
Mit meinem Kommentar zum Fonduebeitrag des Flohnmobils habe ich mich mal wieder als kulinarischer Banause geoutet. Autsch. Die folgenden Kommentarschreiber haben’s mir so richtig gegeben, weil: Wie kann ich nur?!
Die traurige Tatsache ist, dass ich nicht besonders gut kochen kann. Besser gesagt: Ich mag nicht; ein Kochbuch lesen kann ich nämlich schon. Da ich meine Nase aber schon immer lieber in andere Bücher gesteckt habe, hapert es mit meinen Kochkünsten. Irgendwie fehlt mir einfach die Geduld dazu und ich finde auch absolut keinen Gefallen an gemeinsamem, die Gäste mit einbeziehendem Kochen. Schliesslich will ich mich mit ihnen amüsieren.
So einem skandalösen Outing geht natürlich – insbesondere in unserer Gesellschaft – ein langer Prozess voraus. Allerdings greift einem das Leben netterweise unter die Arme und das eine oder andere Missgeschick trägt zur Entscheidungsfindung bei. Im Nachhinein kann ich über die unseligen Momente lachen. Gar nicht zum Lachen war mir aber, als ich, statt die Vorspeise noch kunstvoll zu dekorieren, beim Notfallarzt sass; ich hatte mich ziemlich übel geschnitten. Wie manchen Topf ereilte ein verfrühtes Ende, weil ich – es dauert ja immer so lange, bis das Zeug gar ist – nur schnell ein Stück auf dem Klavier spielen wollte, dann aber… tja. Und an den Geruch, den Entkalker verströmt, der partout nicht brennen will – die Flasche stand blöderweise direkt neben dem Sprit – erinnere ich mich heute noch. Kleinlaut auch meine Antwort, als ein Gast pikiert fragte, worauf wohl diese Kiwi gelegen habe. Äh …vielleicht auf dem Zwiebelschneidebrett?
So kam es also, dass ich mir eines Tages schwor: Lieber ab und zu ein Fertigmenu als immer mal wieder ein Wegwerfgericht. Ist ja alles eine Frage des Zeitmanagements, obwohl bei mir leider noch eine angeborene Schusseligkeit dazukommt. (Auf die bin ich übrigens entgegen dem Anschein nicht stolz, aber wenn sie schon im Alltag mehr als lästig ist, so darf sie wenigstens für den einen oder anderen Blogbeitrag herhalten.)
Meine Hinwendung zu zeitsparenderem Kochen bekräftigt hat übrigens die Aussage eines Maschineningenieurs, der bei einer Konservenfabrik angestellt war und darauf beharrte, in den Büchsen seien mehr Vitamine als im sogenannt frischen Gemüse, welches im Gegensatz zur sofort verarbeiteten Ernte oft noch mehrere Tage herumliegt.
Soweit so gut. Allerdings ist auch andersrum Vorsicht geboten. Peinlich berührt war jener Gast, der sich beim Dessert zu Begeisterungsstürmen über “diese kulinarische Köstlichkeit” hinreissen liess, worauf ich vorschnell und unbedacht verlauten liess: “Eine kaltgerührte Bananencreme von der Migros.” Heutzutage bin ich um Dekaden weiter. Den gekauften Kuchen (selber gemachten gibt es nur zum Geburtstag als Zeichen meiner Wertschätzung) präsentiere ich wohlweislich auf der edlen Glasplatte und falls es ein Kompliment gibt, schlage ich bloss verschämt den Blick nieder. Im Innersten aber freue ich mich, denn die Erfahrung hat mich gelehrt: Nicht nur, was mit Liebe gekocht ist, ist bekömmlich, sondern auch, was mit Liebe gegessen wird.
Insofern ist auch eine Tüte Gummibärchen meiner Gesundheit durchaus zuträglich. Und die roten, Farbstoff hin oder her, die liebe ich ganz besonders!