Ferienanfang

Ferien, endlich. Kein Wecker, der mich am Montagmorgen schon um halb sechs aus den Träumen reisst, sondern …ein Telefon.

Es ist zwar nicht halb sechs, aber zwanzig vor acht und in Anbetracht der Feriensache doch recht früh. Am Apparat ist meine Mutter, völlig aufgelöst, sie habe Nasenbluten und das gehe jetzt schon seit STUNDEN so und die Schwester habe ihr blutstillende Watte gebracht und trotzdem müsse ich das aber doch jetzt wissen, sofort! und dass sie so auf keinen Fall zum verabredeten Mittagessen gehen könne.
Obwohl es zum Mittagessen noch eine Weile hin ist – vier Stunden und zwanzig Minuten, um genau zu sein – kann ich sie nicht beruhigen. Irgendwann hänge ich auf, Rabentochter, wo meine Mutter doch offensichtlich auf den Tod wartet. (Um mich ein wenig zu entlasten möchte ich aber anfügen, dass sie das seit etwa fünfundzwanzig Jahren immer mal wieder tut und ich mich mittlerweile daran gewöhnt habe. Was fatale Folgen haben könnte, weil sie mittlerweile tatsächlich schon recht alt und zittrig geworden ist.)

Trotzdem hänge ich also auf, packe mich und mein schlechtes Gewissen wieder unter die Decke und versuche nochmals zu schlafen. Der Rest unserer launigen Wohngemeinschaft wird sich bei diesem Wetter auch nicht vor halb zehn blicken lassen.

Kaum bin ich wieder halbwegs weggedöst, klingelt es erneut. Diesmal melde ich mich mit einem genervten „Ja…?“ und einem unausgesprochenen „Was ist denn jetzt noch?!?!?“, doch es ist nicht meine Mutter. Es ist ja auch schon fünf nach acht und diesmal ist ein Kollege vom Handyman dran. Der wird mir später aufs Ohr klatschen, ich solle mich bloss nicht so haben, acht Uhr sei für jeden vernünftigen Menschen eine völlig normale Zeit, um anzurufen, aber wie gesagt wird er mir das erst später vorhalten, denn jetzt schläft er ja noch. Im Gegensatz zu mir. Der Kollege tut mir zwar ein bisschen leid, weil er ob meines Tonfalls ziemlich verdattert ist, aber trotzdem vertröste ich ihn auf später, weil HIER ALLE NOCH SCHLAFEN UND WIR FERIEN HABEN!!! Was gelogen ist. Ich schlafe ja gar nicht.

Es will mir jetzt auch nicht mehr gelingen, das mit dem Schlafen. Also stehe ich auf und geniesse ein ruhiges Frühstück.

Schön eigentlich, wenn alle anderen noch im Bett sind…

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4 Antworten zu Ferienanfang

  1. Inch schreibt:

    Uuahh! Ich HASSE so was!!!

  2. Flohnmobil schreibt:

    Würdet du bitte in Zukunft deine Bilder etwas mehr dem Anlass entsprechend auswählen!!!
    Katzenmütter haben schliesslich kein Nasenbluten. Und wenn, dann tun sie das nicht in hysterischem Tonfall und noch weniger am Telefon Kund. 😳

  3. schreibschaukel schreibt:

    Wieso? Das Bild passt doch ausgezeichnet: Mein Co-Autor lässt sich durch sowas nicht aus der Ruhe bringen und den Hörer nimmt er auch nicht ab.

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