Vorher – nachher

erstes Gänseblümchen, 5. Februar. 2011

Wer kennt sie nicht: Die beliebten vorher-nachher-Serien in den Magazinen, wo wir lernen, schöner auszusehen. Neidisch betrachtet man sie und macht sich unweigerlich Gedanken über das eigene Aussehen. Könnte man eventuell sogar selber vom Gänseblümchen zur Margerite werden? Allerdings wird man den Verdacht nicht ganz los, dass ab und zu kräftig geschummelt wird. Die vorher-Fotos scheinen meist recht lieblos aufgenommen worden zu sein. Ungünstige Lichtverhältnisse rücken auch den kleinsten Pickel ins Bild, die gewählte Perspektive nimmt sich mit Begeisterung allfälliger Haltungsschäden an und die Garderobe, so denkt man sich manchmal insgeheim, stammt wohl von der Altkleidersammlung. Denn Hand aufs Herz: Würde man sich nicht aller vorher-nachher Euphorie zum Trotz in ein günstigeres Licht rücken wollen, wenn man davon ausgehen muss, dass einen die halbe Welt so sehen wird?

Die nachher-Fotos aber dann. Menschenskind. „Bist du gut getroffen“, denkt man sich dann. Ein Teint so rein wie der von Schneewittchen, die Locken luftig aufgebürstet, ein strahlendes Lächeln im Gesicht und natürlich teure Klamotten am Leib (kaufen kann man sie da und dort, aber Achtung! – nur, solange es hat).

Und doch habe ich manchmal das vage Gefühl, jedweder fotografischen Raffinesse zum Trotz, dass mir das vorher-Bild eigentlich auch ganz gut gefällt. Es wirkt, wie soll ich sagen …irgendwie natürlicher. AUTHENTISCHER (um auch dieses beliebte Wort hier noch unterzubringen).Beim nachher-Bild schwingt ja doch die leise Angst mit, dass das perfekte Äussere schon morgen früh altbacken zerbröselt. Auch wenn uns die Kosmetikindustrie noch vor dem und am Tatort weismachen will, das neue Makeup halte 24 Stunden (Wie blöd. Wo man doch morgens sowieso schon immer gestresst ist. Und jetzt soll man sich auch noch morgens abschminken?!) Wenn das aber so ist – die Brösel der gestrigen Schönheit dann zwischen den Bettlaken ihre schmierigen Spuren hinterlassen – dann ist die Enttäuschung fast ein bisschen grösser, als wenn man vorher schon wusste, was man hat. An Äusserem, meine ich jetzt.

Um es kurz zu machen: Ich stehe diesen vorher-nachher-Reportagen eher skeptisch gegenüber. Aber zum Glück dauert es ja meistens nicht lange und alles ist wieder beim Alten.

Vorher:

Nachher:

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10 Antworten zu Vorher – nachher

  1. Flohnmobil schreibt:

    Ich finde euer Weiden-Konstrukt in der Vorher-Version irgendwie charmanter. Hat so etwas aufstrebend-positives an sich. Und wirkt sympathisch chaotisch, mit aufmunternder Dynamik.

  2. Ich weiss auch nicht, wie ich jetzt darauf komme, aber : wann hab ich eigentlich meinen nächsten Friseurtermin? Ich fühl mich so zersaust irgendwie…

  3. runningtom schreibt:

    Hätte man doch sicher auch mit Photoshop hinbekommen… mühelos und dauerhaft 😉

  4. Renate schreibt:

    Ja, schon – aber wie krieg ich den in unseren Garten? 🙂

  5. Tamar schreibt:

    Mist, du erinnerst mich daran, dass unser Weidenhaus auch mal wieder eine Verschönerungskur nötig hätte…

  6. Renate schreibt:

    Falsch! Ich erinnere dich daran, dass es auch okay ist, der Natur ihren Lauf zu lassen… 😉 (und in einem Jahr sieht es sowieso wieder aus wie vorher!)

  7. Peter schreibt:

    Manchmal bin ich gar nicht so sicher. ob bei „vorher/nachher“ Fotos diese Reihenfolge wirklich stimmt, vor allem wenn es um Schlankheitskuren geht…

  8. Renate schreibt:

    Das hat was 🙂 . Für die korrekte Abfolge der obenstehenden Fotos aber lege ich meine Hand ins Feuer. Und meinen Muskelkater dazu.

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