Süsser Neid


Einige Jahre her ist es schon, seit sie mir zum ersten Mal auffiel. Schon da hegte ich ambivalente Gefühle: Sah ich ihr Bild in der Zeitung, so war nämlich meins nicht drin. Nichtsdestoweniger las ich immer, was sie zu sagen hatte und amüsierte mich köstlich. Einmal sah ich sie von weitem anlässlich eines Personalanlasses, aber bevor ich mich anpirschen konnte, war sie schon wieder weg.

Weitere Monate zogen ins Land, bis eines Tages dieses Mail herein flatterte, in dem sie sich in gewohnt frecher Manier zu einem Artikel äusserte, den ich geschrieben hatte. Ha! Das konnte ich natürlich nicht anders, als…

Im Laufe des nächsten Jahres gingen ichweissnichtmehrwievieleabersehrviele Mails hin und her und ich machte zum ersten Mal die schöne Erfahrung, wie anregend, amüsant und belebend ein schriftlicher Austausch mit einem anderen schreibwütigen Menschen sein kann. Der Daniel Glattauer hat da nämlich kein Monopol drauf, auch wenn er diese Erkenntnis zu Geld gemacht hat.

Wir schrieben uns, als wohnten wir auf zwei verschiedenen Kontinenten, dabei …war’s gleich um die Ecke. Je länger wir schrieben, desto grösser wurde die Angst davor, uns zu treffen. Was, wenn wir uns nichts zu sagen hätten? Wenn wir uns in der Realität unsympathisch wären? Beide scheuten wir uns davor, unsere virtuelle Freundschaft aufs Spiel zu setzen und schoben ein mögliches Treffen mit nichtigen Gründen vor uns her.

Bis …sich eines Abends unsere Mails praktisch in derselben Minute kreuzten, obwohl in diesem Moment tatsächlich über 1000 Kilometer zwischen uns lagen.
Das erste Treffen fand kurze Zeit später statt und was soll ich sagen? Madame Flohnmobil starb auf dem Nachhauseweg – der zum Glück nicht lang war – fast den Hungertod, weil wir vor lauter Quatschen vergessen hatten, den Kuchen zu essen.

Seit diesem denkwürdigen Tag zähle ich sie zu meinen engsten Freundinnen und es stimmt: Auf die Idee mit dem Blog habe ich sie gebracht.

Für das Buch allerdings, dafür kann ich gar nichts. Und ich bin natürlich – sie ist schliesslich meine Freundin – wahnsinnig neidisch darauf. Hoffentlich ist es ein schlechtes Buch.
Allerdings habe ich Grund zur Annahme – nein, ich bin mir leider sogar sicher – dass das Gegenteil der Fall ist. So ist das eben mit diesen ambivalenten Gefühlen.

Und wer sich selber ein Urteil bilden will, der soll’s doch einfach bestellen. Hier

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5 Antworten zu Süsser Neid

  1. Flohnmobil schreibt:

    Das sind nicht wir beide auf dem Bild oder? Ich meine … kann nicht sein … hat ja keine von beiden den Schnabel offen.
    Federn scheinen auch noch keine geflogen zu sein.
    Also alles in Butter.
    Trotz Neid kann ich mich weiterhin in deine Nähe wagen und wenn ich was Süsses mit dabei habe, wird es für dich mit Sicherheit nicht so schlimm werden. Das mit dem Neid. Und überhaupt und so.
    Was wäre ich schliesslich ohne dich. ❗ ❗ ❗
    DANKE, DASS ICH DEINE FREUNDIN SEIN DARF.

  2. schreibschaukel schreibt:

    Dürfen?! Nö du…
    🙂

  3. Pingback: Hochgradige Zufälle | Flohnmobil - im Alltag unterwegs

  4. pixelspielerei schreibt:

    Ihr beide seid ja echt klasse! ☺ Es hat Spaß gemacht, Eure Beiträge zu lesen und ich wünsche Euch, dass Eure Freundschaft über alle Tastenanschläge hinaus bestehen bleiben wird! 😉

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