Über Gott und die Welt

Was gibt es Schöneres, als bei Kaffee und Brötchen über Gott und die Welt zu quatschen? Offenbar war der Handyman ebenfalls dieser Meinung, denn er kam extra aus dem Tessin nach Hause, um dabei zu sein. Dass der Teenager sich ebenfalls zu uns gesellte war allerdings nicht verwunderlich, war doch der Besuch vor allem seinetwegen gekommen. So sassen wir in trauter Runde am Tisch, assen, lachten und amüsierten uns prächtig. Ein Aussenstehender hätte kaum erkannt, dass es sich im Grunde genommen um einen offiziellen Anlass handelte. Wer wäre schon auf die Idee gekommen, der junge Mann, mit dem wir uns so gut unterhielten, sei der „Herr Pfarrer“, der demnächst den Teenager zu konfirmieren gedenkt?

Nur vage kann ich mich an mein eigenes Konfirmationsgespräch erinnern. Viel weiss ich nicht mehr, bloss, dass es eine ziemlich langweilige Angelegenheit war. Dass wir es im Gegenzug dazu heute so lustig hatten liegt nicht nur daran, dass mir der Pfarrer dank meiner Tätigkeit in der Sonntagsschule gut bekannt ist. Es liegt auch daran, dass sich die Kirche, obwohl derzeit in den Schlagzeilen, zum Guten geändert hat. Sie ist offener geworden und hat nichts mehr vom einstigen Ernst – was nicht heisst, dass sie an Ernsthaftigkeit eingebüsst hat. Heutzutage sind auch die Pfarrer vor allem Menschen, und das ist gut so. Wer dem Gottesdienst am Sonntagmorgen fern bleibt, wird nicht mehr schief angesehen. Dafür sind alle willkommen, die dabei sein möchten und damit meine ich wirklich: alle. In einer Zeit, wo alles nach „Return of Investment“ schreit aber ist ein solches Angebot, das keine Gegenleistung verlangt, einzigartig.

Trotzdem wurde ich ein bisschen wehmütig, denn ich dachte:“Du meine Güte; ist es wirklich unser Kind, das konfirmiert werden soll? Hatten wir nicht erst vorgestern das Taufgespräch? Wo sind bloss die Jahre geblieben?“

In Wahrheit sind natürlich etliche Jahre vergangen, was man dem Teenager auch ansieht und was ihm durchaus zum Vorteil gereicht. Dem Handyman und mir sieht man es übrigens auch an. Ob das aber zu unserem Vorteil ist …?

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2 Antworten zu Über Gott und die Welt

  1. runningtom schreibt:

    Es sieht zu mindest so aus als ob es auch zu Eurem Vorteil war. Und wenn ich in Deinem Blog lese, dann ist ohne Zweifel eine Entwicklung über die Zeit feststellbar!

  2. Renate schreibt:

    Wenn du meinst…

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