(Kein) Spaziergang

Das Leben ist nicht immer ein Spaziergang – vermutlich auch nicht als solcher gedacht – das hat sich letzte Woche wieder mal in aller Deutlichkeit offenbart.

Wie schön, dass es trotzdem diese kleinen Momente gibt, die die Lebensfreude wach und den Geist lebendig halten. Für mich kann das ein richtiger Spaziergang kurz vor Sonnenuntergang sein, der am schönsten vom benachbarten Hügel anzuschauen ist. Weil man ihn dort ganz konkret hat, bekomme ich auch sonst wieder etwas mehr Weitblick und löse mich von den Sorgen und Nöten des Alltags, auf die ich mich gerade einzuschiessen beginne. Und während ich das Farbenspiel der untergehenden Sonne beobachte und den vielfältigen Geräuschen der sich ankündigenden Dämmerung lausche, wächst in mir die die Gewissheit: Morgen geht sie wieder auf.

Ausserdem treffe ich auf meinem Spaziergang meist auf nette Nachbarn; zweibeinige und vierbeinige. Mit einigen wechsle ich ein paar Worte und mögen sie auch bloss im Vorbeigehen ausgetauscht worden sein, so tragen sie doch zum Wohlbefinden bei; ich fühle mich in dieser lockeren Gemeinschaft aufgehoben.
Andere zieren sich erst ein bisschen, bevor sie sich schnurrend auf ein vertrauliches Zwiegespräch einlassen, das auch ohne Worte auskommt.

Und dann gibt es noch die dazwischen, welche man nicht recht einzuordnen weiss.
Auf zwei Beinen geht er vor mir her, dreht sich immer wieder um, um mich forschend zu mustern und ich weiss nicht: Will der am Ende was von mir? Nett sieht er aus, ein bisschen tollpatschig vielleicht, was ihn umso sympathischer macht. Trotzdem halte ich sicheren Abstand. Man weiss ja nie…

Hinter der nächsten Ecke hat er sich plötzlich in Luft aufgelöst und ich kann ihn nirgends mehr ausmachen. Im Weitergehen sinniere ich noch ein wenig über die seltsame Begegnung nach und komme zum Schluss: Er wollte vielleicht, dass ich ihn zum Essen einlade.

Den Gefallen kann und will ich ihm nicht tut. Und hoffe ich der Folge inständig, er möge sich an einem anderen Zündkabel gütlich tun.
Es wäre vielleicht Zeit, mir ein paar Gedanken zu machen,
wie ich Marder von meinem Auto fernhalten kann.

Dieser Beitrag wurde unter dazwischen abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s