Suchtpotenzial

auf den Kopf gestellt

Seit Beginn dieses Jahres habe ich mich wieder daran gewöhnt, regelmässig zu schreiben. Das ist schön (für mich jedenfalls J ). Nicht ganz klar bin ich mir darüber, wie schön es ist, langsam aber sicher davon abhängig zu werden. Es gibt schlimmere Laster als zu schreiben – trotzdem kann es lästig sein, wenn eine Tätigkeit an sich zur Voraussetzung fürs tägliche Wohlbefinden wird. Ein bisschen ärgerlich ist es schon wenn ich, statt jetzt endlich die Texte zu korrigieren, die schon tagelang herumliegen – und die ich morgen brauche! – lieber erst noch selber etwas schreibe, obwohl es schon nach zehn Uhr ist. Noch dazu etwas Unnötiges, Überflüssiges, Sinnloses, Nutzloses, Wertloses…
Andererseits: Mit Wörtern rumzuspielen gibt mir ebenso viel Energie wie eine Stunde mehr Schlaf. Ausserdem ist der Vergnügungswert berechenbarer als beim Schlafen, wo man ja nie weiss, welch wertvolle, nutzbringende, sinnvolle, wichtige, nötige Träume einen heimsuchen werden; diesbezüglich muss man immer mit dem Schlimmsten rechnen.

Jaja, ich weiss schon: „Erst die Arbeit und dann das Vergnügen“. Bei mir funktioniert das aber nicht; ich arbeite besser, wenn ich vergnügt bin. Verkehrte Welt sozusagen…

Vielleicht liegt es daran, dass ich mich seit Beginn dieses Jahr auch regelmässig auf den Kopf stelle, jeden Morgen, um genau zu sein, als Abschluss von meinem hausinternen Bewegungsprogramm. Ich kann das übrigens wärmstens empfehlen. Es ist sehr aufschlussreich, die Dinge mal andersrum zu betrachten und womöglich habe ich es nur der Tatsache, dass ich mein Leben auf den Kopf gestellt habe zu verdanken, dass das Vergnügen bei mir neuerdings zuerst kommt.

Was mir allerdings zu schaffen macht ist die Tatsache, dass ich mich so sehr daran gewöhnt habe: an den morgendlichen Kopfstand, ans tägliche Schreiben und – an das Vergnügen vor der Arbeit.

Bin ich ein zwanghafter Mensch?

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6 Antworten zu Suchtpotenzial

  1. runningtom schreibt:

    Andere Sicht dank neuer Sucht 🙂

  2. bayernpauline schreibt:

    Ne, biste nicht! Wenn es Dir dabei gut geht und Du dann trotzdem noch die Arbeit schaffst, egal wann, ist es doch in Ordnung. Das Wichtigste ist doch, dass Du Dich wohl fühlst! Zwang sehe ich hier keinen, sage ich mal so als anerkannte Küchen-Psychologin 😉 LG bayernpauline

  3. schreibschaukel schreibt:

    Die Arbeit hab ich jetzt gerade fertig geschafft. In der Küche (da ist das Licht am besten 😉 )

  4. Patty schreibt:

    Quatsch! Das sind Rituale und Rituale geben Stabilität und Sicherheit 😉

  5. schreibschaukel schreibt:

    Beim Kopfstand könnte es allerdings noch ein bisschen stabiler … aber ja, du hast mit Sicherheit Recht. 🙂

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