Geschafft!

Hurra – die Ferien sind da.

Was gibt es Schöneres, als ganz am Anfang der grossen Ferien zu stehen? Das Gefühl von Sommer ist dann am grössten und für einen Moment, einen ganz kurzen nur, scheint die Zeit stehen zu bleiben, weil man plötzlich so viel davon hat. Jedenfalls der Teenager mag sich so fühlen und das gönne ich ihm und allen anderen Schulkindern von Herzen. Den Lehrpersonen gönne ich es auch, denn obwohl ich in letzter Zeit öfters über die Schule gemotzt habe: Auch sie haben ihre Ferien verdient.

Ich weiss noch genau, in welchem Jahr ich mich am allermeisten über die Sommerferien gefreut habe. Das war nach meinem ersten Quartal als Junglehrerin (damals begann das Schuljahr noch im Frühling) und der Moment, als plötzlich der ganze Stress und die Anspannung von mir abfielen, lässt sich nicht beschreiben, ist mir aber heute noch in Erinnerung. Auch wenn es mich glücklich machte, dass ein paar Kinder die grosse Pause bedauerten; ich hatte sie bitter nötig.

In den folgenden Jahren merkte ich am eigenen Leib: Lehrer haben nicht – wie die meisten glauben – zu viele Ferien. Abgesehen davon, dass ein grosser Teil für Vorbereitungen, Kurse, Klassenlager rekognoszieren und dergleichen draufgeht; ein bisschen Abstand von Zeit zu Zeit ist in diesem Beruf unabdingbar. Lehrer und Lehrerinnen, die ihren Beruf ernst nehmen, laufen während der Schulwochen ständig auf Hochtouren und bemessen ihre Arbeitswoche nicht in Stunden. Dabei verliert man dann ab und zu vor lauter Pflichten und Aufgaben und übermässiger Präsenz das Wesentliche aus den Augen, nämlich das Wohl der Kinder. Vor allem ihretwegen sind frisch geladene Batterien äusserst wichtig in diesem Beruf.

Den Moment am Anfang der grossen Ferien geniesse ich nach wie vor, stellt er doch eine lieb gewordene Zäsur im Jahresablauf dar, obwohl Ferien für mich selber nicht mehr dieselbe Bedeutung haben. Je nach Sichtweise könnte man nämlich sagen, dass ich immer Ferien habe oder eben nie. Egal, wer jetzt was denkt; meines Erachtens ist es ein Luxus, wenn sich der Alltag nicht krass in Ferien und Nichtferien scheidet, ein Luxus, den ich geniesse.

Allen, die nicht in diesem Luxus schwelgen: Schöne Ferien!

Dieser Beitrag wurde unter auf abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s