibe ich ein paar Kindheitserinnerungen nieder, weil das vielleicht zu einer Geschichte passt, aus der vielleicht mal ein Buch werden könnte, wenn ich vielleicht ein bisschen disziplinierter an das Projekt herangehe. Und wie ich mich erinnere, denke ich, wie schnell die Jahre doch dahingegangen sind und wie komisch es ist, dass sich im Laufe der Zeit so viel verändert hat.
Weil: Vieles ist gleich und auch ich bin im Innersten dieselbe geblieben.
Oder war ich schon wer ich heute bin, als ich noch nicht wusste, was mal aus mir werden wird?

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