Zwischen den Zeiten


Es ist soweit. Ich habe Mut gefasst, mir einen Blog eingerichtet und damit immerhin einen Vorsatz im Hinblick aufs neue Jahr in die Tat umgesetzt. Die Tage „zwischen den Zeiten“ scheinen mir dafür prima geeignet. Gleichen sie doch jenen Momenten auf der Schaukel, wenn diese scheinbar ganz kurz still steht, bevor sie wieder an Tempo gewinnt.
Den Namen „Schreibschaukel“ habe ich deshalb gewählt, weil auch das Leben einer Schaukel gleicht; mal geht es rauf, mal wieder runter; fast immer ist es in Bewegung. Als Kind habe ich stundenlang auf der Schaukel gesessen, unten, auf dem Spielplatz unseres Mehrfamilienhauses. Meistens sang ich dazu, denn damals war es mir piepegal, was andere von mir dachten. Auch das Glockengeläut der nahen Kirche im Hintergrund begleitet mich bis heute als schöne Kindheitserinnerung.
Heutzutage sitze ich nur noch selten auf einer Schaukel, aber wenn ich es doch einmal tue, geniesse ich nach wie vor das Kitzeln im Bauch während des Abwärtsflugs. Sehr empfehlen kann ich übrigens die Schaukel auf der „Boldern“ oberhalb des Zürichsees, wo man sich jedes Mal überlegt, abzuspringen und im See zu landen …
Die Lebensfreude, die mich damals auf der Schaukel fast platzen liess, ist mir zum Glück erhalten geblieben. Ich habe neue Formen der beflügelnden Bewegung gefunden, und eine davon ist das Schreiben. Nur für sich selber zu schreiben, macht aber nur mässig Spass. Ein Leserkreis macht das Ganze viel spannender, das habe ich während der zwei Jahre als Gelgenheitskolumnistin für eine Regionalzeitung erfahren. Die Kolumne gibt es leider nicht mehr, dafür gibt es jetzt meinen Blog. Der hat den Vorteil, dass ich schreiben kann, wann und was ich will; niemand bastelt an meinem Text rum und zu lesen braucht schliesslich auch nur, wer das wirklich will.
Da es mir aber nicht piepegal ist, was andere darüber denken – auch wenn ich mir mit zunehmendem Alter meine kindlichen Eigenschaften nach und nach zurückerobere, halleluja! – freue ich mich natürlich über Kommentare. Was das Erscheinungsbild meines Blogs betrifft, so bitte ich um Geduld. Schliesslich wusste ich bis vor kurzem noch nicht mal, was ein Blog ist! Irgendwie werde ich das schon schaukeln …

13 Antworten zu Zwischen den Zeiten

  1. Gratulation zum neuen, eigenen Blog. Das ging ja schneller als ich es gedacht hätte!

    Ist ja eine Weile her seit der Zeit auf der Schaukel im Garten. Der Garten von damals ist leider kleiner geworden (oder kommt mir das nur so vor). Andererseits gibt es inzwischen grössere Schaukeln als damals.

  2. Wunderbar, nun komme ich auch in den Genuss deines Schaffens. Da ich den Tagi nicht abonniert habe, verpasste ich einiges.

    Ich freue mich, an deinem Blog teilzunehmen und ab und zu schmunzeln zu können, wenn du kleine und grosse Episoden zu Papier bzw. Blog bringst.

    Ich wünsche dir frohes Schaffen im kommenden Jahr.
    Susanna

  3. Einer meiner Vorsätze heisst eben: Tu’s einfach! ;-)

  4. Also ich bin ja schon nahe dran… es auch einfach zu tun. Wäre ein guter Zeitpunkt jetzt.

    Ich habe mich auch scho nein bisschen bei WordPress umgeschaut. Schwierig wird einem das dort ja nicht gemacht.

    Gruss Thomas

    P.S. Bin ein klein wenig stolz, dass ich es geschafft habe den ersten Kommentar zu Deinem Blog zu schreiben. Die Benachrichtigung hat übrigens geklappt.

  5. Herzlichen Glückwunsch zum neuen Blog! Sieht schon sehr vielversprechend aus und ich werde dich natürlich bei mir sofort weiterempfehlen.

  6. Danke Tamar, ich freue mich natürlich sehr, wenn mich mein grosses Vorbild weiterempfiehlt :-) !

  7. Herzlich Willkommen in der Welt der Blogs ^^
    Bin sehr gespannt auf mehr ;)

    unbekanntersweise Liebe Grüsse
    Désirée

  8. Dein “Hallo” an die Welt habe ich gerne gehört. Auch spätere rufe werde ich wohl nicht überhören.

    Zum Thema “Zwischen den Zeiten” will ich Dir gerne etwas beisteuern:

    Zwischenzeiten

    Es sind die großen Jahreszeiten,
    die der Natur den Weg bereiten.

    Im Sommer reift es voll heran,
    damit’s im Winter ruhen kann.

    Berauschend ist in diesem Mühen
    stets aber nur das Frühlingsblühen.

    Mit Ernte und der Farben Pracht
    im Herbst dann ist’s vollbracht.

    So kreist das Jahr mit Anfang und Ende
    um Winter- und Sommersonnenwende.

    Wirkliche Freuden uns bereiten
    oft aber nur die Zwischenzeiten.

    Copyright Gerhard Falk, 2009

    pbw

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