
Wie erfrischend, wenn der graue Alltag durch einen unvorhergesehen Zwischenfall aufgelockert wird. Da ist es zu verschmerzen, dass man im Lift steckenbleibt, keine verfügbare Nahrungsquelle findet, vergeblich an der Haltestelle wartet oder sich nicht kurz im Kaufhaus aufwärmen kann, weil es wie viele andere Betriebe seine Tür geschlossen hat. Mit freudiger Gelassenheit strömen die Menschen auf die Strasse, helfen das Tram von der Kreuzung zu schieben, freuen sich wie ein König über eine gerade noch ergatterte Brezel desselben und gehen vielleicht sogar reinen Gewissens nach Hause statt ins Büro.
Ein bisschen reut es mich schon, nicht wie der Teenager mitten im Geschehen gewesen zu sein.
Trotzdem gibt es selbst in solchen seltenen Sternstunden die Miesmacher, die wie immer rummeckern. Ein Kunde sei sehr erbost gewesen, lese ich in der Zeitung, dass man ihm das Sandwich, welches er bereits in der Hand gehalten habe, wieder weggenommen habe. Die Kasse funktionierte nicht mehr.
Mit Blick auf das aktuelle Weltgeschehen frage ich mich unwillkürlich: Wie werde ich wohl dereinst reagieren, wenn man mir das Sandwich aus der Hand nimmt? Weil das Zahlungssystem nicht mehr funktioniert?
Ich verdränge den unangenehmen Gedanken und beisse in mein Honigbrot. Noch ist es nicht soweit.

Ist das karierte Tischtuch auch ein Auswuchs des Stromausfalls – vielleicht weil Alle so komisch aus der Wäsche geguckt haben?
Gar nicht. Das Bild ist ein Souvenir aus der Provençe, wo man einem Stromausfall recht entspannt begegnen würde.