Weihnachtsspitze

Jetzt steht er, der Christbaum. Wie jedes Jahr in letzter Minute geschmückt, aber liebevoll in unserem Haus aufgenommen und vom Teenager auf den schönen Namen Friedrich getauft. Wir nennen ihn aber bloss Freddy. Fieldo the cat kann sein Glück kaum fassen: Nun hat er sogar im Haus an der Wärme eine eigene Tanne, noch dazu eine, die er weder mit Nachbars Katze noch mit den Hunden von nebenan teilen muss.

Der Christbaumschmuck ist jedes Jahr derselbe: kitschig, in roten, grünen und goldenen Farben gehalten. Wer genau hinschaut entdeckt auch einen kleinen Frosch, einen bisher ungeküssten. Wir wollen kein Risiko eingehen. Jedes Jahr geht mindestens eine Kugel kaputt und eine neue kommt dazu. So wie in diesem Jahr die etwas aus dem Rahmen fallende Amerika-Kugel. Ihr Blau stört ein wenig, aber der Teenager hat sie von seinen Freundinnen geschenkt bekommen. Wie bei all den anderen Anhängseln zählt der ideelle Wert.

Die Christbaumspitze war jahrelang ein Problem für sich. Mit der gängigen Dekoration tue ich mich schwer, obwohl ich im Gegensatz zu vielen anderen, die ihren Baum damit schmücken, keine Aversion gegen Minarette hege. Mir gefällt sie einfach nicht. Zu herausgeputzt. Zu formell irgendwie. An Weihnachten mag ich es gemütlich und unkompliziert.

Abhilfe brachte eines Tages dieser freche kleine Engel, mit dem einst ein Weihnachtsgeschenk liebevoll geschmückt war. Seither erklimmt er mit unserer Hilfe Jahr für Jahr den obersten Punkt unseres Baums und installiert sich knapp unterhalb der Zimmerdecke. Während er in manchen Jahren aussieht, als müsste er auf Diät gesetzt werden, schlottert ihm in anderen sein Engelskleid um die Hüften. Immer aber schaut er schalkhaft auf uns herunter und freut sich über die Feierlichkeiten. Die nie so schön sind wie zu Weihnachten.

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4 Antworten zu Weihnachtsspitze

  1. Anhora schreibt:

    Ein bisschen aufgespießt sieht er schon aus auf dem Foto, aber der Engel hat was! 🙂

  2. Sind bei seinem Friseur noch Termine frei? Und wo hat er nur diesen süßen Pushup her?

  3. Renate schreibt:

    Die Frisur hat er seinem letztjährigen Aufenthalt im Waschschongang zu verdanken. Das dürfte jetzt allerdings ein bisschen eng werden…
    Was die süssen Bommel betrifft: Zwei Mützen reichen dafür. 🙂

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