Hier geht die Post ab

Das ist (noch) nicht zu haben.

Mein Lieblings- Dienstleistungsunternehmen überrascht mich immer wieder. Als ich heute vor diesem interessanten Gestell mit den Geschenkideen in Form von Erlebnisgutscheinen stand, war es wieder soweit. Eigentlich stand ich ja in der Schlange, so wie meistens, aber da die Post inzwischen der reinste Tante Emma-Laden ist, langweile ich mich nie. Da gibt es schnuckelige Malbücher neben ebensolchen Handys zu bestaunen, ich kann mein Glück bei der Lotterie versuchen oder aber Abfallsäcke kaufen, in Ruhe Glückwunsch- oder Beileidskarten auslesen, Konzertdaten in meine Agenda eintragen, ein bisschen im zweitneusten Bestseller schmökern, den Wetterbericht studieren, mich mit Süssigkeiten eindecken UND – seit neustem ist auch DIE Geschenkidee zu haben. Ich meine, wer schenkt heute noch einen Blumenstrauss oder ein Buch? Wenn es Erlebnisse zu kaufen gibt, wo garantiert für jeden etwas dabei ist?

Da spielt man direkt mit dem Gedanken, sich selber auch was zu schenken; schliesslich soll man sich ab und zu eine Freude bereiten. Das Angebot lässt sich sehen. Wer’s konventionell mag, gönnt sich Bodyflying oder einen Fallschirmabsprung. Für Adrenalinjunkies gibt es ein Fotoshooting oder – nur für starke Nerven – ein Mode-Styling mit einer Luisa Rossi (385.-). Oder soll man sich für die Huskyschlittenfahrt mit anschliessendem Walliser Imbiss entscheiden? Das wäre der Aussentemperatur angemessen. Sogar für pensionierte Heimwehpiloten ist etwas dabei: ein Besuch im Flusgsimulator. (Leider wieder nichts für den Handyman, schade, aber der hat sowas von kein Heimweh!)

Übrigens sind die Sachen gar nicht so teuer, wenn man’s bedenkt. Da gibt es sage und schreibe ein Schnäppchen für 996 Franken. Was auf den ersten Blick viel scheint, ist auf den zweiten recht günstig, geht man davon aus, das alles inklusive ist. Allerdings bin ich mir jetzt nicht ganz sicher, ob die Scheidungskosten bei der „Love-Affair“ auch schon mitgerechnet sind, das muss ich erst noch mal abchecken. Sicher ist sicher.

Im Prinzip eilt es ja auch nicht mit den gekauften Erlebnissen. Das schönste Erlebnis gibt’s immer noch gratis, wenn man sich dafür auch etwas Zeit nehmen muss: Das ist der Moment, wo man dann endlich seinen Brief aufgeben kann. Das geht nämlich immer noch – bei der Post.

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