
Ab und an zwingt einen das Schicksal, Schritte zu machen, die man zwar schon seit längerem als richtig erachten würde, gegen die man sich aber nichtsdestoweniger sträubt.
Bei mir schlug die Vorsehung am letzten Donnerstag zu, kurz vor elf Uhr, in einer unfreundlich stürmischen Nacht. Das Auto weigerte sich, anzuspringen. Es fand wohl, jetzt sei es genug der Mühe und es hätte eine Pause verdient. Nur ganz kurz grollte ich ihm, um mich anschliessend höflich zu bedanken. Der Parkplatz, von dem aus ich es immerhin noch vor Mitternacht nach Hause schaffte, schien mir gut gewählt. Gerade in jüngster Zeit hätte es auch anders kommen und ich auf einer europäischen Autobahn stranden können!
Da es wider Erwarten nicht bloss an meiner Unfähigkeit lag (ich also NICHT aufgrund zunehmender Verwirrung den falschen Treibstoff getankt hatte), weilt das Auto immer noch in seinem verdienten Urlaub, wo es sich aufpäppeln lässt.
Das brachte mich dazu, um doch noch auf den Punkt zu kommen, endlich wieder einmal mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen. Schnell wurde mir klar, dass ich das schon länger nicht mehr getan hatte. Schon der Kauf des Tickets stellte mich vor ernsthafte Probleme.
Nachdem ich mir die Füsse wundgelaufen und endlich eine altmodische Schalterstelle (bedient!) gefunden hatte, gelang es mir in einer knappen Viertelstunde, der netten Dame zu erklären, welche Art von Fahrschein ich benötigte. Endlich war geklärt, dass ich weder nachts noch erst nach neun fahren wollte und auch noch kein Anrecht auf Seniorenrabatt habe. Nach sorgfältigem Abwägen aller möglichen Eventualitäten entschied ich mich dafür, jeweils auf dem Weg zur Arbeit nicht zu trödeln und Tickets zu erwerben, die nur eine Stunde gültig sind. Statt vierundzwanzig, was mir noch erlaubt hätte, unterwegs einzukaufen (im Keller gibt es noch einige Konserven). Ausserdem kratzte ich all meine Geografiekenntnisse zusammen und versuchte der netten Dame schlüssig klar zu machen, wo ich überall durchzufahren gedachte, wobei ich mir aber jetzt nicht ganz sicher bin, ob sie mir folgen konnte und mir die richtigen Zahlen auf meinen Fahrscheinen gedruckt hat. Spätestens bei der nächsten Kontrolle aber, so tröste ich mich, werde ich Genaueres wissen.
Das Reisen in Bus und Zug kann sehr entspannend sein. Jedenfalls dann, wenn man einen Sitz erhaschen kann. Während der Stosszeiten ist es nicht so entspannend; diesbezüglich weiss ich jetzt, wovon der Teenager redet, wenn er jeweils ein paar Tage vor den Ferien genervt ausruft: “Ich halte das nicht mehr aus!”
Was ich aber mehr als seltsam finde, ist die gespenstische Ruhe, die auch dann herrscht, wenn sich der Letzte gerade noch so hinein quetschen konnte. Keiner sagt etwas; so mucksmäuschenstill ist es im vollgestopften Bus, dass es für einmal sogar mir die Sprache verschlägt und dabei rede ich doch sogar mit mir selber, wenn ich allein im Auto bin.
Und weil ich dann ebenfalls, zum Nichtreden verdammt, einfach so dasitze (oder stehe!) und hinausgucke, bleibt mir gar nichts anderes übrig als mich – endlich – zu entspannen.

Kein Wunder, dass niemand was sagt. Gucken ja alle in ihr Handy oder hören Musik über die Ohrstöpsel.
Also doch ein Smartphone?
Auto, Nahverkehr, beides doof, finde ich (wobei auch mir die Bahn lieber ist als selbst zu fahren). Vorm Arbeitswechsel konnte ich zu Fuß zur Arbeit, bzw. mit dem Fahrrad. Nicht nur in Paris echter Luxus.
Und bald wird die Reiserei für dich noch viiiiiiel lustiger, wirst schon sehen!
Mensch sei froh, dass niemand was sagt. Es gibt nichts nervenderes, als früh halb verschlafen von zwei Schnattertaschen beim Dösen und Entspannen gestört zu werden!!!
Ps. Aber zum Glück nehme ich die Bahn ja nur, wenn Schnee liegt. Sonst fahr ich auch bei Regen lieber Fahrrad
Vorbildlich! Ich hab heute aus einer Laune heraus meinen halben Schulweg quer durch den Wald zu Fuss gemacht, was auch sehr schön war.
Morgen aber wieder mit dem Auto :-/ .
Sie fahren mit dem Auto, obwohl Sie zu Fuss gehen könnten? Interessant …
Na ja, also können täte ich theoretisch schon …aber mein momentanes Zeitbudget erlaubt es mir nicht wirklich, täglich zwei Stunden hin und wieder zwei zurück zu marschieren.