Lebensgefühldesigner

Der Zopf ist ab!

Na schön – wo Fieldo the cat bereits alles ausposaunt, also quasi die Katze aus dem Sack gelassen hat: Die Haare sind wieder ab.

Im Prinzip lasse ich sie ja immer bloss wachsen um sie eines Tages in einem Rundum-Befreiungsschlag wieder ratzfatz abschneiden zu können (ist einfach ein gutes Gefühl!), um sie dann wieder wachsen lassen zu können, um sie eines schönen Tages wieder… Im Gegensatz zu meinem Lebensstil, den ich grundsätzlich als beständig bezeichnen würde, mag ich auf meinem Kopf nämlich vor allem eins: Veränderung.

Der Friseur, der eigentlich gar keiner ist – er ist nämlich Hair-Designer, steht so auf seiner Karte – fand das nach seinen eigenen Worten mutig, aber ich konnte ihn beruhigen. Ich hätte mich mit kurzen Haaren schon oft gesehen, versicherte ich ihm, und es würde auch nicht schlimmer aussehen als mit langen. Also machte er sich frohgemut und äusserst kompetent (mir wurde der Unterschiede zwischen einem Friseur und einem Hairdesigner schnell klar!) an meinem mittlerweile endlich langen und vollen Haar zu schaffen, um es wieder zu beseitigen. Vorher designte er mir aber noch eine neue Farbe und ich unterhielt mich so gut dabei, also mit ihm, dass ich erst nachher erstaunt feststellt: Das dauerte seine Zeit. Leider schlug die ganze Prozedur auch rein finanziell mit einem horrenden Betrag zu Buche, aber gut: Der Aufwand hat sich gelohnt.

Es ist schön, als eine andere, als diejenige, die man war (zumindest äusserlich) durch dieselbe Tür hinauszugehen, durch welche man eingetreten ist. Im richtigen Leben will einem das ja leider nicht immer gelingen.

Jedenfalls hält das „Sichneufühlen“ noch an. Heute Morgen, noch im Halbschlaf, fragte ich mich im ersten Moment erstaunt, wer da in meinem Bett liegt. Da mir auch das im richtigen Leben selten, ja, eigentlich nie passiert, genoss ich das verruchte Gefühl und bettete meine kurzhaariges Haupt wohlig wieder aufs Kissen. Vielleicht könnte man, überlegte ich mir, als ich selig wieder weg döste, die Berufsbezeichnung des Hairdesigners noch weiter aufwerten und ihn stattdessen Lebensgefühldesigner nennen? Zumindest weibliche Blogbesucher wissen bestimmt, was ich meine…

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6 Antworten zu Lebensgefühldesigner

  1. runningtom schreibt:

    Was die pekuniäre Seite der ganzen Prozedur angeht, hat der Designer wohl auch ansatzweise etwas von einem Investmentbanker 😉

  2. schreibschaukel schreibt:

    Nachdem ich jetzt endlich auch weiss, was pekuniär bedeutet, muss ich sagen: Man kann das Leben nicht immer bloss von der pekuniären Seite her betrachten. 😉

  3. T.M. schreibt:

    Pah, weibliche. Und die männlichen??? Frau St., ohne Vorher/Nachherfotos wird das nix. Echt jetz.

  4. schreibschaukel schreibt:

    Äxgüsi, aber hier gibt es weder Vorher/Nachher noch Mittendrinfotos. Ich will nämlich nicht, dass mein Blog den Punkt überschreitet, wo die Qualität des Gegenstandes zu leiden beginnt. 😉

  5. Flohnmobil schreibt:

    Könntest du vielleicht eine allgemeine Richtung angeben, auf welche Haarfarbe ich mich gefasst machen soll. Grün? Blau? Orange? Ich würde dann die Tönung meiner Sonnenbrille entsprechend auswählen.

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